Chemie & Life Sciences

Drehscheibe für grünen Wasserstoff

Kolumne: Nachgefragt

18.08.2021 - Interview mit Thomas Berends zum Thema: TotalEnergies hat gemeinsam mit Sunfire und Fraunhofer das e-CO2Met-Projekt im Hydrogen Lab Leuna gestartet

Die TotalEnergies Raffinerie in Leuna will künftig neben Kraftstoffen zunehmend klimaschonende Grundstoffe für die chemische Industrie produzieren. Wie muss sich der Standort dafür ändern? Steffen Höhne sprach mit dem neuen Raffinerie-Chef Thomas Behrends.

CHEManager: Welchen Einfluss wird die Produktion von nachhaltig erzeugtem Methanol auf den Raffineriestandort perspektivisch haben?

Thomas Behrends: Grundvoraussetzung für die Umsetzung solcher Projekte ist die Verfügbarkeit großer Mengen von Strom aus erneuerbaren Energien. Gemessen am aktuellen Level wird sich der Bedarf am Chemiestandort Leuna um ein Vielfaches erhöhen.

Dazu benötigt der Standort einen Anschluss an das Hochspannungsnetz des Stromnetzbetreibers 50 Hertz. Wenn uns das gelingt, kann das mitteldeutsche Chemiedreieck zu einer Drehscheibe für grünen Wasserstoff werden.

Wie viel muss in den kommenden Jahren in den Standort investiert werden, um im industriellen Maßstab nachhaltig Methanol zu produzieren?

T. Behrends: Das sind sehr große Investitionen. Wir sprechen hier von mehreren hundert Millionen Euro. Es geht aber nicht nur darum, zunehmend klimaneutrale Produkte herzustellen, sondern auch unsere bisherige Produktion klimafreundlicher zu machen.

Sie wollen auch Ihre eigene Energieversorgung umbauen. Ein Kraftwerk auf Schwerölbasis soll durch ein Gaskraftwerk ersetzt werden, richtig?

T. Behrends: Das ist ein ganz wichtiger Baustein. Aktuell wird bereits ein großer Kessel auf Erdgas umgerüstet. Im weiteren Verlauf wollen wir komplett weg vom Verbrennen des Schweröls.

In welchem Umfang soll die Raffinerie noch stärker in den Chemiestandort Leuna eingebunden werden?

T. Behrends: Wir beziehen schon heute wichtige Rohstoffe vom Standort und liefern wichtige Ausgangsstoffe für die Chemie. So haben wir zuletzt zusammen mit dem Partner Domo eine Anlage zur Herstellung und Extraktion von Benzol errichtet. Das Zwischenprodukt aus der Benzinproduktion wird über eine Rohrleitung zu einer Domo-Anlage transportiert und dient dort zur Erzeugung chemischer Produkte.

Sind mehr solcher Projekte in nächster Zeit geplant?

T. Behrends: Das ist zumindest unser Ziel. Der Chemiestandort Leuna wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, es gibt permanent Neuansiedlungen. Da werden wir schauen, was benötigen diese Unternehmen, was könnten wir zuliefern.

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