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Neues aus dem VAA – VAA-Stiftung kürt Exzellenzpreisträger 2021

Dominik Bongartz, Robert Giessmann und Patrick Wilde erhalten Auszeichnungen für ihre Dissertationen

29.11.2021 - Junge Wissenschaftler erhalten Auszeichnung für ihre Forschungen zu Kraftstoffen aus Wasserstoff, enzymatischer Synthese von Feinchemikalien und Elektrokatalyse

Am 5. November 2021 sind in Köln die jungen Wissenschaftler Dominik Bongartz, Robert Giessmann und Patrick Wilde mit dem Exzellenzpreis der VAA-Stiftung ausgezeichnet worden. Ausschlaggebend für die Auswahl der Preisträger war der industrielle Anwendungsbezug ihrer Forschungsergebnisse.

Gekürt wurden drei mit Bestnoten ausgezeichnete Dissertationen aus den Bereichen Systemverfahrenstechnik (RWTH Aachen), der Prozesswissenschaften (TU Berlin) sowie der Chemie und Biochemie (Ruhr-Universität Bochum). Die Verleihung des mit 5.000 EUR pro Preisträger dotierten Exzellenzpreises der VAA-Stiftung erfolgte im Rahmen der VAA-Jahreskonferenz in Köln. Mit der Stiftung bringt sich der VAA in den Dialog der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit Wissenschaft und Gesellschaft ein.

Nach Studium des Maschinenbaus an der RWTH Aachen und am Massachusetts Institute of Technology beendete Dominik Bongartz 2020 seine Promotion über die globale Optimierung für Prozessdesign und die optimale Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu Kraftstoffen aus Power-to-Fuel-Prozessen. Seine Forschungen ermöglichten ihm, auf den Hochleistungsrechnern der RWTH einen neuen Prozess zur Herstellung von Dimethoxymethan hinsichtlich der Energieeffizienz global zu optimieren. Bongartz, der schon in zahlreichen internationalen Publikationen veröffentlicht hat und auf internationalen Konferenzen seine Forschungsergebnisse vorstellen konnte, leistet mit seiner Forschung einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele im Verkehrssektor. Insbesondere für Nordrhein-Westfalen als Bundesland mit der höchsten Dichte an Chemieparks und Raffinerien ist die Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu Kraftstoffen eine wichtige Zukunftstechnologie.

Robert Giessmann konzentrierte sich in seiner Arbeit an der TU Berlin auf die enzymatische Produktion von Feinchemikalien (Nukleosidanaloga), die auch für die Covid-19-Behandlung bedeutend sind. Seine außergewöhnlichen Ergebnisse erreichte Giessmann durch einen interdisziplinären Ansatz: Seine Ergebnisse beruhen nicht nur auf den Methoden der Biochemie, sondern auch auf den Bereichen der physikalischen und analytischen Chemie, der Enzymologie, der Modellierung und der Bioverfahrenstechnik. Mit seinen Methoden sind nur zwei schnell durchzuführende Experimente und eine einfache Formel nötig, um Vorhersagen über die Ausbeute von enzymatischen Kaskadenreaktionen zu treffen und darauf aufbauend wesentlich verbesserte Prozesse zu implementieren. Auch Giessmann veröffentlichte seine Ergebnisse schon in international namhaften Publikationen und machte die von ihm geschriebene Software und die erhobenen Daten öffentlich frei zugänglich.

Patrick Wilde beschäftigte sich in seiner ebenfalls mit Bestnote ausgezeichneten Dissertation an der Ruhr-Universität Bochum mit der Rolle von Elektrokatalysatoren bei Energieumwandlungsreaktionen sowohl unter Labor- als auch Industriebedingungen. Der Zusammenhang zwischen Struktur und Aktivität eines Elektrokatalysators muss verstanden werden, bevor neue Materialien zur industriellen Anwendung in Betracht gezogen werden können, die eine gesteigerte ökonomische Effizienz in der Industrie ermöglichen. Auch seine Arbeit hat gesellschaftliche Relevanz. Für die Wasserstoffinitiative des Bundesforschungsministeriums werden die Elektrokatalyse und die Entwicklung geeigneter Katalysatoren eine tragende Rolle spielen. Wilde hat wie die beiden anderen Preisträger in namhaften Zeitschriften publiziert. 

In seiner Würdigung der Preisträger betonte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums Thomas Fischer: „In einer wissensbasierten Gesellschaft kann die wissenschaftliche und technologische Spitzenstellung der deutschen Industrie nur dank anwendungsbezogener Innovationen gesichert bleiben.“ Die VAA-Stiftung fördere daher systematisch Arbeiten auf den Gebieten von Chemie und Pharma, die naturwissenschaftlich-technische und anwendungsbezogene Innovationen hervorbringe. Ihr Ziel ist, dass Deutschland auch in Zukunft ein wissenschafts- und technologiefreundliches Industrieland bleibt. Gleichzeitig geht es der Stiftung gerade in diesen Jahren darum, Wege aufzuzeigen, wie dies auf eine nachhaltige Art und Weise gelingt.

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