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Prominent - "Komplettanbieter" für Dosierpumpen

07.05.2012 -

Prominent - "Komplettanbieter" für Dosierpumpen

Prominent ist ein Lösungspartner für die Wasseraufbereitung sowie Hersteller von Komponenten und Systemen im gesamten Umfeld der Fluid-Dosiertechnik. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Heidelberg erwirtschaftete 2006 mit über 1.770 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 267,4 Mio. Im Kern des Produktionsprogrammes der Prominent Dosiertechnik stehen Niederdruck-Dosierpumpen, die mit der Übernahme von Orlita Dosiertechnik 1999 auf Hochdruck- Prozessdosierpumpen erweitert wurden. CHEManager befragte Dr. Andreas Dulger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Prominent-Gruppe zu den jüngsten Unternehmensentwicklungen in der Dosiertechnik. 

CHEManager: Prominent hat eine wichtige strategische Änderung geplant. Was ist das Besondere?

Dr. Andreas Dulger: Bisher sind wir Marktführer im Segment Membrandosierpumpen. Mit der vollständigen Integration der Orlita-Produkte stärken wir auch unsere Position als Anbieter von Prozess-Dosierpumpen. Mit leistungsstarken Pumpenbaureihen für höchste Drücke und Dosiermengen können wir uns jetzt ruhigen Gewissens „Komplett-Anbieter“ für Dosierpumpen nennen. Damit meinen wir die Standard-Dosierpumpen im Niederdruckbereich und Hochdruck- Prozessdosierpumpen. Prominent war doch bisher schon im Bereich Prozessdosierpumpen vertreten.

CHEManager: Weshalb sehen Sie die vollständige Integration der Orlita-Produkte dennoch als wichtigen Meilenstein zum „Komplett-Anbieter“?

Dr. Andreas Dulger: Das ist richtig, Mit den Baureihen Prominent Extronic, Sigma/2, Meta, Makro/5 und Makro TZ konnten Förderleistungen bis zu 6.000 l/h abgedeckt werden bei Gegendrücken bis zu 100 bar. Mit den Orlita-Pumpen jedoch bewegen wir uns im High End- Bereich der Prozessdosierpumpen. Hier werden wesentlich größere Förderleistungen und bis zu 30 mal höhere Drücke gefordert. Diesen Anforderung werden wir durch unsere Prozessdosierpumpen mit Förderleistungen von bis zu 35.000 l/h und mit Gegendrücken über 3.000 bar gerecht.

CHEManager: Orlita ist schon seit einigen Jahren ein Tochterunternehmen von Prominent. Was bewegt Sie gerade jetzt, Ihre High End- Prozesspumpen verstärkt in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und neue Märkte zu erschließen?

Dr. Andreas Dulger: Neue Märkte, wie die Erdöl- und Erdgasindustrie zu erschließen, erfordert eine intensive Vorbereitung, die nicht von heute auf morgen geschieht. So haben wir beispielsweise in den vergangenen zwei Jahren die umfangreichen Baureihen der Hydraulik-Membranpumpen sowie Kolbendosierpumpen komplett reengineered. Unsere Prozessdosierpumpen sind jetzt vollständig modular aufgebaut.. Ein weiterer Schritt bestand darin, die Produktion entsprechend auf die geplante Neustrukturierung des Unternehmens umzustellen. Die Prozesspumpenfertigung musste auf das Niveau unserer bestehenden Dosierpumpenproduktion gebracht werden. Orlita war auf eine Produktion ausgerichtet, die im Bereich Prozesspumpen auf geringe Stückzahlen mit hoher Flexibilität ausgelegt war.

Mit unserer Zielvorstellung unsere Marktanteile vor allem im Bereich Prozessdosierpumpen deutlich zu erhöhen, mussten wir uns aber auch entsprechend auf eine größere Nachfrage an Produkten vorbereiten. Das heißt wir mussten die gesamte Produktionsplanung und -steuerung auf eine Serienfertigung umstellen. Die Anpassung der Fertigung ist jetzt abgeschlossen, so dass wir heute sowohl kundenspezifische Einzelgeräte ebenso zügig abwickeln können, wie Großprojekte. Mit dem optimierten Firmendurchlauf sind kurze Lieferzeiten durch weitgehend standardisierte Fertigungsabläufe und die optimierte Zusammenstellung einzelner Baugruppen möglich. Mit einer Fertigungstiefe von über 70 % sind wir auch weitgehend von Zulieferbetrieben unabhängig.

CHEManager: Was sind Ihre genauen Ziele und Erwartungen für den Bereich Prozessdosierpumpen?

Dr. Andreas Dulger: Wie bereits erwähnt, möchten wir vor allem in der Erdöl-, Erdgas- sowie chemischen- und petrochemischen Industrie deutlich Marktanteile gewinnen und unsere bisherige Marktposition im Bereich der Prozessdosierpumpen nachhaltig verbessern. Nachdem wir die Basis für eine reibungslose Produktion und kurze Lieferzeiten geschaffen haben, legen wir unsere Energie jetzt verstärkt in den Vertrieb. Bereits heute sind wir weltweit in allen Öl- und Gasregionen mit eigenen Niederlassungen vertreten. Weitere Schritte haben wir zusätzlich eingeleitet, um unser bisheriges Netzwerk an Niederlassungen und Vertretungen deutlich zu erweitern. Um dieses Vertriebsnetz weiter auszubauen, haben wir mit dem saudiarabischen Handelshaus Juffali die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures in den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinbart. Mit dieser Niederlassung kann insbesondere die boomende Öl- und Gasindustrie am persischen Golf noch intensiver betreut werden.

CHEManager: Abgesehen von der Produkterweiterung mit High End-Prozessdosierpumpen: Welche Vorteile sehen Sie im Vergleich zu Ihrem Wettbewerb?

Dr. Andreas Dulger: Gegenüber unserem Wettbewerb sehen wir einen entscheidenden Vorsprung in unserer Praxis- und Kundennähe. Entscheidend für praxisgerechte Lösungen ist vor allem die Nähe zu unseren Kunden. Damit wir diesem Anspruch gerecht werden, haben wir über die letzten Jahre speziell im Bereich der Dosiertechnik ein globales, kompetentes Vertriebs- und Servicenetz geschaffen. Mit 44 Niederlassungen und Vertretungen in weiteren 60 Ländern sichern wir heute eine weltweite Verfügbarkeit der Produkte und kurze Wege zum Kunden. Das versetzt uns – ohne Mentalitäts- und landessprachliche Hemmschwellen zu unseren Kunden – in die Lage, in direktem Kontakt ausführlich zu beraten und optimale länder- und kundenspezifische Problemlösungen zu konzipieren. Vor allem im Bereich der Prozessdosierpumpen ist ein sehr wichtiger Aspekt die intensive Unterstützung nach Auslieferung einer Anlage. Dieser After-Sales Service wird durch unser umfassendes Vertriebs- und Servicenetz zu jeder Zeit sichergestellt. Wir gewährleisten unseren Kunden damit weltweit eine hohe Prozessverfügbarkeit, beispielsweise durch schnelle Ersatzteillieferungen oder Reparaturen. Unsere weiteren Stärken liegen eindeutig in unserem Know-How der letzten Jahrzehnte. und in unserer Innovationskraft im Bereich Dosierpumpen.

CHEManager: Welche Zuwachsraten erwarten Sie im Bereich der Prozessdosierpumpen?

Dr. Andreas Dulger: Wir konnten unseren Umsatz mit Prozessdosierpumpen im letzten Jahr um rund 30 % steigern. Unsere Zielsetzung ist – vor allem durch unsere verstärkte Penetration der genannten Märkte – deutlich Marktanteile, insbesondere in der Öl- und Gasindustrie, zu gewinnen. Gut vorbereitet in allen Bereichen – sowohl in der Fertigung, dem Vertrieb und unserem Service – und auch bestärkt durch unsere hohe Innovationskraft, Erfahrung und hohen Qualitätsanspruch, erwarten wir ein überproportionales zweistelliges Wachstum im Bereich Prozessdosierpumpen.

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