16.09.2015
ThemenLogistik

Zugang zu globalen Märkten über Seehafen-Hinterlandverbindungen

Drei Fragen an Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing

  • Axel Mattern, Vorstand, Hamburg Hafen Marketing, © HHM/Marc IhleAxel Mattern, Vorstand, Hamburg Hafen Marketing, © HHM/Marc Ihle
  • Axel Mattern, Vorstand, Hamburg Hafen Marketing, © HHM/Marc Ihle
  • Blick auf eines der Hamburger Tanklager „Vopak“, © HHM/Michael Lindner

Zur Situation der europäischen Verkehrsinfrastruktur sowie zur aktuellen Lage der Seehäfen und ihrer Rolle für die chemische Industrie fragte CHEManager bei Axel Mattern, dem Vorstand von Hafen Hamburg Marketing nach. Die Fragen stellte Dr. Sonja Andres.

CHEManager: Wie beurteilen Sie die momentane Situation der europäischen Seehäfen bezüglich der Anbindung an das Hinterland mit Blick auf die chemische Industrie?

A. Mattern: Die Exportquote für chemische Güter beträgt in Deutschland mittlerweile fast 90%. Auch, wenn man die indirekten Chemieexporte über andere Branchen und die Re-Exporte herausrechnet, beträgt die Auslandsumsatzquote der chemischen Industrie immer noch 60%. Die europäischen Nachbarländer mit ihrer Industrie und ihren Häfen sind dabei mit rund 70% der Ausfuhren wichtige Abnehmermärkte und Umschlagplätze für Exporte und Importe. Die Anbindung der europäischen Häfen ist insgesamt als gut und leistungsfähig einzustufen. Jeweils rund 15% der Exporte entfallen auf den amerikanischen Kontinent und Asien – Tendenz steigend. 2013 erreichten die Chemieexporte einen Wert von über 165 Mrd. EUR. Deutschland konnte damit zum elften Mal in Folge seinen Titel als Exportweltmeister von chemischen Erzeugnissen verteidigen. Allerdings holten die USA kräftig auf, nicht zuletzt dank des billigen Schiefergases.

Kombinierter Verkehr hilft, Ressourcen zu schonen. Doch bedarf es hierzu eines intakten Verkehrssystems. Sehen Sie in Bezug auf den Ausbau und die Instandsetzung europäischer Verkehrsinfrastruktur Handlungsbedarf?

A. Mattern: Neben der europäischen Verkehrsinfrastruktur ist für den Universalhafen Hamburg besonders die gut ausgebaute Anbindung auf der Schiene mit zum Beispiel den Chemie-Zentren in Mitteldeutschland und Bayern von großer Bedeutung. Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen wird in diesen Regionen eine Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die Schiene angestrebt. Auch wenn ein großer Teil der Chemieprodukte aus Sachsen-Anhalt nach Osteuropa geliefert werden, bieten die Seehafen-Hinterlandverbindungen nach Hamburg den Zugang zu den globalen Märkten.
Für die Chemielogistik steht die Organisation von sicheren, effizienten und umweltverträglichen Transporten vornehmlich im Fokus.

Daher kommt der Förderung des Kombinierten Verkehrs (KV) eine herausragende Bedeutung zu. In Bayern ist in Burghausen in diesem Jahr ein neuer KV-Terminal eröffnet worden. Aufgrund der wirtschaftlichen Expansion des Bayerischen Chemiedreiecks und insbesondere des Standorts Burghausen wird die derzeitige Verkehrsinfrastruktur für die steigenden logistischen Ansprüche weiter optimiert. Dazu zählen dann auch der Ausbau und die Elektrifizierung des Bahnabschnitts Mühldorf – Tüssling – Burghausen.

Die chemische Industrie mit ihren ausgedehnten internationalen Supply Chains ist auf die Seehäfen angewiesen. Wie sind Sie derzeit aufgestellt, was die besonderen Belange der chemischen Industrie betrifft?

A. Mattern: Chemie „Made in Germany“ ist rund um den Globus gefragt. Ein Universalhafen wie Hamburg bietet Im- und Exporteuren für Chemieprodukte im Hafen ausreichend Kapazitäten für Umschlag und Lagerung von flüssigem Massengut und Containerladung. Servicebetriebe für Pack- und Lagerungsaktivitäten, Reinigung und Reparatur sowie Depotservice von Tankcontainern und eine Vielzahl auf chemische Produkte spezialisierter Logistik- und Speditionsunternehmen machen deutlich, dass Hamburg gut aufgestellt ist.
 

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