Chemie & Life Sciences

Mittendrin im Wandel der Gesundheitsbranche

Das Tiroler Unternehmen Single Use Support bereitet sich auf weiteres Wachstum vor

24.01.2024 - Single Use Support bietet Pharmaherstellern End-to-End-Prozesslösungen, die einen optimalen Transfer flüssiger Arzneimittel in sterilen Primärpackmittel sicherstellt.

Nach der Coronapandemie befindet sich die Medizin im Umbruch. Der Biotech- und Biopharmasektor wächst. Chemotherapien werden in großem Umfang durch neuartige Antikörpertherapien ersetzt. Gentherapien ermöglichen die Heilung von Krankheiten, die bis heute noch als unheilbar gelten. Und neuartige Impfstoffe helfen uns, virale und bakterielle Infektionen in den Griff zu bekommen. Immer mehr und neuere biologische Medikamente werden entwickelt und biotechnologisch produziert. Das 2016 gegründete Tiroler Unternehmen Single Use Support mischt dabei aktiv mit. Christian Praxmarer ist seit fünf Jahren fester Bestandteil und seit Mitte November 2023 einer der beiden CEOs von Single Use Support. Zusammen mit Mitgründer Johannes Kirchmair bildet er die Führungsspitze und erläutert das Erfolgsrezept. Die Fragen stellte Michael Reubold.

CHEManager: Herr Paxmarer, auch wenn Ihr Unternehmen den Namen trägt, beschäftigt es sich mit mehr als nur Single-Use-Technologien. Was umfasst Ihr Portfolio und wo werden Ihre Technologien eingesetzt?

Christian Praxmarer: Single Use Support hat sich zu einem führenden Anbieter von Prozesslösungen in der Biopharma-Industrie entwickelt. Dies umfasst die Herstellung und Entwicklung von sterilen Verbrauchsmaterialien sowie Single-Use-Technologien, die eine automatisierte Abfüllung biomedizinischer Flüssigkeiten ermöglichen, eine kontrollierte Einfrierung gewährleisten und während der Lagerung und des internationalen Transports effektiv schützen. Auf diese Weise bieten wir Pharmaherstellern End-to-End-Prozesslösungen, die einen optimalen Transfer flüssiger Arzneimittel in sterilen Primärpackmittel – sogenannten Single-Use-Bags – sicherstellt.

Dennoch sind nicht immer alle Gegebenheiten und Anforderungen unserer Kunden gleich. Daher betrachten wir stets individuell den gesamten Herstellungsprozess und finden Lösungen für die spezifischen Probleme und Bedürfnisse unserer Kunden. Ob durch vorhandene Produkte oder die Entwicklung neuer Lösungen, wir setzen uns dafür ein, die bestmögliche Antwort auf die Herausforderungen unserer Kunden zu bieten.

 

„Die Flexibilität durch Single-Use-Technologien ermöglicht es den Herstellern, ihre Prozesse agil und flexibel zu gestalten.“

 

Was sind derzeit die Wachstums­treiber für Ihr Geschäft, welche Herausforderungen und Probleme lösen Sie für die Kunden?

C. Praxmarer: Einerseits nehmen wir erhebliche Investitionen seitens der Hersteller in innovative personalisierte Therapieansätze wahr. Zum Beispiel werden Antibody-Drug Conjugates, oder kurz ADCs, eine immer bedeutendere Rolle in der Bekäm­pfung von Krebs spielen. Andererseits beobachten wir einen allgemeinen Wandel in der Industrie, die sich zunehmend von der Herstellung von Flüssigmedizin in fest integrierten Stahlbehältern und -bioreaktoren zu flexiblen Einwegsystemen orientiert. Die Flexibilität durch Single-­Use-Technologien ermöglicht es den Herstellern, ihre Prozesse agil und flexibel zu gestalten. Dies ermöglicht eine schnelle Reaktion auf eine erhöhte Produktion oder die Einbindung weiterer Produkte in den Herstellungsprozess.

Die Annahme, dass Single-­Use-Technologien umweltschädlicher sind, erweist sich – zumindest in der Biopharma-Herstellung – als Trugschluss: Der Einsatz von Single-­Use-Systemen eliminiert aufwändige Reinigungsverfahren mit großen Mengen Wasser und Chemikalien und reduziert das Kontaminationsrisiko. Ganzheitlich betrachtet ist die Verwendung von Single-Use-Systemen daher nachhaltiger und günstiger.

Weitere Herausforderungen unserer Kunden werden durch den Einsatz unserer Plattformen bewältigt. Zum einen automatisieren wir bisher manuelle Prozessschritte, um Reproduzierbarkeit und Einhaltung verschiedener regulatorischer Empfehlungen, wie beispielsweise Annex 1 der GMP, sicherzustellen. Zum anderen tragen unsere Anlagen zur schrittweisen Dekarbonisierung gemäß ESG-Richtlinien bei, um die Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Trotz regulatorischer Herausforderungen möchten wir unseren Kunden den Weg zu einem innovativen und kosteneffizienten Herstellungsprozess ebnen. Pharma 4.0 ist dabei nur der nächste Schritt.

 

„Zell- und Gentherapien, mRNA-basierte Vakzine, ADCs und vieles mehr stellen Wachstumsmärkte dar, die vermehrt auf Single-Use-Technologien setzen werden.“

 

Seit Anfang 2024 haben Sie auch einen Standort in Boston, USA, einem der globalen Biotechzentren. Welche Erwartungen verbinden Sie mit der Vor-Ort-Präsenz in den USA?

C. Praxmarer: Der US-Markt war von Beginn an von großer Bedeutung für uns. Als größter Markt in der Biopharma-Herstellung und zugleich am schnellsten wachsender Markt spielt er eine entscheidende Rolle. Die treibende Kraft hinter diesem Wachstum sind die innovativen Zell- und Gentherapien, die den Patienten personalisierte Medizin und somit vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten bieten.

Als weltweit agierendes Unternehmen streben wir mit der Eröffnung unseres neuen Standorts in der Nähe von Boston eine stärkere Präsenz in den USA an. Boston, als wichtiger Dreh- und Angelpunkt mit zahlreichen Pharmaunternehmen, verleiht uns eine größere Sichtbarkeit auf dem amerikanischen Markt. Der Standort bietet die Möglichkeit für Kundenbesuche und die Präsentation unserer Produkte in unserem neu eingerichteten Showroom. Darüber hinaus bietet der neue Standort Platz für Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Service und Automatisierung. Unsere Kunden können somit von einem schnelleren Service in derselben Zeitzone sowie kürzeren Wegen profitieren.

Und wie sehen Ihre weiteren Pläne für Single Use Support aus? Von welchen globalen Markttrends wollen Sie profitieren?

C. Praxmarer: Der Trend zur Entwicklung neuartiger Therapien zur Behandlung bisher unheilbarer Krankheiten wird sich fortsetzen. Zell- und Gentherapien, mRNA-basierte Vakzine, ADCs und vieles mehr stellen Wachstumsmärkte dar, die vermehrt auf Single-Use-Technologien setzen werden. Unsere Motivation ist es, fortschrittliches sowie effektives Equipment bereitzustellen, um die Heilung von Krankheiten und die Sicherheit der Patienten weiter voranzutreiben.

Dabei erwarten Kunden umfassende Lösungen, die sich flexibel an die Herstellungsprozesse anpassen können. Steriler Flüssigkeitstransfer und Kühlkettenlogistik, angefangen von wenigen Millilitern bis hin zu hunderten von Litern, spielen gleichermaßen eine entscheidende Rolle, um das Produkt sicher bis zur Verabreichung an den Patienten zu bringen. Dank unseres Know-hows können wir rasche und maßgeschneiderte Lösungen für die vielfältigen Anforderungen unserer Kunden bieten. Wir wollen dabei unseren Weg als kundenorientierter und innovativer Prozesslösungsanbieter fortsetzen.

 

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