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UMP beginnt mit dem Bau einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie in Leuna

Das finnische Unternehmen fertigt Bio-Kunststoffe aus Holz

09.12.2020 - Das finnische Unternehmen UPM hat jetzt gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, Executive Vice President Technology Jyrki Ovaska und InfraLeuna Geschäftsführer Christof Günther den ersten Spatenstich für den Bau einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie gesetzt.

Ab 2022 sollen in Sachsen-Anhalt  aus nachhaltig erwirtschaftetem Laubholz Biochemikalien gewonnen werden. Diese ermöglichen für eine Vielzahl von Anwendungen, darunter Textilien, Kunststoffe, Gummi, Kosmetika und Medikamente, sowohl den Verbrauch fossiler Rohstoffe als auch CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die innovative Bioraffinerie wurde bereits durch das ­World BioEconomy Forum als The Bio Act of the Year 2020 ausgezeichnet. UPM geht den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts von der reinen Papier- und Zellstoffherstellung hin zum Anbieter von Bioökonomielösungen auf Basis von nachhaltig erwirtschaftetem Holz aus regionalen Wäldern.  Ministerpräsident Haseloff lobt das nachhaltige Engagement des Unternehmens am Standort Leuna: „Sachsen-Anhalt entwickelt sich immer mehr zu einem Land der Zukunftstechnologien. Dazu trägt das Investment maßgeblich bei. Der Bau der Bioraffinerie ist eine Schlüssel­investition. Leuna bietet mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur ein attraktives Umfeld, wie man es sich besser kaum denken kann.“ Insgesamt 550 Mio. EUR investieren die Finnen in den Bau der Bioraffinerie. Die Produktionskapazität des Werkes wird bei 220.000 t/a liegen.

Ein bedeutsamer Innovationsschritt ist diese Investition insbesondere auch für den Energiekonzern selbst, wie CEO Ovaska betont: „Unser zentrales Bestreben ist es, Innovationen für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe zu schaffen. Die Investition in die Bioraffinerie markiert daher einen Meilenstein unserer Unternehmenstransformation, mit der wir noch lange nicht am Ende sind.“ Die Technologien wurden teilweise gemeinsam mit Partnern entwickelt und werden nun zur industriellen Reife gebracht. Ovaska ist es aber auch wichtig zu betonen, dass mit dem Wechsel von fossilen zu nachhaltigen Rohstoffen nur ein Schritt auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Kreislaufwirtschaft getan ist: „Gerade im Bereich der Kunststoffe muss es auch weiterhin darum gehen, unnötige Verpackungen zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die wertvollen Materialien im Recyclingkreislauf und nicht in der Umwelt landen.“

Viele Bestrebungen auf dem Weg zu einer vollständigen Kreislaufwirtschaft setzen bei der Wiederverwendung und -verwertung der Materialien an. Selten ging es jedoch um das Ausgangsprodukt. Die Prozesse in der Bioraffinerie schließen diese Lücke. So wird Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu Biochemikalien weiterverarbeitet, die dann als Rohstoffe für die Produktion verantwortungsvoller Kunststoffe genutzt werden können. „Für die Herstellung der Rohstoffe verwenden wir zertifiziertes Buchenindustrieholz aus der forstlichen Waldpflege in der Region und können sogar Teile des Baumes verwenden, die sonst nicht verwertet werden können, sowie Reststoffe aus Sägewerken. Damit fördern wir eine nachhaltige Waldwirtschaft und geben Waldbesitzern eine wirtschaftliche Perspektive für die Umwandlung von Nadelwäldern in klimastabilere Mischwälder“, erklärt Michael Duetsch, Vice President, UPM Biochemicals Business. In der Bioraffinerie wird das Holz dann weiter zu Biochemikalien verarbeitet, aus denen z. B. Kleidungsstücke, Autoreifen, Möbel und PET-Flaschen hergestellt werden können und die perfekt in alle bestehenden Wiederverwendungs- und Recyclingsysteme passen. „Damit gehen wir einen großen Schritt, um von fossilen zu erneuerbaren Ressourcen zu gelangen.“

Die InfraLeuna, Betreiber der Infrastruktureinrichtungen am Chemiestandort Leuna, investiert selbst mehr als 100 Mio. EUR in die Infrastruktur zur Versorgung der neuen Bioraffinerie. „Die Entscheidung von UPM für Leuna unterstreicht unsere führende Position im Wettbewerb. Nun eröffnen sich ganz neue Per­spektiven für die Weiterentwicklung der Chemie an unserem Standort,“ erklärt Günther.
Das Bundesland Sachsen-Anhalt unterstützt das Investitionsvorhaben aktiv, u.a. durch die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von insgesamt knapp 20 Mio. EUR. Ministerpräsident Haseloff und Wirtschaftsminister Armin Willingmann überreichten den Zuwendungsbescheid anlässlich des Spatenstichs. Willingmann: „Das Projekt steht voll im Zeichen der von uns vorangetriebenen Weiterentwicklung des Chemiestandortes Leuna. Mit der Ansiedlung der Bioraffinerie vergrößern wir das Kompetenzcluster Biotechnologie und öffnen neue Zukunftsperspektiven für den Standort.“

 

Eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe

UPM Biochemicals liefert innovative und nachhaltige Biochemikalien aus Buchenholz als Alternative zu bisher genutzten Grundstoffen auf Basis von Erdöl, Erdgas oder Kohle. Die Biochemikalien sind wettbewerbsfähig und steigern die Nachhaltigkeit verschiedener Endprodukte in einer Reihe von Anwendungsgebieten. Erneuerbare Glykole kommen bei der Herstellung von Textilien, PET-Flaschen, Verpackungsmaterialien, Kühlmitteln, Verbundstoffen, Kosmetika, Pharmaprodukten oder Waschmitteln zum Einsatz. Erneuerbare Funktionsfüllstoffe auf Ligninbasis sind eine nachhaltige Alternative zu Industrierußen und Kieselsäure und kommen in einer Anzahl an Gummi- und Plastikprodukten zur Anwendung.

Das finnische Unternehmen liefert erneuerbare und verantwortungsvolle Lösungen sowie Innovationen für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe. Der Konzern besteht aus sechs Geschäftsbereichen: Biorefining, Energy, Raflatac, Specialty Papers, Communication Papers und Plywood. Als Branchenführer im Bereich Nachhaltigkeit hat sich das Unternehmen dem 1,5 °C-Ziel der Vereinten Nationen angeschlossen, um durch wissenschaftlich fundierte Maßnahmen den Klimawandel abzumildern. UPM beschäftigtn weltweit etwa 18.700 Mitarbeiter, die Umsatzerlöse liegen bei etwa 10,2 Mrd. EUR pro Jahr.
www.upm.de

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