05.05.2026 • News

VFA-Prognose: Warum Pharma jetzt unter Druck gerät

Konjunkturell bleibt Deutschland 2026 trotz hoher Staatsimpulse im Grunde in der Warteschleife. In unserer Frühjahrsprognose liegt das Wachstum bei +0,7%. Unter ungünstigen Umständen kann der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges das ohnehin schwache Wachstum erneut Richtung Rezession drücken.

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Für die Pharmaindustrie ist die Lage besonders heikel, weil zur konjunkturellen Schwäche jetzt zwei zusätzliche Belastungsquellen kommen. Das ist einerseits die US-Handelspolitik mit Importzöllen als Druckmittel, um Investitionen und Wertschöpfung in die USA zu ziehen, und andererseits die nationale Gesetzgebung. Das vom Kabinett beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird die Branche in Deutschland spürbar belasten - und den bislang positiven Trend ausbremsen.

Gerade das ist der Punkt: Ohne diese zusätzlichen Belastungen hätte sich die Branche in einem ohnehin schwierigen Umfeld vergleichsweise robust halten können. Unter unveränderten Rahmenbedingungen würden wir für 2026 ein Umsatzminus von 1,0%, eine Produktion von -0,7% und einen moderaten Beschäftigungsaufbau auf 130.100 erwarten. Für 2027 wären deutliche Zuwächse angelegt gewesen - diese Perspektiven haben sich nun massiv verschlechtert.

Das liegt unter anderem an den Auswirkungen der Preisreferenzierung, die künftig auch durch die USA vorgenommen wird. Das heißt: Andere Länder knüpfen ihre Medikamentenpreise an die deutsche Bewertung - mittlerweile gilt das für gut 30 Länder, künftig auch die USA. Das heißt: Jeder Euro Rabatt in Deutschland senkt den Wert unserer Pharma-Exporte. Bis in das Jahr 2030 könnten allein auf dem US-Markt gut 12 Mrd. EUR weniger verdient werden - mit einer Eins-zu-eins-Rückwirkung auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Dies wirkt durch auf die Investitionen und Jobs: Diese werden künftig dort wachsen, wo Rahmenbedingungen günstiger sind.

Insgesamt bleiben die Aussichten trüb. Ein deutlicher Aufschwung ist weiterhin nicht in Sicht - und die Schlüsselbranche Pharma bringt die GKV-Reform zusätzlich unter Druck.

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