News

Talke: BASF Chemielogistik-Zentrum Schwarzheide

16.03.2011 -


Talke: BASF Chemielogistik-Zentrum Schwarzheide -
Es ist nicht neu, dass Chemieunternehmen wie Unternehmen in anderen Industriezweigen auch einem Strukturwandel unterliegen. Neu ist allerdings der Weg, den der langjährige Partner Talke Logistic Services als Logistikdienstleister nun mit der BASF Schwarzheide eingeschlagen hat. Die Vorteile dieser engen Form der Kooperation sind für beide Partner vielfältig. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Talke, einer der führenden Anbieter von Transport- und Logistiklösungen für die chemische Industrie, für die BASF. Im Laufe der Jahre der Zusammenarbeit ist eine enge Beziehung zwischen dem Logistik-Spezialisten und dem Chemieunternehmen entstanden. Was 1974 mit der Übernahme von Tankzugtransporten für die BASF in Ludwigshafen begann, ist zu einer erfolgreichen „Inhouse-Outsourcing“- Lösung gewachsen. Seit 1981 nahm Talke bereits ein Lagerhaus in Ludwigshafen in Betrieb und übernahm verschiedene Zusatzdienstleistungen für den Chemieriesen. Der Logistikdienstleister war auch von Beginn an mit dabei, als BASF den Chemiestandort Schwarzheide gleich nach der Wende übernahm. Mit Tankzugtransporten sowie Lagerund Umschlagsaktivitäten entlastete der Logistiker das Chemieunternehmen. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, siedelte sich Talke 1998 mit einer Lageranlage für Styrodur und Ultraplaste sowie einer Abfüllanlage für Kunststoffe im Gewerbegebiet in Schwarzheide Süd an. Doch mit der Eröffnung des neuen Chemielogistik-Zentrums auf dem Gelände der BASF in Schwarzheide erhält die Zusammenarbeit nun eine ganz neue Dimension. Dr. Volker Knabe, Vorsitzender der Geschäftsführung von BASF Schwarzheide, beschreibt die Vorteile der engen Form der Kooperation mit Talke so: „Mit dem neuen Logistikzentrum erreichen wir eine ganz neue Qualität. Wir können unsere Effizienz in der Logistik steigern und Kosten bei Außenlagern sparen, was uns erlaubt, noch wettbewerbsfähigere Preise anzubieten.“ Talke hat in die Anlage, die im südlichen Teil des BASFWerksgelände entstanden ist, 5 Mio. € investiert. Das hochmoderne Logistikzentrum in Schwarzheide, zwischen Dresden und Cottbus gelegen, umfasst eine Fläche von rund 21.000 m2 und verfügt über eine Gesamtfläche von 9.800 m2 für Regal- und Blocklagerung. Es dient der Einlagerung und dem Umschlag von Rohstoffen und Fertigprodukten der BASF Schwarzheide wie bspw. brennbare Flüssigkeiten und sonstige chemische Erzeugnisse. Darüber hinaus ist es für temperaturgeführte Güter geeignet. Talke Logistic Services fungiert mit der neuen Anlage quasi als verlängerter Arm der Produktion der BASF. Der Chemielogistik- Spezialist ist sowohl für die Rohstoffzuführung, als auch die Entsorgung der Produktion sowie die Lagerung und das weitere Handling der Produkte verantwortlich.

Enge Verknüpfung der Organisation
Die Produktion von BASF und das Logistikzentrum von Talke haben ihre SAP-Systeme in einer direkten Datenanbindung für die operativen Vorgänge und die Bestandsführung eng miteinander verknüpft. Damit ist eine schlanke und nahezu papierlose Organisation geschaffen worden, bei der zudem mögliche Fehlerquellen minimiert werden. Eine so weitgehende Form der „Supply Chain Collaboration“ ist BASF bisher mit keinem Dienstleister eingegangen. Die operativen Abläufe in der Anlage selbst werden, wie zukünftig an allen Talke-Standorten, mit „ATOS“, Alfred Talke Operations System, auf Basis von SAP Logistics Execution gesteuert. Alle Daten für die Kommissionierung, Ein- und Auslagerung etc. werden gescannt und drahtlos per Funk übertragen, die Stapler automatisch gesteuert. Bestandteil von ATOS ist das SAP EHS-Modul (Environment, Health & Safety) für die Steuerung und den Umgang mit Gefahrstoffen und einer integrierten, laufend aktualisierten Gefahrstoffdatenbank mit mehr als 1.500 Einträgen. In nur knapp acht Monaten Bauzeit hat Talke Logistic Services sein neues Chemielogistik- Zentrum termingerecht fertig gestellt und den Betrieb planmäßig im August aufgenommen. Das Unternehmen hat die Anlage mit seinem Geschäftsbereich Logistic Solutions selbst geplant und errichtet.

Stärkung der strukturschwachen Region
„Mit unserer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur und dem neuen Talke-Zentrum bieten wir ein noch besseres Logistikkonzept an. Der Chemiestandort Schwarzheide wird in Zukunft für Investoren noch interessanter sein“, ist sich Dr. Knabe sicher. Und der BASF-Manager ergänzt: „Die Wertigkeit des Standorts und der ganzen Region Südbrandenburg auch im Hinblick auf die EUOsterweiterung ist enorm gestiegen.“ In der strukturschwachen Region nimmt man zudem hoch erfreut zur Kenntnis, dass das Logistikzentrum zehn neue Arbeitsplätze schafft. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, acht im gewerblichen und zwei im kaufmännischen Bereich, haben die bei Talke obligatorischen TIPS (Talkes Intensive Personal-Schulungen) durchlaufen, um umfassend ausgebildet ihre neuen Aufgaben zu übernehmen. Zusätzlich konnten für zwei Auszubildende Lehrstellen geschaffen werden. Talke ist bereits der zwölfte Erfolg der Ansiedlungsinitiative der BASF Schwarzheide. So entsteht ein Chemie-Kompetenzzentrum, bei dem Experten für die speziellen Anforderungen der Chemielogistik direkt vor Ort in die Abläufe eingebunden werden können. Und nicht nur das: Auch technisch ist Talke im offenen Zentrum bestens ausgestattet. Es ist explizit als offenes Zentrum geplant, so dass auch Dritte die Dienstleistungen von Talke in Anspruch nehmen können.

Modernes Lager mit umfangreicher Sicherheitstechnik
Die neue Anlage umfasst fünf Lagerhallen, ein Schmalganglager mit einer Regalanlage und einer separaten Kommissionierzone sowie ein zweigeschossiges Bürogebäude mit einer Nutzfläche von 250 m2. Das Talke-Zentrum zeichnet sich durch umfangreiche Qualitäts- und Sicherheitseinrichtungen aus. So verfügt die Anlage über rissbreitenbeschränkte Böden, die zur Lagerung von festen und flüssigen Produkten bis Wassergefährdungsklasse 3 geeignet sind. Sie ist genehmigt gemäß Bundesimmissions-Schutzgesetz für die Lagerung von giftigen und brennbaren Stoffen. Löschwasserrückhaltevorrichtungen, Trockenlöschanlagen, Gaswarnanlagen, Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und vieles mehr sorgen dafür, dass praktisch sämtliche Stoffe gelagert werden können. Das neue gemeinsame Projekt mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren stellt auch für das mittelständische, familiengeführte Unternehmen Talke eine Herausforderung dar. „Wir sind stolz, dass wir die Partnerschaft mit BASF Schwarzheide mit diesem Großprojekt in einer neuen Dimension fortsetzen dürfen. Wir wollen der bevorzugte Anbieter von Komplettlösungen für die chemische Industrie werden. Diesem strategischen Ziel sind wir mit diesem Projekt ein gutes Stück näher gekommen“, kommentierte Armin Talke, Geschäftsführer von Talke Logistic Services. Mit einer Einweihungsfeier für rund 120 geladene Gäste eröffnete der Chemielogistik- Dienstleister das neue Zentrum im Juli. Geladen waren auch zahlreiche Chemieunternehmen, die sich für das „Modell Schwarzheide“ interessieren. Das Beispiel könnte also durchaus Schule machen.