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BASF: gute Geschäftsentwicklung im September

EBIT vor Sondereinflüssen ist als im 2. Quartal 2020

28.10.2020 - In einem nach wie vor von den weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägten Umfeld steigerte die BASF-Gruppe ihr Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorquartal: Mit 581 Mio. EUR lag es im dritten Quartal 2020 um 355 Mio. EUR über dem des zweiten Quartals 2020.

„Hauptgrund für diese deutliche Steigerung war eine gute Geschäftsentwicklung im September“, so Vorstandsvorsitzender Martin Brudermüller. Bereits am 9. Oktober hatte BASF vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht und einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 gegeben. Im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2020 informierte Brudermüller gemeinsam mit Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel über weitere Details.

Der Umsatz der Gruppe nahm mit 13,8 Mrd. EUR im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um 745 Mio. EUR leicht ab. Maßgeblich hierfür waren negative Währungseinflüsse in allen Segmenten, vor allem jedoch in Agricultural Solutions und Surface Technologies. Außerdem trugen niedrigere Mengen, insbesondere im Segment Chemicals infolge der außerplanmäßigen Wartungsabstellung des Steamcrackers in Port Arthur/Texas, zum Umsatzrückgang bei. Ein insgesamt höheres Preisniveau, hauptsächlich aufgrund gestiegener Edelmetallpreise im Segment Surface Technologies, wirkte gegenläufig. Portfolioeffekte, im Wesentlichen im Segment Materials aus dem Erwerb des integrierten Polyamidgeschäfts von Solvay, beeinflussten den Umsatz ebenfalls positiv. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2020 erhöhte sich der Umsatz um 1,1 Mrd. EUR.

Das EBIT vor Sondereinflüssen lag mit 581 Mio. EUR um 475 Mio. EUR deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Dies war hauptsächlich auf einen deutlich niedrigeren Beitrag des Segments Chemicals zurückzuführen. Auch in Nutrition & Care, Sonstige, Materials und Agricultural Solutions nahm das EBIT vor Sondereinflüssen deutlich ab. In den Segmenten Industrial Solutions und Surface Technologies sank es leicht.

Im dritten Quartal 2020 fielen im EBIT Sondereinflüsse in Höhe von minus 3,2 Mrd. EUR an. Diese sind im Wesentlichen auf Wertberichtigungen von insgesamt 2,8 Mrd. EUR in allen Segmenten infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie auf Restrukturierungen zurückzuführen. Daneben wurden Rückstellungen in Höhe von 313 Mio. EUR für die Neuausrichtung der Einheit Global Business Services gebildet. Das EBIT lag mit minus 2,6 Mrd. EUR deutlich unter dem Wert des Vorjahresquartals (1,3 Mrd. EUR).

Im Vergleich mit dem dritten Quartal 2019 verringerte sich das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) um 438 Mio. EUR auf 1,5 Mrd. EUR. Das EBITDA sank um 1,2 Mrd. EUR auf 1 Mrd. EUR.

Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen sank auf minus 2,1 Mrd. EUR nach 911 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie betrug minus 2,31 EUR im dritten Quartal 2020 (Vorjahresquartal: 1,00 EUR). Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,60 EUR (Vorjahresquartal: 0,89 EUR).

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag im dritten Quartal 2020 mit 2,1 Mrd. EUR um 102 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahresquartals, trotz des um 3 Mrd. EUR geringeren Ergebnisses nach Steuern und nicht beherrschen-den Anteilen. Ein wesentlicher Teil des Ergebnisrückgangs war auf die nicht zahlungswirksamen Wertminderungen zurückzuführen. Der Free Cashflow erhöhte sich aufgrund des gestiegenen Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und gleichzeitig niedrigerer Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 1,1 Mrd. EUR im Vorjahresquartal auf 1,4 Mrd. EUR.

Ausblick 2020 für die BASF-Gruppe
Im dritten Quartal 2020 erholte sich die globale Industriekonjunktur vom starken Einbruch im Vorquartal. Das Produktionsniveau lag global aber immer noch um rund 3% unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Die von den Produktionsschließungen im zweiten Quartal 2020 besonders stark betroffene Automobilindustrie verzeichnete im dritten Quartal 2020 global noch einen Rückgang von rund 2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern hat sich belebt. Für Verbrauchsgüter, wie zum Beispiel Nahrungsmittel oder Pflegeprodukte, die zum Teil durch die Pandemie stärker nachgefragt waren, normalisiert sich die Nachfrage zunehmend. Nach den dynamischen Aufholeffekten im dritten Quartal ist für den weiteren Jahresverlauf mit einer schwächeren Dynamik zu rechnen.

BASF geht von folgender Einschätzung zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 aus (Werte auf halbe Prozentpunkte gerundet):

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: minus 5,0%
  • Wachstum der Industrieproduktion: minus 5,0%
  • Wachstum der Chemieproduktion: minus 2,5%
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,15 USD/€
  • Ölpreis der Sorte Brent von 40 USD/Barrel im Jahresdurchschnitt

In ihrer Prognose unterstellt BASF, dass es nicht zu erneuten starken Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität zur Eindämmung der Corona-Pandemie, zum Beispiel durch Lockdowns, kommt. Für das vierte Quartal 2020 rechnet BASF nun-mehr mit einer weiteren Verbesserung des EBIT vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe gegenüber dem dritten Quartal 2020.

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die BASF-Gruppe vor allem aufgrund des Nachfragerückgangs infolge der Corona-Pandemie einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Für das EBIT vor Sondereinflüssen 2020 rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang. Neben dem Nachfragerückgang erwartet BASF einen anhaltenden Margendruck, insbesondere bei Basischemikalien, der durch Einsparungen von Fixkosten teilweise kompensiert wird.

Für das Geschäftsjahr 2020 geht die Gruppe daher von einem Umsatz in Höhe von 57 Mrd. EUR bis 58 Mrd. EUR aus und von einem EBIT vor Sondereinflüssen zwischen 3,0 Mrd. EUR und 3,3 Mrd. EUR sowie einem Return on Capital Employed (ROCE) zwischen 0,0% bis 1,0%.

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