Chemie & Life Sciences

Ohne Start-ups keine Bioökonomie

Gründerwettbewerb PlanB zeichnet grüne Geschäftsideen aus

14.07.2021 - Die Entwicklung einer funktionalisierten Faser aus Grünabfällen konnte sich den ersten Platz sichern.

Zum bereits vierten Mal zeichnete der Start-up-Wettbewerb „PlanB – Biobasiert.Business.Bayern.“ die besten Geschäftsideen für biobasierte Lösungen aus. In einer Hybrid-Veranstaltung traten die diesjährigen Top 5 aus Bayern, Hessen, Niedersachsen und Berlin gegeneinander an. In der Jurywertung hatte das Performance-Textil aus Grünabfällen von Nakt aus Darmstadt die Nase knapp vorn. Den Publikumspreis sicherte sich das Biotech-Team von Eco:fibr aus Hannover. 

Von Straubing, der Bayerischen Modellregion für die biobasierte Wirtschaft ausgehend und organisiert von BioCampus Straubing, sucht und unterstützt der Wettbewerb im zweijährigen Turnus Start-ups, deren Ideen Herausforderungen für die Rohstoffwende und eine nachhaltigere Zukunft adressieren. „Wir zeigen Ihnen heute, wie junge Unternehmen mit Leidenschaft und tollen Ideen die Basis unseres Wirtschaftens nachhaltiger gestalten“, so BioCampus-Geschäftsführer Andreas Löffert. 

Um die Jury nach zwei Wettbewerbsphasen und der Einreichung von Ideenskizze und Pitch Deck final von sich zu überzeugen, hatten die fünf Teams je drei Minuten Zeit. Dass die Entscheidung der Live-Jury, die stellvertretend für 26 Experten aus den vorherigen Phasen die Ideen und Pitches bewertete, nicht leicht war, betonte Sprecherin Mirja Wehner, Bayerische Chemieverbände und Santiago: „Es war noch nie so schwer wie dieses Jahr, die Rangfolge festzulegen.“ 

Nach einer Beratungspause, in der das Live- und Streampublikum in Filmform einen Einblick in die Ideen einiger weiterer PlanB-Teams erhielten, einigten sich Mirja Wehner und die weiteren Jury-Mitglieder Claudia Doblinger vom TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, Stefan Hins­ken von der Raiffeisenbank Straubing, Business Angel Markus Hölzl, Thomas Hoppe vom Hauptsponsor Clariant und Marco Winzer vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) dann doch. 

Den dritten Platz und 3.000 EUR sicherte sich das neu gegründete Team von Microbify. Als Ausgründung aus der Universität Regensburg arbeitet Microbify u.a. an der Nutzung alter Erdgasspeicher für die Produktion von grünem Erdgas durch extremophile Mikroorganismen. Preis-Patin Marina Crnoja-Cosic von Kelheim Fibres würdigte vor allem den Ansatz, bestehende Infrastruktur innovativ umzunutzen. 

Einen Scheck über 4.000 EUR erhielt das zweitplatzierte Start-up Circular Carbon aus Würzburg. Das Team nutzt Biomasse-Reste aus der Lebensmittelproduktion wie Schokobohnen-Schalen oder Weintrester zur Produktion von Prozessdampf und funktionalisierbarer Pflanzenkohle. Überzeugen konnten Circular Carbon mit ihrem Nutzen für die Landwirtschaft und dem jüngsten Anlagenbau. 

Den ersten Platz und 6.000 EUR sowie eine Mieteinheit im Technologie- und Gründerzentrum Straubing sicherte sich das Team von Nakt aus Darmstadt, das eine funktionalisierte Faser aus Grünabfällen entwickelt hat. Der erste Use Case: ein Mehrweg-Abschminktuch. 
Knapp nicht gereicht hat es für Eco:fibr aus Hannover. Die Uni-Ausgründung, die einen biotechnologischen Prozess entwickelt, um aus Resten der Ananasernte, Zellstoff für verschiedene Anwendungen herzustellen (vgl. CHEManager Innovation Pitch in der Juniausgabe), konnte jedoch die Zuschauer überzeugen und gewann den Publikumspreis. 
Lite+Fog aus Berlin, die mit Datenbasiertheit und Nebelbewässerung das Vertical Farming revolutionieren wollen, belegten Platz fünf. Den Sonderpreis für die beste Entwicklungsleistung innerhalb des Wettbewerbs überreichte Volker Sieber vom Campus der Technischen Universität München in Straubing an das Team von Protegg. Ihr Ziel: auf Basis von Biomimese Eimembran als Verpackung für Lebensmittel zu funktionalisieren. 

„Wir glauben: ohne Start-ups klappt die Bioökonomie nicht“, betonte Professor Sieber. Diesen Befund hatte zuvor bereits Patri­cia Eschenlohr, Co-Gründerin der Landpack und Sprecherin des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern, gezogen. Nur, wenn Herausforderungen wie Investorenscheu und fehlende Infrastrukturen überwunden werden, denen insbesondere Start-ups aus der biobasierten Wirtschaft gegenüberstehen, könnten die jungen Unternehmen ihre wichtige Rolle erfüllen. Wettbewerbe wie PlanB tragen dazu bei, durch Sichtbarkeit diese Hürden zu meistern. 

PlanB zeichnet sich vor allem durch die intensive Betreuung der einzelnen Teilnehmer-Teams aus. Die Entwicklung der Geschäftsideen selbst auf dem Weg zum marktfähigen Produkt, wie auch der Gründer und deren Netzwerk in den Bereichen Finanzierung, Partner, Kunden und Rechtliches stehen dabei im Vordergrund.

Ann-Kathrin Kaufmann, Director Biobased Economy, BioCampus Straubing GmbH, Straubing

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