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Ausblick 2013: Wendepunkt in Industrie und Handel?

Kommentar von Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands, Bundesvereinigung Logistik (BVL)

24.01.2013 -

Die erste gute Nachricht lautet: Der Gesamtindikator für den Wirtschaftsbereich Logistik pendelte sich im vierten Quartal 2012 knapp oberhalb der Normalniveaus ein. Zweite gute Nachricht: Die Lageeinschätzung in Industrie und Handel war nach zwei Quartalen wieder im Anstieg begriffen, allerdings bei weiterhin verhaltenen Erwartungen. Weniger gute Nachrichten gibt es von den Logistik-Dienstleistern: Ihre wirtschaftliche Lage sowie die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate sind leicht unter das Normalniveau gesunken.

Der Wendepunkt in der Lageeinschätzung der Supply Chain Management-Spezialisten aus Industrie und Handel - darunter auch Experten aus der Chemielogistik - kann ein positiver Frühindikator sein. Jedenfalls nährt er die Hoffnung, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Dynamik in Deutschland voraussichtlich im vierten Quartal 2012 erreicht sein wird. Zur Jahreswende jedenfalls, so die Ergebnisse der Indikatorumfrage, sinkt aufgrund kaufmännischer Vorsicht die Investitionsneigung im Bereich Logistik auf beiden Marktseiten und auf absehbare Zeit ist nicht mit weiterem Aufbau personeller Ressourcen zu rechnen.

Das für 2013 für Deutschland prognostizierte Wirtschaftswachstum von etwa 0,8% ist - das lehrt die Erfahrung - keine volks- und betriebswirtschaftliche Komfortzone. Der IWF erwartet für die kommenden Jahre ein Wachstum des Welthandels zwischen drei und vier Prozent. Die für den deutschen Export wichtigen Absatzmärkte wie die USA und China sind von einer stabilen Nachfrageentwicklung weit entfernt. Weitere für die deutsche Wirtschaft relevante Handelspartner wie Brasilien, Russland, Indien und die Türkei erwarten anhaltendes Wachstum auf hohem Niveau. Der Konsum im Inland ist stabil geblieben, aber die Mehrkosten für die Energiewende werden nicht ohne Wirkung bleiben.

Defizite hinsichtlich der Qualität und des weiteren Ausbaus der Infrastruktur wirken hinderlich für eine effiziente Logistik - und damit für die Entwicklung des Wirtschaftsbereiches.
Positiv ist jedoch, dass die Logistiker in Industrie, Handel und Dienstleistung in Deutschland viel besser auf Konjunkturschwankungen vorbereitet sind als vor vier Jahren. Daher bleiben eine intensive Marktbeobachtung und besonnenes Handeln erfolgsrelevant. Auch wenn ökonomisch gesehen ein eher kühler Winter bevorsteht, gibt es hinreichend Signale der Hoffnung, dass es ein kurzer Winter werden wird.

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