Anlagenbau & Prozesstechnik

Der Weg zur Kreislaufwirtschaft

Mit Datenräumen für die Chemieindustrie steigenden Rohstoff- und Energiepreisen trotzen

15.05.2024 -

Produktionsprozesse und Wertschöpfungsketten in der Chemie- und Pharmaindustrie müssen nachhaltiger gestaltet und womöglich neu gedacht werden. Gleichzeitig wird eine Umstellung von linearen zu kreislauforientierten Wirtschaftsmodellen immer notwendiger. Dies erfordert eine umfassende Vernetzung zwischen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dezentrale Datenräume bieten dabei die Möglichkeit, Daten und Informationen sicher, standardisiert und ohne Verlust der Kontrolle oder Urheberschaft über Unternehmensgrenzen hinweg auszutauschen und bergen dadurch großes Potenzial, eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer effizienten und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu spielen.

Steigenden Rohstoff- und Energiepreisen trotzen

Einer der größten Vorteile der Kreislaufwirtschaft für die Chemieindustrie liegt in der Optimierung des Ressourceneinsatzes – in Form von Rohstoffen wie auch Energie. Durch Wiederverwertung und Wiederverwendung von Materialien können Unternehmen ihre Abhängigkeit von primären Rohstoffen verringern und gleichzeitig Kosten senken. Darüber hinaus bietet eine sektorenübergreifende Kreislaufwirtschaft die Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck der Produktion und der Produkte zu reduzieren. Dies kann zur Entwicklung einer Vielzahl von Innovationen führen, die nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Voraussetzung einer Kreislaufwirtschaft und der damit einhergehenden gesteigerten Komplexität sind die Herstellung der Transparenz im eigenen Unternehmen und unternehmensübergreifende Informationsaustausche – wie bspw. zum Product Carbon Footprint (PCF). Durch die Nutzung von Datenräumen kann dieser Wandel effektiv unterstützt werden und Unternehmen können ihre Position als führende Akteure in der nachhaltigen Entwicklung stärken. Denn die Kopplung von Datenräumen ermöglicht es Unternehmen, ihre Betriebsabläufe zu optimieren und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Datenräume spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette erleichtern und den Austausch von Informationen ermöglichen.

Datenräume für die Chemieindustrie

Ein Beitrag für die Nutzung von Datenräumen ist das geplante Forschungsprojekt Process-X im Rahmen der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Manufacturing-X Initiative (Plattform Industrie 4.0). Ziel dieses Projekts ist es, einen föderalen, dezentralen Datenraum für die Chemieindustrie zu etablieren, der produzierende Unternehmen, Zulieferer und Dienstleister miteinander verbindet. Durch die Nutzung eines solchen Datenraums können Unternehmen Informationen über Materialflüsse, Produktionsprozesse und Recyclingmöglichkeiten effizient austauschen und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten. Durch Process-X soll die digitale Vernetzung innerhalb eines Chemieparks und auch darüber hinaus verstärkt werden.

Die Kommunikation zwischen Betrieben und Unternehmen erfolgt aktuell oftmals nicht automatisiert und digital, was zu großen Ineffizienzen führen kann. Im Gemeinschaftsprojekt sollen mit Beteiligung aller Stake­holdergruppen erstmalig Lösungen entwickelt und erprobt werden, die unter dem Dach der Manufacturing-X Initiative einen souveränen, inter­operablen und standardisierten Datenaustausch über einen Großteil der Wertschöpfungsketten für die chemische Prozessindustrie ermöglichen. Insbesondere sollen dabei neue innovative Nutzungsszenarien für bereits bestehende Konzepte (Gaia-X, Catena-X, Asset Administration Shell) erprobt und mit branchenspezifischen Standards verknüpft werden. Eine verstärke (Nach-)Nutzung von Industrie- und Produktionsdaten bildet die Basis für neue wertschöpfungssteigernde Geschäftsmodelle z.B. in der Verwendung von nicht benötigten Energiemengen oder Abfallströmen. Die Chemieindustrie soll damit in die Lage versetzt werden, sich flexibel an neue Anforderungen anzupassen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Die Implementierung von Datenräumen und damit auch das geplante Forschungsprojekt Process-X werden eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaft in der Chemieindustrie spielen. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und den effizienten Austausch von Informationen kann der Übergang zu nachhaltigen Wirtschaftsmodellen erfolgreich gestaltet und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen sichergestellt werden.

Autoren

Maja Diebig Lorenz © Invite   Maja Diebig Lorenz, Invite

Roman Heumann, © Invite   Roman Heumann, Invite

Oro-Savedra © Bayer   Christine Oro Saavedra, NAMUR

 

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NAMUR - Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie e.V.

c/o Bayer AG
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