News

Bieterkampf um brasilianischen Pharmakonzern

04.04.2013 -

Um den brasilianischen Pharmakonzern Ache Laboratorios Farmaceuticos zeichnet sich nach Informationen von Insidern ein milliardenschwerer Bieterkampf ab. An einer Übernahme sollen neben dem Schweizer Arzneimittelhersteller Novartis auch die beiden US-Konzerne Pfizer und Abbott Laboratories interessiert sein. Die Gebote, die Ache mit mehr als 5 Mrd. US-$ bewerten, seien in der zweiten April-Hälfte fällig. Auch der britische Pharmariese Glaxosmithkline habe anfänglich Interesse gezeigt, sich aber inzwischen zurückgezogen. Vertreter der Pharmariesen lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Ein Ache-Sprecher bekräftigte, das Unternehmen stehe nicht zum Verkauf.

Reuters hatte erstmals im Februar erfahren, dass Eigentümer der im Privatbesitz befindlichen Ache eine Veräußerung ihrer Anteile prüfen. Mit dem Kauf von Ache könnten die Pharmaunternehmen ihre Position auf dem Wachstumsmarkt Lateinamerika erheblich stärken. "Jedes große Pharmaunternehmen will in den Schwellenländern vertreten sein, und Ache ist das Kronjuwel in Brasilien", erklärte ein Banker.

Ache ist gemessen am Pharma-Umsatz die Nummer vier in Brasilien. Im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist das Unternehmen Marktführer. Die Firma hat aber auch nicht rezeptpflichtige Präparate im Angebot - dieser Markt wächst rasant. Ache dürfte im laufenden Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 300 Mio. US-$ erwirtschaften. Die Eigentümer sollen als Verkaufserlös ein hohes zweistelliges Vielfaches des Ebitda anstreben, erklärten die mit der Sache vertrauen Personen. Ein Mehrfaches von 15 bis 20 würde einen Verkaufspreis von 4,5 bis 6 Mrd. US-$ ergeben.

Im Februar hatte Reuters aus Kreisen erfahren, dass die Ache-Eigentümerfamilien Baptista and Siaulys die Investmentbank Lazard damit beauftragt haben, einen Verkauf ihrer Ache-Anteile zu prüfen. Dagegen wolle die Familie Depieri ihr Paket behalten.