Chemie & Life Sciences

Process on Demand

Triangular-POD: Plattform zur Vermittlung von Kapazitäten und Dienstleistungen soll Prozessindustrie revolutionieren

16.09.2020 - Die chemische Industrie hat in den letzten zehn Jahren einen bedeutenden Wandel durchgemacht.

In den meisten Industriezweigen ist der kommerzielle Lebenszyklus der Endprodukte kürzer geworden. Stabile und zuverlässige Lieferketten und eine hochwertige Verarbeitung sind entscheidende Kriterien für nachhaltigen Erfolg. Um dies alles möglich und einfacher zu machen, hat Triangular-PST als Vermittler von Kapazitäten und Dienstleistungen in der stoffverarbeitenden Industrie die Online Plattform Triangular-POD – Process on Demand geschaffen. Das Unternehmen wurde 2018 in Augsburg gegründet und bezog im Juni 2020 neue Büros im nahegelegenen Friedberg. Das Geschäftsführungsduo Pablo und Sylwia Marroquin beantwortet die Fragen zur Idee hinter Triangular und zur Wachstumsstrategie.

CHEManager: Was waren denn Ausgangslage und Motivation für die Gründung von Triangular?

Pablo Marroquin:
Die Gründungsentscheidung basierte auf meiner Überzeugung, dass es möglich ist, mit Hilfe der B2B-Plattform Triangular-POD neue Materialien auf nachhaltige Weise zu entwickeln und zu verarbeiten. Heutzutage sind Wissenscluster mit vielen verschiedenen Kompetenzen notwendig, um die geplanten Innovationsziele zu erreichen. In dieser neuen Situation können die etablierten Netzwerke auf der Basis persönlicher, vertrauensvoller Geschäftsbeziehungen an ihre Grenzen stoßen. Neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Experten und Unternehmen sind erforderlich.

Welches Problem löst denn die Triangular-POD Plattform genau?

Sylwia Marroquin: Wir ermöglichen den Zugang zu Technologie und Fachwissen über das etablierte Netzwerk hinaus, um die Entwicklung und Verarbeitung neuer Materialien zu beschleunigen und die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

P. Marroquin: Triangular-POD als weltweite Networking-Plattform bringt drei Parteien mit gegenseitigem Interesse aneinander zusammen: Materialhersteller, Produktionsanlagenbetreiber und Berater. Alle drei Zielgruppen profitieren von dieser Vernetzung, indem sie Antworten auf folgende Fragen finden: Wer könnte meine Produktionsanlagen auslasten? Wer könnte meine Materialien umgehend in der gewünschten Spezifikation verarbeiten und wie finde ich die passende Expertise zur Durchführung meines Auftrags? Wem kann ich mein Experten Know-how anbieten?
Durch unser Konzept werden finanzielle Ressourcen geschont und die Auslastung der vorhandenen, kapitalbindenden Anlagen optimiert. Damit unterstützen wir maßgeblich unsere Kunden und Partner beim Erreichen ihrer Unternehmensziele.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie bisher konfrontiert?

S. Marroquin:
Die größte Herausforderung der „Sharing Economy“ in der chemischen Industrie besteht definitiv darin, Vertrauen zwischen den potenziellen Geschäftspartnern aufzubauen. Viele Unternehmen haben Angst davor, bei der Zusammenarbeit mit anderen Firmen kritisches technisches Know-how oder Marktwissen weiterzugeben. Wir schaffen ein vertrauensvolles Umfeld, das allen Parteien eine vernünftige Kooperation ermöglicht. Wenn Geschäftsvertrauen erzeugt wird, werden unglaubliche Fortschritte und ein enormer Mehrwert erzielt.

Wie stellt sich die derzeitige Situation für Ihr Unternehmen dar?

P. Marroquin
: Wie jedes Start-up sind wir bemüht, die Funktionalitäten unseres Produkts zu analysieren und bei Bedarf anzupassen. Dabei gilt es, die Plattform so einfach und anwenderfreundlich wie möglich zu halten und das aktuelle Kundenfeedback abzubilden. So konnten wir Ende Juli - basierend auf der Marktresonanz - signifikante Verbesserungen umsetzen und neue Funktionen wie die Automatisierung der Zahlungsvorgänge und Rechnungsstellung freischalten. Aber auch ein neues Registrierungsprofil, den sogenannten Master Account, haben wir eingeführt. Dadurch kamen wir vielen großen Kunden entgegen, die nicht nur das zu verarbeitende Material besitzen, sondern auch über Maschinen und Industrieexperten verfügen.

Erst vor zwei Jahren gegründet sieht sich Triangular mit der weltweiten Coronakrise konfrontiert.  Wie reagieren Sie?

S. Marroquin:
Wir sehen diese Situation als Chance auf Veränderung und zusätzliche Motivation, ungewohnte aber durchaus umsetzbare Wege in der Chemiebranche einzuschlagen.

ZUR PERSON
Pablo Marroquin
ist Gründer und Geschäftsführer von Triangular. Er studierte Maschinenbau an der Fachhochschule Augsburg mit Schwerpunkt Konstruktion und war danach jahrelang in vielen internationalen Projekten und im Vertrieb namhafter Unternehmen tätig. Die vielfältigen Erfahrungen aus dieser Zeit und permanenter Kundenaustausch waren der Grundstein für die Triangular-POD Plattform.

Sylwia Marroquin ist Geschäftsführerin und COO von Triangular. Nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Augsburg arbeitete sie 15 Jahre bei Rational in Landsberg am Lech, wo sie internationale Erfahrungen im Vertrieb, in der Leitung der CRM-Projekte und schließlich im Customer Experience Management sammeln konnte. Bei Triangular ist sie für die Weiterentwicklung der Plattform und Optimierung der Prozesse rund um Kundenbetreuung zuständig.

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BUSINESS IDEA

Innovatives Kooperationsmodell
Das Start-up Triangular hat mit der B2B-Plattform Triangular-POD – Process on Demand ein innovatives Networking-Konzept und Kooperationsmodell in der Prozessindustrie entwickelt. Triangular verschafft Unternehmen den Zugang zu Anlagen, Werkzeugen und Expertise, die sie benötigen, um neue Produkte zu entwickeln und zu verarbeiten.

Mission
Unternehmen mit verfügbaren Produktionskapazitäten und Experten-Know-how mit Kunden zu verknüpfen, die diese Ressourcen für die Materialverarbeitung benötigen. Denn die Maschinenbesitzer nutzen oft nur einen Teil ihrer Produktionskapazität aus. Triangular-POD hilft ihnen, diese Überkapazitäten zu verkaufen, um so die mangelnde Auslastung der Anlagen und Mitarbeiter zu kompensieren. Durch die Triangular-POD-Plattform werden diese freien Kapazitäten an Materialbesitzer vermittelt.  

Die Materialbesitzer wiederum stehen vor vielen Herausforderungen, nicht zuletzt auch wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf die Lieferketten. Viele Verarbeitungspartner sind weggebrochen, dennoch muss das Material termingerecht und idealerweise auch kosteneffizient verarbeitet werden. Über Triangular-POD können häufig alternative Produktionskapazitäten in der Nähe gefunden werden, um hochwertige, wettbewerbsfähige Produkte herstellen zu können. Weitere Vorteile sind das Durchspielen und Vergleichen verschiedener Szenarien, um den Ressourceneinsatz in der Produktion unter neuen Rahmenbedingungen zu optimieren. Die Plattform bietet nicht nur Zugang zu freien Anlagen, sondern auch zu einem Expertennetzwerk, um die beste Lösung zur Materialverarbeitung zu finden. Unabhängige Experten unterstützen den Auswahlprozess und räumen Unsicherheiten bezüglich der Wahl der richtigen Anlage aus.

Vorteile

  • Transparente Darstellung der Kapazitäten und Technologien
  • Kennenlernen potenzieller vertrauenswürdiger Partner in einem breiteren internationalen Umfeld, einschließlich der ersten neutralen Vorqualifikation durch das Triangular-Team
  • Sichere Kooperationsplattform basierend auf der Vorprüfung durch einen Freigabeprozess

Triangular-PST GmbH & Co. KG, Friedberg
www.triangular-pod.com

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ELEVATOR PITCH

Meilensteine, Erfolge & Ziele
Die Process-on-Demand-Online-Plattform Triangular-POD wurde als Vermittler von Kapazitäten und Dienstleistungen in der materialverarbeitenden Industrie geschaffen. Durch die Einbeziehung der Branchenexperten werden die besten Praktiken für die betreffenden Prozesse angewandt, wobei ein Schwerpunkt auf umweltfreundlichen und sicheren Technologien liegt.

Hintergrund
Da sich die Situation in der materialverarbeitenden Industrie hin zu digitalen und maßgeschneiderten Produkten entwickelt, suchen Unternehmen nach neuen Wegen für eine effizientere Produktion und Distribution. Gleichzeitig sind viele Anlagen nicht ausgelastet und verursachen einen kontinuierlichen Verbrauch von Ressourcen sowie Infrastruktur- und Instandhaltungskosten, ohne einen wirtschaftlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Auf der anderen Seite stehen Forscher, Innovatoren oder Materialhersteller, die keinen Zugang zu benötigten Produktionskapazitäten haben.

Meilensteine
2018

  • Unternehmensgründung und Konzepterstellung
  • Erster Anforderungskatalog für die künftige Onlineplattform

2019

  • Entwicklung der Plattform
  • Fortlaufendes Schreiben weiterer Anforderungen
  • Erste Gespräche mit potenziellen Kunden

2020

  • Rollout der Plattform Triangular-POD für „trockene“ Chemie
  • Start der Vertriebsaktivitäten in DACH, Mexiko, Polen
  • Erweiterung auf vier Portal-
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch
  • Personalzuwachs und Bezug größerer Büroräume
  • Entwicklung der STRIPE-Anbindung zur Automatisierung der Zahlungsvorgänge
  • Einführung Master-Anwenderprofil für „All-Around“ Kunden


Roadmap
Ausgehend von der materialverarbeitenden Industrie und der chemischen Feststoffindustrie ist die Plattform so konzipiert, dass sie leicht um neue Industriezweige erweitert und an weitere Branchen angepasst werden kann. Dies geschieht zum einen durch die Integration anderer Technologien, Reaktionsprozesse und Produkte wie flüssige Chemikalien. Zum anderen ist die Erweiterung um Branchen wie Lebensmittel, Kosmetik, Spezialmineralien oder Pharma sowie eine internationale Expansion geplant.

Kontakt

Triangular-PST GmbH & Co. KG

Bahnhofstraße 35
86316 Friedberg
Deutschland

+49 821 6088005