Logistik & Supply Chain

Vinnolit steuert Verladung an vier Standorten über Transporeon-Plattform

31.07.2012 -

Kunststoffpulver für die PVC-Produktion sowie die dafür benötigten Vorprodukte stellt die Ismaninger Vinnolit her. Ein weiteres wichtiges Standbein ist der Verkauf von Natronlauge. Insgesamt bis zu 1,6 Mio. t Produkte jährlich werden an den sechs europäischen Produktionsstandorten hergestellt und per Bahn, Binnenschiff und Lkw versandt. Eine wesentliche Herausforderung dabei lag bislang in der effizienten Ladestellensteuerung der Lkw. Heute koordiniert das Zeitfenstermanagement und das Yard Management von Transporeon den abholenden Verkehr.

Komplexe Situation an den Verladeorten
„Wir standen an unseren Verladestellen vor zwei großen Herausforderungen", erzählt Thorsten Heinisch, Procurement Team Manager Logistics & Customs Affairs bei Vinnolit. „Erstens wussten wir nicht, wann genau die Lkw ankommen. Meistens herrschte morgens um 7 Uhr und nachmittags um 15 Uhr Hochbetrieb, dazwischen gab es wenig zu tun. Dies führte in der „Rushhour" zu langen Standzeiten, Standgeldforderungen im sechsstelligen Bereich, vielen Überstunden bei unseren Verladeteams und nicht zuletzt zu erhöhten Risiken im Bereich der Arbeitssicherheit. Zweitens wurde die Steuerung der Lkw auf dem Gelände immer komplexer, sodass wir mit der manuellen Abwicklung an eine Grenze stießen."
Die Komplexität entsteht dabei aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Produkte: Vinnolit bietet PVC einerseits als loses Schüttgut an, das in Silofahrzeugen transportiert wird. Aufgrund der Reinheit kann nur ein Produkt pro Verladerüssel verladen werden. Andererseits ist das Pulver auch verpackt und palettiert erhältlich. Hinzu kommt die flüssige Natronlauge, die in Tank-Lkw gefüllt wird. „Jedes Fahrzeug muss an genau die richtige Ladestelle. Außerdem sind die Verladezeiten sehr unterschiedlich. Bei Paletten kann der Lkw nach 45 Min. vom Hof sein. Bei extrem feinem Schüttgut hingegen dauert die Verladung mehrere Stunden, weil das Pulver weniger gut fließfähig ist und immer wieder mit Druckluft aufgelockert werden muss", erklärt der 37-Jährige. Aufgrund der Einbindung des Unternehmens in Chemieparks musste zudem ein System gefunden werden, das auch funktioniert, wenn Pforte und Standortmanagement in dritter Hand sind.

Stimmige und wirtschaftliche Lösung
„Wir haben uns alle gängigen Anbieter für Zeitfenstermanagement angesehen. Das Angebot von Transporeon war dabei am stimmigsten und am wirtschaftlichsten. Zudem konnten die dortigen Entwickler alle Funktionen realisieren, die wir benötigt haben", erinnert sich Heinisch an den Entscheidungsprozess im Sommer 2009. Wenige Monate später folgte dann der erste Workshop mit den Transporeon-Experten. Dabei lief bei Vinnolit bis zur Frachtbeauftragung alles schon reibungslos: Im Unternehmen wurden die Aufträge in SAP angelegt und dann über eine EDI-Schnittstelle an die Speditionen geschickt. EDI steht dabei für Electronic Data Interchange und ermöglicht den automatischen Datenaustausch zwischen zwei Unternehmen. Mit der Beauftragung erhielten die Frachtführer dann zwar den fixen Zustelltag und den Verladeort - aber das war es auch schon.
Seitdem die Transporeon-Plattform im Juni 2010 für die vier Standorte Burghausen, Gendorf, Hürth-Knapsack und Köln produktiv geschaltet wurde, folgt der Beauftragung ein durchdachter, effizienter Prozess. Alle Spediteure erhalten mit ihrem Auftrag die Aufforderung, ein Zeitfenster an einer der insgesamt 26 angeschlossenen Ladestellen zu buchen. Sie können den Zeitplan einsehen und zwischen den freien Fenstern auswählen. Pro Zeitfenster wird eine geringe Buchungsgebühr fällig. Auch ein sogenanntes „Multibooking" kann das System bewältigen, sodass auf einen Lkw unterschiedliche Waren an verschiedenen Ladestellen aufgenommen werden können.
Ist der Lkw am Standort angekommen, wird auch das Yard Management über die Transporeon-Plattform realisiert. Bei der Anmeldung erhalten die Fahrer einen Pager, der mit dem System gekoppelt ist. So können die Verladeteams die Lkw abrufen, sobald die Ladestelle frei ist. Die Mitarbeiter an der Pforte müssen lediglich die Daten des Spediteurs aufnehmen und die Pager ausgeben.

Vorteile für Verlader und Spediteure
„Am Anfang gab es schon Widerstände. Und ich muss zugeben, dass auch ich ziemlich skeptisch war", räumt Heinisch ein. Mittlerweile ist die Akzeptanz bei den Spediteuren hoch, was auch die Buchungsquoten belegen: Über 90 % der Frachtführer reservieren ein Zeitfenster, die Pünktlichkeit der Lkw liegt bei beachtlichen 80 %. Für Vinnolit bringen die neuen, strukturierten Ab­läufe vor allem eine Zeit- und ­Kostenersparnis. So konnte die Durchlaufgeschwindigkeit um 60 % erhöht und das Standgeld halbiert werden. Aber auch von den Spediteuren gibt es nach der Einführung positive Reaktionen - vor allem auf die kürzeren Standzeiten und die pünktlichere Verladung. „Wir haben eine hervorragende Lösung gefunden, vor allem weil Transporeon das System sehr gut an unsere besonderen Anforderungen angepasst hat", zieht Heinisch Bilanz. „Vorher war die Verladung oft zäh und ungleichmäßig, eine ‚Strapaze‘ für alle Beteiligten. Heute muss ich wirklich sagen: Die Logistik bei Vinnolit läuft richtig flüssig - so wie es sein soll."

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