Sicher versorgt mit Single-Sourcing

Distributeure gehen mit der Kooperation unter dem Dach der Penta einen erfolgreichen Weg

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  • Dr. Bernd Soyke, Geschäftsführer,  Penta Chemikalien
  • Markus Krebs, Manager Procurement Projects,  Penta Chemikalien

Single-Sourcing, d. h. die Produktbeschaffung aus einer Hand, ist für die Kunden von Chemiedistributeuren ein Mittel, um Abwicklungen effektiver zu gestalten, den Logistikaufwand gering zu halten und Kosten zu sparen. Meist sind es die großen, international agierenden Chemikalienproduzenten, die bewusst den Kreis ihrer Zulieferer reduzieren. Durch Penta, eine Kooperation aus über 60 unabhängigen Chemiedistributeuren, haben auch mittelständische Händler, die oft nur national oder regional vertreten sind, die Chance, bei internationalen Projekten mitzuwirken. Dr. Birgit Megges befragte Dr. Bernd Soyke, Geschäftsführer, und Markus Krebs, Manager Procurement Projects, beide Penta Chemikalien, zu ihrer Erfahrung mit Single-Sourcing-Projekten.

Herr Dr. Soyke, sehen Sie eine Entwicklung hin zu Single-Sourcing-Projekten? Wenn ja, was ist der Grund dafür?

Dr. Bernd Soyke: Ja, wir sehen einen starken Trend zu standortübergreifenden Beschaffungsprojekten. Dieser Bereich wächst in unserem Unternehmen seit Jahren konstant. Einer der Gründe ist zum Beispiel die Internationalisierung der Kundenunternehmen durch Zukäufe in den letzten Jahren. Viele Industriebetriebe sind nun nicht mehr regional ausgerichtet, sondern verfügen durch Fusionen oder Übernahmen über Produktionsstandorte quer durch Europa. Damit einher geht die Einrichtung eines zentralen Einkaufs, der beispielsweise von Finnland bis Spanien einen Ansprechpartner beansprucht. Außerdem kann man in der Abwicklung bzw. der Logistik durch die Reduzierung von Lieferanten und die Nutzung von modernen Kommunikationswegen wie E-Invoicing signifikante Einsparungen erzielen. Die hier liegenden Potentiale sind nicht unerheblich und führen - eine straffe Projektführung vorausgesetzt - auch zu einer Steigerung der Transparenz in der Beschaffung.

Herr Krebs, für welche Produktgruppen eignet sich die Beschaffung „aus einer Hand" besonders?

Markus Krebs: Eine Abhängigkeit von nur einer oder wenigen Produktgruppen besteht eigentlich nicht.

Der Vorteil ist am größten, je breiter das eingesetzte Produktportfolio ist. Hier kann als erster positiver Effekt die Zahl der Lieferanten deutlich reduziert werden. Durch unser großes Netzwerk an Gesellschaftern und Kooperationspartnern können wir über die klassischen Distributionsprodukte wie Säuren und Laugen, Lösemittel oder Spezialchemikalien hinaus auch Komplettlösungen anbieten, welche auch VMI, also Vendor-Managed Inventory, und weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise Lohnherstellung und -abfüllung, beinhalten.

Welche Ansprüche stellen die Kunden heute an einen Single-Sourcing-Anbieter?

Dr. Bernd Soyke: Kunden, die sich mit diesen Projekten befassen, haben meist die Absicht, im Beschaffungsprozess die Komplexität zu reduzieren und die Transparenz zu erhöhen sowie als Folge davon, die Kosten zu senken. Im Ergebnis wird die Zahl der Ansprechpartner auf der Lieferantenseite auf ein sehr überschaubares Maß verkleinert. Hierdurch wird der Kunde in die Lage versetzt, mit nur wenigen Ansprechpartnern europaweit über die einzukaufenden Waren und Dienstleistungen verhandeln zu können. Zunehmend wird hier im Rahmen von Jahresverträgen über eine Indexierung der Preise gesprochen. Auch hier ist wieder das Ziel, die für die Beschaffung erforderlichen Kapazitäten zu senken sowie die Transparenz der Supply-Chain zu verbessern.
Anbieter auf der Lieferantenseite müssen in der Lage sein, diese Ansprüche zu erfüllen. Darüber hinaus wird erwartet, dem Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können, denn oftmals besteht auf der Kundenseite noch kein entsprechendes Know-how. Hier kann ein in diesen Projekten erfahrener Distributeur helfen, typische Einsteigerfehler zu vermeiden und somit das Projekt schneller und effizienter zum Ziel führen.

Sicher haben es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) schwer, den Ansprüchen, die Sie gerade genannt haben, gerecht zu werden. Welche Vorteile entstehen durch die Penta-Gruppe?


Dr. Bernd Soyke: Durch die Bündelung und Zentralisierung über Penta haben unsere Gesellschafter und Kooperationspartner, welche alle samt mittelgroße Unternehmen sind, die Möglichkeit, ihre individuellen Produktausrichtungen zu bewahren und zusätzlich die Vorteile einer großen Gemeinschaft zu nutzen. Dadurch, dass in der Penta-Gruppe eine Vielzahl mittelgroßer Distributoren engagiert ist, sind wir für unsere Kunden ein interessanter und vielseitig ausgerichteter Partner. Penta vereinigt das Wissen und die Erfahrung von vielen Unternehmen an mehr als 80 Standorten in Europa und schafft eine moderne und effiziente Plattform, welche sowohl für den Kunden als auch für die beteiligten Unternehmen in hohem Maße vorteilhaft ist. Durch die Kooperation können wir kosteneffizient arbeiten und dennoch ganz Europa abdecken, um den Kunden eine Abwicklung aus einer Hand anzubieten.
Ein großer Nachteil des Single-Sourcing ist die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten, das bedeutet, dass beispielsweise Lieferengpässe zu einem echten Risiko werden können. Hat hier ein Kooperationsprojekt kleinerer Unternehmen sogar einem großen Distributeur etwas voraus?
Markus Krebs: Genau das ist der große Unterschied der Penta zu den Wettbewerbern. Wenn ein Pentist ein Produkt durch einen Lieferausfall oder Force Majeur eines Lieferanten nicht auf Lager hat, so findet sich in der Regel ein anderes Unternehmen in unserem Netzwerk, das hier aushelfen und die Versorgung des Kunden sicher stellen kann.

Sind die Projekte der Pentisten eher national oder international ausgerichtet?

Markus Krebs: Die ersten Schritte sind wir in Deutschland gegangen. Allerdings kam die Internationalisierung sehr schnell. Durch unsere Pentisten wie Tennants im UK, Donauchem in Österreich, diverse Tochterunternehmen unserer deutschen Pentisten in Osteuropa und Benelux sowie unserer Kooperationspartner Quimidroga in Spanien und Ormezzano in Italien haben unsere Kunden sehr schnell unsere Produkte und Services in Anspruch genommen. So sind wir auch in diesen Ländern schnell gewachsen.
Penta arbeitet immer auf internationaler Ebene. Aus Sicht unserer Pentisten ist dies fallweise durchaus unterschiedlich und kann von einer rein regionalen Beteiligung bis hin zum internationalen Engagement reichen.

 

 

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Penta Chemikalien GmbH & Co.KG

Mainaschaff
Germany

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