Logistik & Supply Chain

Europäisches Netzwerk für aktiv temperaturgeführte GDP-Transporte gegründet

Skandi Network startet mit Mitgliedern in 22 europäischen Ländern

15.12.2021 - Unter dem Namen Skandi Network haben sich sieben auf die Healthcare Logistik spezialisierte Transportdienstleister in einer europäischen Allianz zusammengeschlossen. Damit knüpfen sie das erste internationale Netz, das sich ausschließlich auf Sendungen für die Healthcare-Branche konzentriert und diese temperaturgeführt nach den EU-GDP-Vorgaben für Arzneimittel transportiert.

Immer mehr Unternehmen der Healthcare-Industrie würden sich internationale Distributionslösungen wünschen, mit denen sie zuverlässig die GDP (Regeln der EU-Good Distribution Practice für Pharmatransporte) erfüllen können, so der Geschäftsführer der neu gegründeten Allianz, Rudy Smets. Smets erläutert: „Skandi Network kombiniert die Kapazität und das Know-how führender europäischer Spezialisten auf dem Gebiet aktiv temperaturgeführter Transporte und der Verteilung von Life-Science-Produkten. Und all das bringen wir in ein europäisches Netz ein, so dass alle Beteiligten profitieren: Versender, Empfänger, Patienten, Transportfirmen und die Umwelt.”
Für Morten Studsgaard, CEO des nordeuropäischen Skandi-Mitglieds BHS Logistics, liegt der Hauptvorteil für Versender darin, dass sie Experten für temperaturgeführte Transporte nach GDP-Standards einfach, sicher und kostengünstig für ihre internationalen Sendungen beauftragen können. Bei den Mitgliedern des Netzwerks werde die Kombination nationaler und internationaler Sendungen in einem Netz zu höherer Auslastung führe. Sie sei ein ideales Tool, um Qualität zu erhöhen sowie Kosten und Emissionen zu senken.

Informationsplattform des Netzwerks ist wichtiges Tool
Laut Paul Wilkinson, Präsident des britischen Skandi-Mitglieds Movianto UK, ist das Collaborative Information Platform System (CIPS) einer der wichtigsten Vorzüge des Netzwerks. Hierbei handle es sich um ein IT-Tool, das für das Netzwerk entwickelt wurde. Das CIPS greift dabei alle Daten internationaler Sendungen aus den IT-Systemen der Netzwerk-Mitglieder ab und macht sie über eine gemeinsame Bedienoberfläche zugänglich. Die Informationen sollen sowohl auf Sendungs- wie auf Packstückebene abrufbar sein. Die Information darüber, wo eine Sendung ist, wo sie hingeht und in welchen Temperaturbereich sie gehört, ist überdies eine wesentliche Voraussetzung, um die angestrebte Sendungskonsolidierung umzusetzen.
Die Informationen sollen in jedem der zehn strategischen, regionalen Konsolidierungsknoten des Skandi Networks multinationale Sendungsbündelung ermöglichen. „Und wichtig ist nicht zuletzt,” so Wilkinson, „dass durch dieses Tool Kunden und Empfänger in Echtzeit auf die Informationen zugreifen können und volle Transparenz erhalten.”

Konzentration auf Healthcare-Produkte
Schließlich unterscheidet sich Skandi Network von bestehenden Transportnetzen dadurch, dass es sich ausschließlich auf Sendungen mit Healthcare-Produkten konzentriert. Dazu gehören etwa Arzneimittel, Diagnostika, Medizinprodukte oder Impfstoffe. Sie werden sowohl an Krankenhäuser, Apotheken, Pharmagroßhändler, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Labore, aber auch an Heimpatienten oder Pharmavertreter geliefert. Die meisten dieser Produkte sind temperaturempfindlich und benötigen eine kontrollierte Temperaturführung in den Bereichen 2 bis 8°, 15 bis 25° oder sogar minus 25°C.

Mitglieder von Polen bis Portugal, von Großbritannien bis in die Türkei
Im Skandi Network haben sich folgende sieben Unternehmen zusammengeschlossen (in Klammern die Länder, die von ihnen bedient werden): Arra Group (Polen), BHS Logistics (Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen), BL Turkey Biopharma Logistics (Türkei), Eurotranspharma (Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Spanien, Tschechien und Slowakei sowie über Partner auch Deutschland, Österreich und Slowenien), Movianto UK (Großbritannien), PHSE (Italien), Rangel Logistics Solutions (Portugal).
Damit lassen sich von Beginn an 22 Länder abdecken. Ziel ist es, bis spätestens Ende 2025 mit Mitgliedern den Service in 36 Ländern anbieten zu können.
Für einen weltweiten Sendungsaustausch unterstützen sich Life Logistics Network und Skandi Network gegenseitig als “Supporting Partner”. Life Logistics Network ist ein weltweiter Zusammenschluss von Speditionen mit Pharma-Schwerpunkt, die durch die Partnerschaft Zugang zum Skandi Network erhalten.

Nachhaltigkeit - einer der Hauptgründe für den Aufbau des Netzwerks
„Eines der strategischen Themen von Skandi Network und einer der Hauptgründe für seine Gründung ist Nachhaltigkeit”, fügt Nuno Rangel hinzu. Er ist CEO der portugiesischen Rangel Logistics Solutions. „Als einzelnes Unternehmen ist es für einen Logistikdienstleister nahezu unmöglich, wirklich ein vertrauensvoller und verantwortlicher Teil der Lösung für eine nachhaltige Weiterentwicklung der europäischen Life Science-Industrie zu werden. Gemeinsam ist es möglich!”
So können die Network-Mitglieder laut Rangel zwei große Nachhaltigkeitsziele erreichen und zwei konkrete nachhaltige Vorteile anbieten. „Unser erstes Ziel ist zu untersuchen, was realistische Lösungen für nachhaltige Kraftstoffe, Fahrzeuge und Kühltechnik sein können.” Das zweite Ziel sei „einen Nachhaltigkeitsfahrplan zu entwerfen, der die erfolgreichsten Schritte von Mitgliedern zusammenführt, um im Skandi Netz bis 2030 die CO2-Emissionen entsprechend dem Pariser Klimaschutzabkommen zu senken und spätestens bis 2050 das Ziel von Null CO2-Emissionen zu erreichen.”
Neben Best-Practice-Modellen, neben der Anwendung von CIPS bietet die Zusammenarbeit im Skandi Network zwei nachhaltige Vorteile. Erstens soll die Kombination nationaler und (neuer) internationaler Sendungen zu höherer Transportbündelung auf der Langstrecke und zu einem höherer Drop-Faktor führen (Menge die bei einem Empfänger zugestellt wird). Zweitens erübrigt sich hier durch die aktive Temperaturführung im Netzwerk die Produktion, Transport und gegebenenfalls Rückführung von Passiv-Verpackungen, die sonst zu höheren Transportgewichten, zusätzlichen Rücktransporten sowie höheren Entsorgungskosten führen.

 

 

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