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Im IP Kalle-Albert sorgt ein Gesundheitsmanager für nachhaltige Verbesserungen

InfraServ Wiesbaden führt die Position eines Betrieblichen Gesundheitsmanagers ein

18.03.2021 - Mit dem grassierenden Virus erwies er sich als umso wichtiger, konnte bei der Pandemieeindämmung doch sogleich auf zusätzliche Expertise zurückgegriffen werden.

Die Pandemiesituation bindet seit Monaten einen Großteil der Arbeitszeit von Jörg Rosenthal und dem Team der Werksärztlichen Abteilung. Seine Position als BGM wurde allerdings mit dem übergeordneten Ziel geschaffen, dem Thema gesundes Arbeiten in der Unternehmensgruppe ganz grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit zu geben und die bestehenden Angebote der Gesundheitsförderung nachhaltig zu verbessern.

Die Werksärztliche Abteilung bietet den Werktätigen schon seit vielen Jahren diverse Gesundheitsaktionen wie Grippeschutzimpfung, Augeninnendruckmessung oder Raucherentwöhnung. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit einem modernen Gesundheitsstudio, das direkt im Gebäude der Werksärzte untergebracht ist. Das Studio hat neben Sport- und Bewegungsangeboten weitere, mit den Ärzten abgestimmte Gesundheitsaktionen im Programm und beschäftigt zudem Physiotherapeuten und Osteopathen.

Doch all diese Angebote dienen eher der allgemeinen Gesundheitsförderung. Mit der Etablierung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements geht es der ISW-Gruppe nun darum, die Förderprogramme so auszuwählen, dass sie einzeln oder in Summe auf definierte Gesundheitsziele einzahlen und vor allem, dass sie in ihrer Wirkung messbar werden. Das vielfältige Angebot steht nicht zur Disposition. Sie sollen jedoch zukünftig passgenauer auf die Bedarfe der Mitarbeitenden und deren speziellen Anforderungen zugeschnitten werden.

Diese strategische Steuerungsfunktion zeigt sich auch immer wieder in der Pandemiesituation, durch die allerlei neue Themen in den Vordergrund rückten: Wie sollen Arbeitnehmer in den Betriebsalltag integriert werden, wenn sie aus dem mobilen Arbeiten zurückkehren? Was sind gute Rahmenbedingungen für die nun verstärkt digital geführte Kommunikation? Rosenthal ergänzt: „Enorm an Bedeutung gewonnen hat der wachsame Umgang mit sich selbst, der Blick auf die eigene Gesundheit und die der Kollegen.“

Medizinisch gesehen ist es immer sinnvoll, sich richtig auszukurieren, statt angeschlagen zur Arbeit zu erscheinen und womöglich andere Personen anzustecken. Die indus­trielle Arbeitswelt sei aber nach wie vor von Präsenz am Arbeitsplatz geprägt – man spricht vom „Präsentismus“. Rosenthal weiter: „Eine solche Haltung kann gerade in Pandemiezeiten fatale Folgen haben, was sich im Frühjahr 2020 ja auch in einigen Betrieben anderer Industriesparten zeigte, die zum Virus-Hotspot wurden.“ Entsprechend lag im IP Kalle-­Albert ein Schwerpunkt auf der Botschaft, dass es wesentlich größere Risiken birgt, ohne Ursachenklärung und ärztliche Beratung mit irgendwelchen Krankheitssymptomen den Industriepark zu betreten und zur Arbeit zu erscheinen.

Im Krisenstab Pandemie, dem auch die Betriebsleiter des Standortbetreibers mit eigenem Kraftwerk und eigener Kläranlage angehören, wird bei diesen und anderen Fragestellungen immer berücksichtigt, wie die essenziell wichtige Leistungserbringung am Arbeitsplatz aufrechterhalten werden kann. Gleichzeitig aber soll falsch verstandenes Pflichtbewusstsein ausgeschlossen werden, ohne dabei Leistungsschwächere zu ermuntern, ohne triftigen Grund der Arbeit fern zu bleiben. So werden diese Themen im Lenkungsstab gemeinsam „gemanagt“ und es wurden bspw. für die „kritischen Betriebe“, ohne deren „Präsenz“ der Industrieparkbetrieb hätte eingestellt werden müssen, spezifische Lösungen etabliert.

 

Die Pandemie wurde zum ersten erfolgreich absolvierten Bewährungsfeld des BGM. Parallel laufen die Vorbereitungen, um sich dem Thema hoffentlich zeitnah auch pandemiefrei widmen zu können. Rosenthal über einen grundsätzlichen Arbeitsschwerpunkt: „Für das Wohlbefinden von Menschen ist es essenziell, Wissen und Können zeigen zu dürfen. Motivation ist ein Schlüssel, um eigene Kompetenzen auszuleben. Als Gesundheitsmanager habe ich die Aufgabe, zu analysieren, wie wir im Unternehmen mit verschiedenen gesundheitsrelevanten Fragestellungen umgehen wollen, und darüber hinaus natürlich auch, Impulse für Verbesserungen zu geben.“

Um sich der Aufgabe zu stellen, wurde ein interdisziplinärer „Steuerkreis Gesundheit“ ins Leben gerufen, dem auch Betriebsräte sowie die Abteilungen Arbeitssicherheit, Personalmanagement und Kommunikation angehören. Einigkeit herrscht darüber, dass ein BGM-Prozess zu einem großen Teil aus fundierten Analysen bestehen muss. Dazu dienen Kennzahlen wie Altersstruktur, Fluktuation, Fehltage oder auch die Betrachtung besonders positiver Leistungsspitzen der Mitarbeitenden. Für spezielle Themenfelder sind Mitarbeiterbefragungen angedacht, um gezielt Stimmungsbilder der Belegschaft einzuholen.

Letztlich tangiert das Betriebliche Gesundheitsmanagement damit unweigerlich Fragen der Unternehmenskultur: Welche Wertvorstellungen herrschen im Unternehmen vor? Welche werden gut gelebt, wo gibt es möglicherweise Abweichungen vom Zielbild? Das ist ein weiterer Grund, warum das BGM im Geschäftsleitungsteam als wichtige Ressource für die Mitarbeitergesundheit, deren Leistungsfähigkeit wie auch ihre nachhaltige Bindung ans Unternehmen verstanden wird. Letztlich soll sich die Investition ins BGM für alle Beteiligten lohnen. Überdies zahlt das Engagement auf die Arbeitgebermarke ein. Denn auch in Wiesbaden ist längst klar, dass es heute mehr braucht als ein sicheres Gehalt und 30 Tage Urlaub. Vor allem die jüngeren Generationen entscheiden sich gerne für Unternehmen, die in ihrer Unternehmenskultur auf Mitbestimmung und Vertrauen setzen. Praktiziertes Gesundheitsmanagement oder Vereinbarkeit beruflicher und privater Interessen tragen zur Bindung bei, denn Arbeitszeit ist ein Teil der Lebenszeit.

Autor

 

„Arbeitszeit ist Teil der Lebenszeit“

„Für den Erfolg eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements sind Führungskräfte im Unternehmen sehr wichtig. Wir bieten ihnen Unterstützung an, um in ihrem Arbeitsumfeld gesunde Rahmenbedingungen zu schaffen. Zugleich zielen wir darauf ab, jedem Mitarbeitenden zu vermitteln, dass die eigene Gesundheit eine wichtige Ressource ist und es sich in mehrfacher Hinsicht lohnt, in sie zu investieren.

Die Erfahrung zeigt, dass vor allem die Menschen, die ihrer Gesundheit ohnehin einen größeren Stellenwert einräumen, offen sind für Maßnahmen der Gesundheitsförderung bzw. Prävention. Umso wichtiger ist eine Kommunikation, die auch alle anderen erreicht. Wir wollen verdeutlichen, dass Arbeitszeit ein Teil der Lebenszeit ist und dass beides unweigerlich zusammengehört.“

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