Standorte & Services

Bildungsakademie sorgt für Technologietransfer über den Chemiepark Gendorf hinaus

Gendorf wird Chemiepark

06.02.2018 -

Zukunftsorientierte Fachkräftesicherung bedeutet, Trends weiterzudenken. Denn Digitalisierung und übergreifende Lernprozesse erfordern neue Strategien. InfraServ Gendorf als Betreiber des größten Chemieparks in Bayern antwortet darauf mit vielschichtigen Konzepten und ist damit nicht nur Bildungsmotor für den Chemiepark, sondern für die ganze Region.

Bei mehr als 30 Unternehmen im Chemiepark Gendorf ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften hoch – Tendenz steigend. Das gilt nicht nur für die Standortunternehmen, sondern auch für den Betreiber selbst. Schließlich liefert er die Infrastruktur, sorgt für die Ver- und Entsorgung des Standorts und stellt Unternehmen als integrierter Lösungspartner Einzelleistungen wie Umweltservices, Engineering, Instandhaltung und IT-Services zur Verfügung. Das erfordert qualifizierte Fachkräfte, die nicht nur fundiert ausgebildet, sondern auch praxisorientiert und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden müssen.

Der Standortbetreiber setzt dabei auf sein Tochterunternehmen, die Bildungsakademie Inn-Salzach (BIT Gendorf), das weit mehr ist als ein reines Ausbildungszentrum. Das Leistungsspektrum der BIT umfasst Berufsausbildungen im dualen System, eine staatlich anerkannte Fachschule für Informatik und Techniker sowie umfangreiche Fort- und Weiterbildungsangebote. Die BIT organisiert Workshops, Seminare, wissenschaftliche Weiterbildungen sowie Tagungen und Fachmessen. Ausbildungsmarketing – und recruiting sowie weitere Ausbildungsdienstleistungen ergänzen das Angebot. Dazu zählen Messeauftritte, Schulprojekte, Praktika und Praxistage, ein Online-Bewerbermanagement, Bewerberauswahl, Vertragsmanagement und Ausbildungsadministration.

Fachkräfte gezielt aufbauen

Allein 2016 wurden 472 Azubis, davon 295 von Standortunternehmen und 177 von externen Ausbildungspartnern, durch die Akademie ausgebildet. Die Bandbreite der Berufe reicht von Chemieberufen wie Chemikant oder Chemielaborant bis hin zu einer Vielzahl von Ausbildungsgängen im kaufmännischen und im gewerblich-technischen Bereich. Neben dem Alltag im Betrieb und der Berufsschule vermitteln in den Lehrwerkstätten erfahrene Ausbilder aktuelles Fachwissen und sorgen so für einen Technologietransfer, den das duale System allein nicht leisten kann.

In die berufliche Grundqualifizierung wird auch weiterhin kräftig investiert: 8 Mio. EUR sind für den Bau eines neuen Technikums geplant. Notwendig wird der Neubau durch den zukünftig steigenden Bedarf an Chemikanten allein im Chemiepark. Entgegen dem bundesweiten Trend erhöhen nämlich viele der Standortunternehmen die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze. Nicht nur die Standortunternehmen des Chemieparks, auch über 40 externe Partner setzen in Punkto Ausbildung auf das Angebot der BIT. Seit 2008 hat sich die Anzahl an Auszubildenden externer Kunden verdoppelt. Sehr gute Abschlüsse sowie die stetig steigende Anzahl an Teilnehmern Unternehmen sprechen für die hohe Qualität des Angebots. Jochen Volbracht, Leiter der Bildungskademie, erklärt hierzu:  „In der ganzen Diskussion um den Fachkräftemangel darf man das duale Ausbildungssystem nicht aus den Augen verlieren. Beruflich qualifizierte Fachkräfte stärken den Mittelstand – gerade auch hier in der Region. Ein Studium ist zudem nicht für jeden geeignet. Dass mittlerweile ein Meister- oder ein Technikerabschluss dem Bachelor gleichgestellt sind, zeigt außerdem, dass beide Bildungswege gleichwertig sind.“

Berufsbegleitend weiterbilden

Deshalb ist auch das gesamte Feld der Weiterbildung ein wesentlicher Bestandteil des Gendorfer Bildungszentrums. Allein 2016 nutzten knapp 400 Teilnehmer das berufsbegleitende Lehrgangsangebot, die zum staatlich anerkannten IHK-Abschluss wie etwa Techniker, Industriemeister, Betriebs- oder Fachwirt führten. Investiert wurde auch in die Fortbildung der werkeigenen Feuerwehr, die 2016 ein neues Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für Werk- und Betriebsfeuerwehren aus ganz Deutschland sowie für Freiwillige Feuerwehren eingerichtet hat. Mit ihrem Bildungsangebot ist die BIT Gendorf mittlerweile eine der führenden Bildungsakademien in Südostbayern. Dennoch: Der wesentliche Erfolgsfaktor ist nicht der Umfang allein, sondern die Flexibilität, mit der sie auf die Bedürfnisse der Industrie und Trends reagieren kann. Vor allem die Synergie zwischen Chemiepark und Akademie schafft dabei viele Win-Win-Situationen: „Unser Vorteil ist, dass wir kein reines Lehrbuchwissen vermitteln, sondern uns als eine schnell lernende Organisation verstehen, die sich dem Bedarf der Unternehmen anpassen kann.  Das gilt nicht nur für die Inhalte, sondern eben auch für neue Lernformate und die Frage, wie Mitarbeiter heute lernen“, erläutert Volbracht.

Neue Lernformate nutzen

Ein Beispiel liefert der Bildungsexperte gleich mit: „Lernprozesse werden immer flexibler und stärker in das Arbeitsumfeld integriert. Blended Learning Konzepte etwa bieten viele Möglichkeiten, traditionelle Präsenzveranstaltungen und moderne Formen des E-Learning sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Dadurch können gezielt Teilnehmer mit digitalen Lerneinheiten am Arbeitsplatz oder auch daheim auf Präsenzveranstaltungen vorbereitet werden.“ So ist das Bildungszentrum in Gendorf bundesweit einer von zwei Anbietern, die ortsunabhängig eine berufsbegleitende Ausbildung zum Chemielaboranten ermöglicht. Ob Aus- oder Weiterbildung: In allen Bildungsbereichen werden die Teilnehmer in einer Learning-Plattform betreut und von einem Lerncoach begleitet. „Ziel solcher Coaching Tutorials ist es stets, die Flexibilität der Teilnehmer zu erhöhen.“ Um das Angebot auszubauen, bildet die BIT aktuell acht Mitarbeiter zum Digital Learning Designer aus.

IT Schule – Innovationstreiber Digitalisierung

Eine weitsichtige Entscheidung war darüber hinaus der Aufbau der IT-Schule 2001. Spätestens seit Industrie 4.0 und der zunehmenden Digitalisierung liegt der Fokus bei allen Berufsbildern immer stärker auf IT-Themen. Schon früh hat man in Gendorf verstanden, dass IT eben nicht nur  eine rein technische Herausforderung ist: Innovationstreiber sind letztlich die Mitarbeiter. Ein Ausbildungsberuf, der auf diese Anforderungen zugeschnitten ist, ist der Technische Assistent für Informatik (TAI). Die IT-Schule Gendorf bietet diese zweijährige, bundesweit anerkannte schulische Ausbildung in Vollzeit an. Der TAI ist ein Allrounder: Hardware, Datenbanken, Betriebssysteme, Netzwerktechnik und IT-Sicherheit stehen auf dem Lehrplan. Ein enormes Pensum, das in nur zwei Jahren vermittelt wird. Auch hier steht die Berufsfähigkeit im Vordergrund. Durch maßgeschneiderte Praxiseinsätze werden die TAI auf das Unternehmensumfeld vorbereitet und können sich sicher in einer digitalisierten Industrieumgebung bewegen. Und im Vergleich zur traditionellen dualen Ausbildung stehen die Absolventen ein Jahr früher im Berufsleben. Das Interesse an den Absolventen ist hoch: „Seit letztem Jahr können regionale Firmen in Kooperation mit der IT-Schule für begabte Schüler ein Stipendium übernehmen“, erklärt Volbracht. Firmen können frühzeitig die besten Absolventen an sich binden, Schüler haben einen starken Partner mit Praxisbezug und Kontakten.

Lernmotivation durch Wohlfühlfaktor

Ob Ausbildung, IT-Schule, Fachschule oder Seminare und Workshops: In ansprechender Atmosphäre lernt es sich einfach besser. Dafür sorgen ein modernes, großzügig gestaltetes Campusgelände mit einladendem Innenhof sowie ansprechende Pausenräume. Und dass Wissensvermittlung am Ende auch Spaß machen kann, belegt der Standortbetreiber mit einem erfolgreich aufgelegten Science Slam. Bereits zum dritten Mal werden 2018 rund 700 Zuschauer verfolgen, wie Nachwuchswissenschaftler auf unterhaltsame Weise ein wissenschaftliches Thema erklären. (op)

 

Kontakt

InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG

Chemiepark Gendorf, Industrieparkstraße 1
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