30.11.2020 • NewsEvonikInvestitionenWasseraufbereitung

Evonik beteiligt sich an Finanzierung für dänisches Wasserstoffperoxid-Unternehmen HPNow

Evonik hat über seine Venture Capital Einheit eine erneute Investition in HPNow mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark, getätigt.

Bereits im Jahr 2017 beteiligte sich Evonik in der ersten Finanzierungsrunde an dem Start-Up. Co-Investor ist der Londoner Risikokapital-Spezialist AP Ventures. „HPNow hat in den letzten drei Jahren sehr erfolgreich die Entwicklung und Kommerzialisierung seiner Technologie vorangetrieben“, sagt Bernhard Mohr, Leiter Evonik Venture Capital. „Evonik verfügt über großes Know-how und umfassende Erfahrung im Geschäft mit Wasserstoffperoxid. Deshalb passen HPNow und wir ideal zusammen.“

HPNow hat mit HPGen einen modularen Generator entwickelt, der Wasserstoffperoxid (H2O2) direkt vor Ort auf der Grundlage einer patentierten elektrochemischen Technologie herstellt. Das eingesetzte H2O2 zerfällt nach seiner Anwendung zu Wasser und Sauerstoff. Diese Technik ermöglicht es, das umweltfreundliche H2O2 auch an Orten einzusetzen, zu denen der Transport bisher unwirtschaftlich oder sogar unmöglich ist. Alles, was das System vor Ort benötigt, sind Strom, Wasser und Luft.

Bislang zielte HPNow hauptsächlich auf den Markt für die Wasseraufbereitung für landwirtschaftliche Tröpfchenbewässerung. Tröpfchenbewässerung setzt Wasser in der Berieselung von Pflanzen sehr effizient ein und wird als Lösung bei dem Problem zunehmend unzureichender Wasserversorgung eingesetzt. Die Methode ist jedoch anfällig für Biofouling und Verstopfung. HPNow verhilft Kunden zu höheren Ernteerträgen bei gleichzeitig geringerem Wartungsbedarf des Bewässerungssystems. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in der Landwirtschaft erschließt sich HPNow nun zusätzlich die Märkte für die Aufbereitung von Industrieabwässern mit hohem Sauerstoffbedarf, für fortschrittliche Oxidation in der kommunalen Wasseraufbereitung und den Einsatz in Kühlanlagen.

Erst vor kurzem schloss HPNow zudem eine Partnerschaft mit BSH Electrodomesticos, die Spülmaschinen der Marken Bosch und Siemens produzieren. Die Technologie des jungen dänischen Unternehmens soll es ermöglichen, die Reinigungszeiten auf die Hälfte zu reduzieren und damit den Einsatz der Geräte komfortabler und nachhaltiger zu machen. „Diese patentierte Technologie bietet die Möglichkeit einer bedarfsgerechten und kosteneffizienten Versorgung mit Wasserstoffperoxid direkt beim Kunden“, sagt Michael Träxler, Leiter des Geschäftsgebiets Active Oxygens bei Evonik. „Diese Beteiligung unterstützt unsere Strategie, unseren Kunden maßgeschneiderte Systemlösungen anzubieten.“

Im HPGen wird eine patentierte elektrochemische Zelle verwendet, um Wasser und Sauerstoff in H2O2umzuwandeln. „Tröpfchenbewässerung setzt genau die richtige Menge an Wasser für die Pflanze frei. Das schont die wertvolle Ressource Wasser,“ so Michael Träxler. „Zudem macht die Technologie die Nutzung von H2O2 in Bereichen möglich, in denen bislang weniger umweltfreundliche Techniken zum Einsatz kommen.“

„Wir profitieren bei unseren Entwicklungen von den Erfahrungen, die Evonik als globaler Produzent von Wasserstoffperoxid hat“, sagt Ziv Gottesfeld, Chief Executive Officer von HPNow. Evonik ist einer der weltweit größten Produzenten von H2O2. Erst im März hatte es den US-amerikanischen Hersteller PeroxyChem für 640 Mio. EUR übernommen. Über die Höhe der Beteiligung an HPNow haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Jüngster Erfolg des dänischen Unternehmens ist eine Förderung in Höhe von knapp 1,8 Mio. EUR durch das Accelerator-Pilotprojekt des Europäischen Innovationsrats (EIC). HPNow ist eines von nur 36 Unternehmen, die im Rahmen eines Programms zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie gefördert werden. Insgesamt gab es rund 1.400 Bewerbungen. Den EIC überzeugte der Ansatz von HPNow, Wasserstoffperoxid als hochwirksames Oxidationsmittel auch an Orten produzieren zu können, die ansonsten von einer schnellen Belieferung mit H2O2 abgeschnitten wären. HPNow wird die Mittel auch zur weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit mit sauberem Wasser in der EU verwenden.

Der Evonik-Campus in Essen, Hauptsitz des Spezialchemiekonzerns. © Evonik
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