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Infraserv Hoechst: Standortbetrieb im Fokus

Fachleute sprachen auf der Achema 2015 über den effizienten und innovativen Betrieb von Industriestandorten

08.07.2015 -

Mit Referaten zum Thema Standortbetrieb haben Fachleute von Infraserv Höchst auf der Achema verschiedene Möglichkeiten zum effizienten und innovativen Betrieb eines Industriestandortes dargelegt. Die Vorträge auf dem „Site Excellence Forum“ im Congress Center der Messe behandelten die Themen Ver- und Entsorgung, Site Services, Logistik und Mitarbeiter. Rund 150 Vertreter der Chemie- und Pharmabranche besuchten die Veranstaltung im Rahmen des Kongress-Programms.

„Site Excellence“ schafft Standortvorteile
Wie Infraserv Höchst mit seinem „Site Excellence“ genannten Konzept Rahmenbedingungen und die Voraussetzungen für die kontinuierliche Weiterentwicklung von Industriestandorten gleichermaßen schafft, stellten Dr. Lothar Meier, Leiter Business Development, und Hazel Niehues, Leiterin Konzeptentwicklung, zum Auftakt des Forums vor.

„Die Chemie- und Pharmaunternehmen stehen vor dem Problem, dass sich ihr Geschäft schneller verändert, als ihr Produktionsstandort sich daran anpassen kann. Denn Investitionen in Standorte verlangen eine relativ langfristige Planung“, erläuterte Dr. Lothar Meier die Herausforderungen für die Branche beim Standortmanagement. Veränderungen im Kerngeschäft wirken sich auf die benötigte Infrastruktur und die Services. „Das betrifft die Bereiche Ver- und Entsorgung, Site Services, Logistik und Mitarbeiter. Hierfür das notwendige Knowhow vorzuhalten, können sich nur wenige Unternehmen leisten.

Vorteilhafter ist es, auf die Kompetenz eines sehr spezialisierten Dienstleisters zurückgreifen zu können“, so Dr. Meier. Diese Vorteile behandelte Hazel Niehues, Leiterin Konzeptentwicklung, anhand von Fallbeispielen im Detail.

„Zu Beginn der Zusammenarbeit identifizieren wir in Workshops mit jedem Kunden die Bereiche, die zu seinem Kerngeschäft zählen und jene, für die er unsere Kompetenz nutzen möchte. Über verschiedene klar definierte Phasen hinweg vertiefen wir die Zusammenarbeit bis zu dem vom Kunden gewünschten Punkt, von der Beratung bis zur Betreiberverantwortung. Dabei können wir in jeder Phase des Lebenszyklus für den Kunden Prozesse optimieren und Kosten sparen“, sagte Hazel Niehues. Infraserv Höchst verfügt über langjährige Erfahrung im Standortbetrieb. Die Referenz dafür ist der Industriepark Höchst, ein Standort für rund 90 Unternehmen.

Großprojekte erfolgreich realisieren
Bei der Realisierung von Großprojekten sind neben technischen Fragen auch die rechtlichen Grundlagen entscheidend. Dr. Harald Noichl, Leiter Genehmigungsmanagement, beleuchtete dies am Fall der Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst. „30 Fachleute haben für die Behörden detaillierte Statements vorbereitet, zu den baurechtlichen Auflagen über Themen wie Abfallmanagement, Umweltverträglichkeit, Luftverschmutzung und Lärmbelastung bis hin zu Anlagensicherheit und Brandschutz“, so Dr. Noichl. Diese Professionalität hat auch in diesem Fall dazu beigetragen, dass die notwendigen Genehmigungen ohne Zeitverluste erteilt werden konnten. Das Kraftwerk ist seit Jahresbeginn im Regelbetrieb und bildet heute einen wichtigen Bestandteil des Energieversorgungskonzeptes im Industriepark.

Logistik und regionale Bildungsnetzwerke
Sven Frerick, Leiter Marketing und Vertrieb, ging in seinem Vortrag darauf ein, wie in der chemischen Industrie die Wahl des Standortes zu einer Verringerung der Supply Chain Risiken führen kann. Dies erläuterte er anhand des Industrieparks Höchst. Dieser Standort ist optimal angebunden: Die zentrale Lage im Herzen Europas, die Anbindungen an das Fernstraßennetz und das Schienennetz der Deutschen Bahn, der als Trimodalport angelegte Hafen und die Möglichkeit, Produkte und Rohstoffe per Schiff zu transportieren und nicht zuletzt die Nähe zum Frankfurter Flughafen gehören zu den logistischen Vorzügen des Standortes.

Auf welche Art regionale Netzwerke und Cluster die Wettbewerbsposition eines Unternehmens verbessern können, erläuterten Professor Hannes Utikal, Vizepräsident der Provadis Hochschule, und Professor Thomas Bayer, Dekan des Fachbereichs Chemical Engineering. Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft fördert die Innovationskraft der Unternehmen.

Bildung und Qualifikation der Mitarbeiter ist nicht nur angesichts des demografischen Wandels eine der wichtigsten Herausforderung für die Chemie- und Pharmabranche, wie Professor Eva Schwinghammer, Präsidentin der Provadis Hochschule, und Professor Rieke Engelhardt in ihrem Vortrag über den „War for Talent“ ausführten. Früher war der typische Beschäftigte ein Mann, der in Vollzeit arbeitete und sein ganzes Berufsleben bei einem Unternehmen blieb – heute sind lebenslanges Lernen und Flexibilität in der Arbeitsplatzgestaltung gefragt. Einen Standortvorteil bei Mitarbeiterbindung und -entwicklung bietet die Provadis Hochschule mit Sitz im Industriepark Höchst, die auf duale und berufsbegleitende Studiengänge spezialisiert ist.

Abfallwirtschaft und Energiewende verbinden
Um die Nutzung von Ressourcen ging es beim Vortrag über Trends in der industriellen Abfallwirtschaft. „Entsorgungsmanagement entwickelt sich zum Ressourcenmanagement“ – mit dieser interessanten These eröffnete Thorsten Appel, Leiter Entsorgungsmanagement, seinen Vortrag. Insbesondere das Konzept Waste-to-energy, bei dem Abfälle zur Energieerzeugung genutzt werden, bietet klare Vorteile für energieintensive Industrien wie die Chemie. Im Industriepark Höchst hat man dieses Konzept bereits verwirklicht. Infraserv nutzt Ersatzbrennstoffe für die Energieerzeugung und wandelt Klärschlämme zusammen mit organischem Abfall, wie Fermentationsrückständen und überlagerten Lebensmitteln, durch anaerobe Vergärung in Biogas um. Das Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist.

Die Nutzung von alternativen Energiequellen und erneuerbaren Energien ist nicht nur wegen der Energiewende in Deutschland eines der Themen, bei denen das Unternehmen als Dienstleister für seine Kunden Vorteile realisieren kann. Infraserv trägt auch zur Stabilität des deutschen Stromnetzes bei, indem der Standortbetreiber überschüssigen Strom aus dem Netz abnimmt und zur Dampferzeugung für die Produktionsanlagen nutzt, wie Dirk Vahland vom Energiemanagement berichtete.

Für multidisziplinäre Aufgaben optimal gerüstet
Die Qualität und den Nutzen von Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern ist eine multidisziplinäre Aufgabe, wie Wolfram Bergelt, Leiter Gefahrenabwehr und Prävention im Site Management, in seinem Vortrag darlegte. „Wir setzen dabei nicht nur auf unterstützende Technologie, wie beispielsweise auf Dokumentenprüfgeräte, und auf gut ausgebildetes Personal, sondern auch die Schulung der Mitarbeiter, um in der ganzen Organisation ein Sicherheitsbewusstsein zu entwickeln“, so Bergelt. Im Industriepark Höchst profitieren die Unternehmen zudem von dem besonders gut entwickelten Sicherheitskonzept in einem gesicherten Gelände.

Wie Besucher, Auftragnehmer und natürlich die Mitarbeiter von Chemieunternehmen in Bezug auf Risiken, Sicherheitsvorschriften und Verhaltensmuster unterwiesen werden müssen, ist gesetzlich geregelt. „Infraserv Höchst hat in den vergangenen Jahren die eigenen Sicherheitsunterweisungen durch E-Learning optimiert“, sagte Monika Öttl, Produktmanagerin E-Learning, die über die Möglichkeiten der elektronischen Lernplattform ZEUS informierte. Damit lässt sich der Zeit- und Kostenaufwand bei Schulungen und Unterweisungen zur Arbeitssicherheit deutlich reduzieren. Gleichzeitig sind die Schulungen rechtssicher dokumentiert.

Sicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit – allen Vorträgen war zu entnehmen, dass diese Aspekte durch die professionelle, bedarfsgerechte Bündelung von Dienstleistungen in Einklang gebracht werden können. Auf diese Weise lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen dauerhaft steigern.

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