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Brenntag kommt gut durch die Krise

09.03.2022 - Brenntag verzeichnet im Geschäftsjahr 2021 unter außergewöhnlichen Marktbedingungen Rekordergebnisse. Die beiden globalen Geschäftsbereiche, Brenntag Essentials und Brenntag Specialties, legen zum Abschluss des ersten Geschäftsjahres seit Einführung der neuen operativen Geschäftsstruktur ausgezeichnete Zahlen vor.

Christian Kohlpaintner, Vorstandsvorsitzender der Brenntag : „Unter äußerst herausfordernden Marktbedingungen ist es Brenntag im Jahr 2021 gelungen, unsere Kunden durchgängig mit Produkten und Dienstleistungen zu versorgen. Das haben wir in erster Linie den langjährigen Partnerschaften mit unseren Lieferanten und den bemerkenswerten Anstrengungen und Kenntnissen unserer Mitarbeitenden zu verdanken. Unsere einzigartige globale Präsenz in 78 Ländern, unsere starke Marktstellung in den verschiedenen Industriesegmenten und unser umfassendes Produkt-Know-how waren 2021 für unseren Erfolg ausschlaggebend.“

Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete Brenntag Umsatzerlöse von 14.383 Mio. EUR. Der Rohertrag stieg gegenüber dem Vorjahr von 2.869 Mio. EUR um 19,6% auf 3.379 Mio. EUR. Mit der Steigerung des Rohertrags ging ein überproportionales Wachstum von +29,5% des operativen EBITDA auf 1.345 Mio. EUR einher. Das Ergebnis nach Steuern blieb weitestgehend stabil bei 461 Mio. EUR, obwohl das Vorsteuerergebnis hauptsächlich durch außerordentliche Aufwendungen aufgrund von Verbrauchssteuerzahlungen und Rückstellungen belastet wurde. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 2,90 EUR.

Ergebnisse der beiden Geschäftsbereiche
Beide globalen Geschäftsbereiche, Brenntag Essentials und Brenntag Specialties, haben maßgeblich zu dem hervorragenden Jahresergebnis beigetragen: Dabei lag der Zuwachs des operativen EBITDA von Brenntag Specialties (+34,3%) leicht über dem von Brenntag Essentials (+28,6%).

„Project Brenntag“ – schneller als geplant
Anfang 2021 wurde mit der Umsetzung von „Project Brenntag“ die erste Phase der umfassenden Transformation eingeleitet. Der Transformationsprozess schreitet schneller voran als geplant und hat bereits mehr als 50% der erwarteten Effekte erreicht. Seit dem Start hat „Project Brenntag“ rund 120 Mio. EUR zusätzliches operatives EBITDA generiert, das bis Ende 2023 auf 220 Mio. EUR jährlich ansteigen soll. Darüber hinaus arbeitet Brenntag weiter an der Optimierung seines weltweiten Standortnetzwerks. Von den bis 2023 etwa 100 geplanten Standortschließungen in allen Regionen wurden bisher weltweit 72 umgesetzt. Von den annähernd 1.300 Stellen, die bis 2023 strukturell wegfallen sollen, wurden seit Einführung des Programms 925 Stellen sozialverträglich abgebaut. Das neue Konzept zur Marktansprache mit eigenen Vertriebsorganisationen für die beiden globalen Geschäftsbereiche Brenntag Essentials und Brenntag Specialties ist inzwischen vollständig umgesetzt. „Project Brenntag“ wird eine starke Basis für nachhaltiges, organisches Ergebniswachstum in den kommenden Jahren schaffen.

Umfangreiche M&A-Transaktionen
Brenntag kann seit vielen Jahren eine beeindruckende Erfolgsbilanz strategischer Übernahmen vorweisen. 2021 erwarb man sechs Unternehmen mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 440 Mio. EUR. Dies ist die höchste Investitionssumme seit 2015. Rund 80% dieser M&A-Investitionen entfielen auf das höchst attraktive Life-Science-Segment, und hier insbesondere auf die Nahrungsmittelbranche. Besonders erwähnenswert sind die Übernahmen von Zhongbai Xingye in China und JM Swank in Nordamerika. Infolge dieser beiden Akquisitionen konnte Brenntag den weltweiten Umsatz im Nutrition-Geschäft auf rund zwei Milliarden EUR steigern. Insgesamt trugen Übernahmen 33 Mio. EUR zum operativen EBITDA 2021 bei, wobei der größte Anteil auf die 2021 abgeschlossenen Transaktionen entfiel.

Ausblick auf Geschäftsjahr 2022
Christian Kohlpaintner: „In diesen außerordentlich schwierigen Zeiten, in denen die weltweiten Lieferketten unter massivem Druck stehen, hat das Geschäftsmodell von Brenntag einmal mehr seine Tragfähigkeit unter Beweis gestellt. Wir gehen davon aus, dass die schwierigen gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Bedingungen und die damit einhergehenden betrieblichen Herausforderungen noch länger bestehen werden. Die Lieferketten stehen nach wie vor unter extremem Druck und beeinträchtigen die Produktion und die Versorgung. Wir erwarten erst im weiteren Verlauf des Jahres eine gewisse Normalisierung der Marktbedingungen. Vor diesem Hintergrund gehen wir für 2022 von einer positiven Entwicklung des operativen EBITDA aus, wobei beide Geschäftsbereiche zu diesem Wachstum beitragen werden.“

In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet der Konzern, dass das operative EBITDA im Geschäftsjahr 2022 zwischen 1.450 Mio. und 1.550 Mio. EUR liegen wird. Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass sich das Marktumfeld im späteren Jahresverlauf normalisiert. Die Prognose berücksichtigt potenzielle Effizienzsteigerungen im Zuge der „Project-Brenntag“-Maßnahmen und den Ergebnisbeitrag bereits abgeschlossener Akquisitionen. Zudem basiert sie auf der Annahme, dass die Wechselkurse stabil auf dem Niveau zum Zeitpunkt der Prognoseveröffentlichung bleiben. Wir erwarten jedoch, dass außerordentliche und nicht zuverlässig prognostizierbare Einflussfaktoren wie die Covid-19-Pandemie, die aktuelle geopolitische Entwicklung, der Druck auf die globalen Lieferketten sowie inflationäre Tendenzen und Preisvolatilität die Weltwirtschaft im Jahr 2022 weiterhin stark beeinflussen werden.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 9. Juni 2022 eine Dividendenerhöhung um 7,4% vorschlagen, was einer Dividende von 1,45 EUR je Aktie entspricht (2020: 1,35 EUR). Seit dem Börsengang 2010 ist dies nun die elfte Dividendenerhöhung in Folge.

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