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Langjähriger Roche-Präsident Humer tritt ab

05.03.2013 -

Nach 16 Jahren an der Spitze des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat Verwaltungsratspräsident Franz Humer seinen Rücktritt für 2014 angekündigt. Er werde auf der Generalversammlung des nächsten Jahres für eine Wiederwahl nicht mehr zu Verfügung stehen, sagte der 66-jährige Manager am Dienstag auf der Aktionärsversammlung in Basel. Einen Nachfolger für Humer will Roche im Herbst benennen. Beschlossen ist bereits, dass der Verwaltungsrat nicht von einem Präsidenten geführt werden soll, der zugleich im Tagesgeschäft tätig ist. Damit wird Konzernchef Severin Schwan, der am Dienstag zum ersten Mal in den Verwaltungsrat gewählt wurde, nicht zugleich Präsident werden. Humer selbst war von 2001 bis 2008 sowohl Präsident als auch Konzernchef gewesen.

Der aus Österreich stammende Jurist Humer, der auf eine 40-jährige Karriere in der Pharmabranche zurückblickt, war 1995 vom britischen Pharmakonzern Glaxo in die Schweiz gewechselt. Er trat in den Roche Verwaltungsrat ein und übernahm die Leitung der größten Division Pharma. 1996 wurde er zum Chief Operating Officer und 1998 zum Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Er richtete das Geschäft auf Krebsmedikamente aus und fädelte die Übernahme der US-Biotechnologie-Firma Genentech ein. Medikamente wie Avastin und Mabthera, die aus den Genentech-Labors kommen, sind heute die wichtigsten Umsatzträger. Nach dem siebenjährigen Doppelmandat zog sich Humer 2008 auf das Amt des Präsidenten zurück. Im Tagesgeschäft übernahm Schwan das Steuer. Auf die Strategie des Roche-Konzerns dürfte der Rücktritt kaum Einfluss haben, sagte Kepler-Analyst Martin Vögeli. Schwan verfolge die gleichen Ideen und Strategien wie Humer. "Ich sehe kaum Änderungen", so der Experte.

Als Nachfolger Humers kommt nach Ansicht von Analysten in erster Linie Genentech-Präsident Arthur Levinson in Betracht. Der 63-jährige Amerikaner ist auch Chairman des Computerkonzerns Apple und sitzt seit 2010 im Roche-Verwaltungsrat. Levinson würde die Fortsetzung von Humers Strategie garantieren, wenngleich sich der Schwerpunkt von Roche möglicherweise auf die andere Seite des Atlantiks verlagern könnte. "Wenn es Art Levinson ist, bestehen gute Chancen, dass Innovationen weiter im Zentrum stehen", sagte Vontobel-Analyst Andrew Weiss. Mit seiner Erfahrung in Forschung und Entwicklung wäre er der ideale Sparring-Partner für Konzernchef Schwan, sagte Helvea-Analyst Olav Zilian. Entscheiden werden letzten Endes die Erben der Gründerfamilie Hoffmann-Oeri, die den Konzern mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,01 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Humer wurde ebenso wie seinem Vorgänger Fritz Gerber ein sehr enges Verhältnis zu der Familie nachgesagt.

Ende Januar war der Präsident des Lokalrivalen Novartis, Daniel Vasella, zurückgetreten. Der 59-jährige sollte zunächst eine Abgangsentschädigung von 72 Mio. CHF erhalten. Nach einem öffentlichen Aufschrei wurde der Vertrag wieder aufgehoben.

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