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Neuausrichtung: Namur öffnet sich Verfahrenstechnischer Industrie

16.09.2011 -

Neuausrichtung: Namur öffnet sich Verfahrenstechnischer Industrie

Seit Juli dieses Jahres ist Dr. Wolfgang Morr von Bayer Technology Services stellvertretender Geschäftsführer der Namur. Morr studierte Physik an der Universität Heidelberg und promovierte am Institut für Angewandte Physik mit einer Arbeit aus der Festkörperphysik. 1989 trat er bei Bayer ein und arbeitete dort als PLT-Projektingenieur. In der Automatisierungsszene ist Morr durch seine Gremienarbeit gut bekannt, u.a. in der Namur, bei der GMA und beim DKE. CHEManager befragte Dr. Morr zu seiner neuen Aufgabe, zur kommenden Namur-Hauptsitzung und der Ausrichtung der Namur. Die Fragen stellte Dr. Dieter Wirth.

CHEManager: Herr Dr. Morr, der bisherige Geschäftsführer der Namur, Dr. Hasso Drathen, wird auf der kommenden Namur- Hauptsitzung nach 20jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer verabschiedet. Übernehmen Sie ein schweres Amt?

 

Dr. WolfgangMorr: Ja und Nein! Ja, weil ein Geschäftsführer, der 20 Jahre lang die Namur geführt hat, diese auch entscheidend geprägt hat. Der technologische Wandel der letzten 20 Jahre war doch gewaltig, von der Schreibmaschine bis zum Laptop, von den Karteikarten bis zur Datenbank, von Briefen bis zum E-Mail. Aber auch die Unternehmen der Chemie und Pharmazie haben einen dramatischen Wandel vollzogen.

Firmen wie Höchst, Hüls oder Degussa existieren nicht mehr. Dafür sind neue wie Clariant, Sanofi-Aventis, Evonik und Lanxess entstanden, die aus den Umstrukturierungen hervorgegangen sind. Die Namur hat diesen Umbruch nicht nur schadlos überstanden, sondern ist in diesen Jahren weiter gewachsen und hat heute 111 Mitgliedsfirmen. Auch das Interesse an der Namur ist gestiegen. Die Teilnehmerzahl in Lahnstein hat die 500er Marke erreicht. Die Namur in Zeiten dieses Umbruchs zusammengehalten zu haben, ist sicher ein Verdienst von Hasso Drathen. Und „Nein“ kann ich sagen, weil ich eine hervorragend geführte Geschäftsstelle übernehme, bei der Monika Reek als Assistenz der Geschäftsstelle für Kontinuität sorgt. Von daher freue ich auf die neue Herausforderung.

CHEManager: Seit der Hannover Messe/Interkama wird von einer neuen Ausrichtung der Namur gesprochen. Wie kann man das verstehen?

Dr. Wolfgang Morr: Vielleicht ist es erst zur Interkama 2007 in der Öffentlichkeit richtig angekommen, aber die neue Ausrichtung der Namur wurde bereits auf der Hauptsitzung im November 2005 bekannt gegeben. Ziel dieser neuen Ausrichtung ist die Öffnung der Namur für die gesamte verfahrenstechnische Industrie, d. h. nicht mehr nur Chemie und Pharmazie. Erste Erfolge sind da inzwischen zu verbuchen. Des Weiteren hat sich die Namur zu einem internationalen Verband der Anwender von Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie gewandelt.

Diese Internationalisierung ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Mitglieder der Namur aber auch für die Hersteller von Automatisierungstechnik, denn der globale Markt benötigt weltweit akzeptierte Standards, und da können die Namur-Empfehlungen und -Arbeitsblätter einen wichtigen Beitrag liefern. Durch die Präsentation der Namur auf der Interkama ist das manchem erst deutlich geworden.

CHEManager: Die Namur-Hauptsitzung steht unter dem Motto „Prozess-Sensoren schaffen und erhalten Werte in der Prozessindustrie“. Welches sind die Brennpunkte, die die Automatisierungsspezialisten und Leittechniker derzeit besonders stark bewegen?

Dr. Wolfgang Morr: Vor zwei Jahren haben wir zusammen mit der GMA die Roadmap „Prozess-Sensoren“ veröffentlicht, die die Anforderungen der Anwender an Prozess-Sensoren beschreibt und Hinweise gibt, wo Handlungsbedarf besteht. Nach zwei Jahren wollen wir einen ersten Rückblick wagen, welche Entwicklungen angestoßen wurden und welche Erfolge auch schon zu verbuchen sind. Wir werfen jedoch auch einen Blick auf das PLT-Feldgerät von morgen, wobei wir das Notwendige in den Vordergrund stellen wollen, nicht das Machbare. Ebenso wird die Gerätekommunikation angesprochen, denn da läuft noch nicht alles rund. Der Sponsor der diesjährigen Hauptsitzung Endress + Hauser wird dann seine Sicht auf die Entwicklung von Prozess-Sensoren darlegen.

CHEManager: Die Prozessleittechnik ist als Lehrfach zwar an einigen Universitäten und Fachhochschulen etabliert – aber reicht der Nachwuchs aus? Gibt es eigene Initiativen der Namur?

Dr. Wolfgang Morr: Der Ingenieurmangel macht sich überall bemerkbar und auch im Bereich Automatisierungstechnik. Aus diesem Grunde unterstützt die Namur Initiativen wie „Tech to Youth“ der Hannover Messe. Aber auch der Namur-Award ist ein Beitrag, Studierende dazu zu ermuntern, sich dem Thema Prozessautomation zu widmen. Wir bekommen sehr gute Bewerber aus den uns bekannten Instituten, aber zu wenig. Wir hoffen, dass sich das nach einigen Jahren ändert, denn ein Studium dauert nun mal vier bis fünf Jahre.

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