Covestro optimiert MDI-Produktion in Europa

Covestro beabsichtigt seine MDI-Produktion (170.000 t maximale Jahreskapazität) im spanischen Tarragona bis Ende 2017 zu schließen. Diesem Plan hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 4. Dezember zugestimmt. Grund für die geplante Schließung, von der rund 120 Arbeitsplätze betroffen wären, sind nicht wettbewerbsfähige Produktionskosten. Andere Aktivitäten am Standort sollen fortgesetzt werden: das Polyurethan-Systemhaus vor Ort, die Salzsäure-Logistik sowie Infrastruktureinrichtungen, die den anderen Firmen im Chemiepark weiterhin zur Verfügung stehen.

Dem Aufsichtsratsbeschluss ist eine detaillierte Standortanalyse vorangegangen. Sie führte zu dem Ergebnis, dass die Anlage auf Dauer im MDI-Geschäft nicht mehr konkurrenzfähig ist. Dabei spielte auch die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Chlorversorgung am Standort eine Rolle, die ein unverzichtbarer Bestandteil im MDI-Produktionsprozess ist.

Um die Konkurrenzfähigkeit der MDI-Produktion in Europa langfristig sicherzustellen, hat Covestro verschiedene Optionen geprüft und sich dafür entschieden, direkt in seine strategischen Kernprodukte, die Isocyanate, zu investieren und voraussichtlich die Produktion an einem anderen europäischen Standort auszubauen, an dem bereits eine zuverlässige moderne Chlorversorgung besteht.

„Im Interesse unseres Unternehmens und seiner Mitarbeiter in der ganzen Welt müssen wir ständig an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. Dazu gehört auch eine optimale Aufstellung unserer Produktion als Grundvoraussetzung für unsere führenden Wettbewerbspositionen“, erläutert Dr. Joachim Wolff, Leiter der Business Unit Polyurethanes bei Covestro. „Die geplante Schließung der MDI-Anlage in Tarragona ist ein schmerzlicher Schritt, der uns nicht leicht gefallen ist. Als Salzsäure-Logistikzentrum für Spanien wird der Chemiepark neue Entwicklungschancen haben. Und mit unserer Infrastruktur bleibt er für Neuansiedlungen attraktiv.“

Covestro sieht durch den möglichen Aufbau eines HCl Logistik Hubs – also eines Salzsäure-Logistikzentrums – gute Chancen, die Geschäftsbeziehungen im Salzsäuremarkt Spaniens fortzuführen.

Salzsäure kommt beispielsweise bei der Aufarbeitung von Erzen und in der Metallverarbeitung sowie bei der Wasseraufbereitung zum Einsatz.

Die möglichen neuen Perspektiven stellt auch Jesus Loma-Ossorio, Covestro-Landeschef in Spanien und Portugal, in den Vordergrund: „Der Standort Tarragona bleibt erhalten und ist für neue Ansiedlungen attraktiv. Mit unseren zwei Standorten in Tarragona und Barcelona bleibt Covestro ein wichtiges Unternehmen in der spanischen Chemieindustrie. An erster Stelle steht aber die Aufgabe, den anstehenden Personalabbau im Einklang mit den hierfür vorgesehenen Verfahren so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.“

Unmittelbar nach der Aufsichtsratssitzung hat Covestro die Beschäftigten, Politik und Behörden sowie Kunden und Zulieferer informiert. Für die betroffenen Mitarbeiter wird Covestro in enger Abstimmung mit den örtlichen Betriebsräten und den Gewerkschaften faire Lösungen erarbeiten.

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