Chemie & Life Sciences

Optimiertes Lösemittelrecycling

13.10.2011 - Das Familienunternehmen Richard Geiss beschäftigt sich seit über 50 Jahren schwerpunktmäßig mit der Aufarbeitung von Lösemitteln.

Während früher die Dienstleistung aus einer reinen Entsorgungstätigkeit bestand, wird heute eine kundenorientierte Lohndestillationen von Lösemitteln und die Rückführung von Destillaten in Frischwarequalität angeboten. Eine neue Versuchsanlage soll nun dabei helfen, das jeweils optimalste Destillationsverfahren zu einem frühen Zeitpunkt zu ermitteln, wodurch sowohl Kosten als auch Zeit eingespart werden können.

Pilot-Plant

Bereits im letzten Jahr wurde auf dem Betriebsgelände des Unternehmens ein neues Gebäude errichtet. Ende 2010 startete der Ein- und Aufbau der eigentlichen Versuchsanlage. Die neue Pilot Plant setzt sich aus einem Dünnschichtverdampfer aus Glas mit luftdruckgesteuertem Rotor und einer Glas-Rektifikationskolonne mit Füllkörpern (35 theoretische Böden) zusammen. Man kann die Anlage atmosphärisch oder im Vakuum (20 mbar -1,10 bar) betreiben. Zum Vorheizen und für den Destillationssumpf existieren zwei Thermoölkreisläufe, die Temperaturen von 20-250°C abdecken. Zudem gibt es einen Kühlkreislauf mit Kühlsole. Die Anlage wird sicherheitstechnisch mit Ex- und Flammensensoren überwacht und ist mit einer Not- und einer Augendusche ausgestattet. Die Lüftungsanlage ermöglicht einen 10fachen Luftwechsel pro Stunde. Die Versuchsanlage besitzt damit bereits alle Komponenten der großen Produktionsanlage - nur in kleineren Dimensionen. Mit dieser Anlage wird so eine Brücke geschlagen zwischen den Vorversuchen im Labor und der Produktion.

Leistungen

Mit Hilfe der Anlage kann die Prüfung der Destillationsfähigkeit anhand eines Lösemittelmusters des Kunden erfolgen. Es ist dabei möglich, dass die Prüfung noch vor dem Start der eigentlichen Produktion beim Kunden mit z.B. Mustermaterial aus den Technikumsversuchen stattfindet. Die Ermittlung des optimalen Destillationsverfahrens kann auch im Hinblick auf die Destillationsausbeute und kritische Parameter wie z.B. Qualität, Farbe und Geruch des Destillates erfolgen.

In Folge kann dem Kunden bei Lohndestillationen ein Destillatmuster von 1-200 l zur Verfügung gestellt werden. Dieser kann damit "Use-Tests" und eventuelle Labor- oder Technikumsproduktionen durchführen, um die Einsatzfähigkeit des Destillats festzustellen.
Auf Grundlage der auf der Pilot Plant ermittelten Kalkulationsdaten, wie z.B. die Laufzeiten, das Rücklaufverhältnis, der Energiebedarf, die Ausbeute und der zu entsorgende Rückstand, lässt sich ein sehr genaues und reelles Angebot erstellen. Probepartien in IBC- oder Tankwagengrößen zur Probedestillation auf der Produktionsanlage gehören somit der Vergangenheit an.

Kontakt

Richard Geiss GmbH

Lüßhof 100
89362 Offingen
Deutschland

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