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Roche - Illumina - Übernahmekampf geht in die Verlängerung

05.03.2012 -

Das Tauziehen um die Übernahme des US-Gentechnikspezialisten Illumina durch den Roche-Konzern geht in die Verlängerung. Der Basler Pharma- und Diagnostikkonzern verlängerte wie im Markt weithin erwartet seine 5,7 Mrd. US-$ schwere Offerte bis 23. März 2012. Eine erste Frist war am Freitag zu Ende gegangen. Roche offeriert den Illumina-Aktionären unverändert 44,50 US-$ in bar je Aktie. Das Illumina-Management wies die Annährung erneut als unzureichend zurück. "Es wurde eine äußerst geringe Zahl von Aktien angeboten, übereinstimmend mit unserer Ansicht und der unserer Aktionäre, dass Roches Angebot Illuminas einzigartige Führungsposition, Geschäftsentwicklung und Zukunftsaussichten nicht widerspiegelt." Roche wurden gut 102.000 Illumina-Aktien angedient - weniger als 0,1 % der ausstehenden 122,3 Mio. Titel. Doch die Schweizer haben bereits früher einen langem Atem bewiesen: Der Übernahmepoker um die US-Diagnostikfirma Ventana - Konzernchef Severin Schwan leitete damals die Diagnostik-Sparte - zog sich sieben Monate hin, bis Roche 2008 schließlich Erfolg hatte. Und der amerikanische Biotechriese Genentech wurde 2009 nach achtmonatigem Hin und Her voll übernommen.

In beiden Fällen griff der Arzneimittelhersteller zum Schluss tiefer in die Tasche, bei Ventana wurde sogar um 19 % nachgebessert. Beobachter gehen davon aus, dass Roche auch bei Illumina nachlegen muss - Experten halten 60 bis 65 US-$  je Aktie für möglich. "Wir gehen davon aus, dass Roche noch während dieser zweiten Frist eine Erhöhung des Angebots an die Aktionäre unterbreiten wird", erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Illumina-Aktien wurden am Freitag in New York mit 51,22 US-$ gehandelt. Roche will mit Illumina sein Diagnostikgeschäft ausbauen. Die Diagnostik ist für Medikamente bedeutsam, die speziell auf bestimmte Patientengruppen zugeschnitten sind und auf die Roche stark setzt. Die Roche-Genussscheine verloren im frühen Handel an der Schweizer Börse 0,6 % auf 158,30 CHF - weniger als die europäischen Gesundheitswerte.