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Merck Serono schließt Forschungsvereinbarung mit Pfizer und dem Broad Institute

01.04.2014 -

Merck Serono gab bekannt, dass ihre US-Tochter EMD Serono eine Forschungsvereinbarung mit Pfizer und dem Broad Institute in Cambridge, Massachusetts (USA) abgeschlossen hat. Kernaufgabe der Zusammenarbeit soll die genomische Profiling-Analyse von Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) und Lupusnephritis (LN) sein. Das Forschungsprojekt wird von Merck Serono und Pfizer gemeinsam finanziert.

SLE ist eine systemische Autoimmunerkrankung und kann LN, eine Entzündung der Niere, verursachen. Bei Patienten mit SLE können neben der Niere auch andere Gewebe und Organe wie die Haut, das Nervensystem oder die Gelenke betroffen sein. Im Rahmen der Vereinbarung wird das Broad Institute klinische Proben von Patienten mit SLE und LN unter Einsatz von biochemischen Verfahren sowie Sequenzierungstechnologie der neuesten Generation untersuchen. Außerdem übernimmt das Institut die Analyse von Subpopulationen von Immunzellen. Ziel ist die Identifizierung von Biomarkern, um geeignete Zielgruppen von Patienten für zukünftige Therapien bestimmen zu können. Mittels rechnergestützter Modellierungsansätze wollen die Partner durch das Projektvorhaben die molekularen Schlüsselfaktoren für SLE- und LN-Schübe identifizieren und dadurch potenzielle neue Angriffspunkte für Medikamente als Basis für innovative Therapien entdecken.

Gemäß den Vertragsbedingungen erhalten Merck Serono und Pfizer als finanzierende Vertragspartner direkten Zugriff auf alle Daten und Auswertungen. Außerdem können beide Unternehmen einen Forschungswissenschaftler zwecks Förderung des Austausches von technologischer Expertise auf dem Gebiet der rechnergestützten und experimentellen genomischen Profiling-Analyse an das Broad Institute entsenden.

„Wir sind begeistert über die Chance, gemeinsam mit Merck Serono und Pfizer an einem innovativen Projekt zur Stratifizierung von SLE-Patienten und Identifizierung von Signalwegen des Immunsystems, die der Lupusnephrits zugrundeliegen, zusammenzuarbeiten", sagte Prof. Nir Hacohen, assoziierter Professor am Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School sowie assoziiertes Mitglied des Broad Institute. „Aufgrund von technischen Fortschritten können wir heute RNA in sehr kleinen Zellmengen sequenzieren, wodurch unsere Bestimmung von Zelltypen und Stadien der SLE Erkrankung in Patienten genauer wird. Wir werden Millionen von Rohdaten von Patienten mit SLE sowie deren klinische Parameter über eine große Bandbreite von Messzeitpunkten zusammentragen. Diesen Datensatz werden wir nutzen, um daraus auf aktive biologische Signalwege bei diesen Patienten rückschließen und neuartige dynamische Pathogenesemodelle zu Lupus entwickeln zu können."

„Die Forschungsgruppe um Prof. Nir Hacohen vom Broad Institute betreibt Pionierarbeit auf dem Gebiet der Systemimmunologie und hat eine einzigartige Strategie entwickelt, Lupus und Lupusnephritis im Detail zu analysieren", sagte Harsukh Parmar, Leiter der translationalen Innovationsplattform (TIP) Immunologie & Neurodegenerative Erkrankungen bei Merck Serono. „In Kombination mit dem technischen Know-how des Broad Institute, sehen wir das Ziel dieser Zusammenarbeit darin, einen wichtigen Beitrag zu potentiellen zukünftigen innovativen Behandlungsoptionen für Lupus und Lupusnephritis zu leisten. Dies steht in Einklang mit unserem Konzept der Integration von genomischer Profiling-Analyse und systembiologischen Ansätzen über das gesamte Spektrum unserer präklinischen und klinischen Programme hinweg."

„Wir freuen uns, gemeinsam mit Merck Serono und dem Broad Institute an einem Forschungsprojekt zu arbeiten, das unser Wissen über die molekularen und zellulären Grundlagen der Lupus-Erkrankung erweitern soll. Diese schwerwiegende Krankheit gab der Wissenschaft seit langem Rätsel auf", sagte Johan Lund, Senior Vice President und Chief Scientific Officer des Bereichs Immunoscience bei Pfizer. „Diese Kooperation steht in Einklang mit dem patientenorientierten, Präzisionsmedizinbasierten Ansatz von Pfizer bei der Erforschung von Autoimmunerkrankungen unter Einsatz von hochmodernen Technologien und einer Fülle von Patientendaten, um unser Wissen über die Krankheit voranzutreiben und innovative Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln."