Standorte & Services

Sparsamer Umgang mit Wasser

Nachhaltiges Wassermanagement im IP Wiesbaden

20.03.2024 - Der Industriedienstleister ISW nutzt Flusswasser aus dem Rhein für die chemische Produktion.

In den vergangenen Jahren haben die Produktionsunternehmen im Industriepark Wiesbaden im Schnitt rund 30 Mio. m3 Wasser gebraucht. InfraServ Wiesbaden (ISW) geht mit dieser Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen so sparsam wie möglich um. Gemeinsam mit den Standortunternehmen arbeitet der Industrieparkbetreiber daran, das Wassermanagement weiter zu optimieren.

Das Umweltbundesamt (UBA) unterscheidet Wasserarten unterschiedlicher Qualität, die jeweils für bestimmte Zwecke bevorzugt verwendet werden. Entsprechend wird im IP Wiesbaden kein hochwertiges Quellwasser und auch kein normales Grundwasser für die Produktion eingesetzt. Vielmehr macht Flusswasser mit deutlich über 90 % den weitaus größten Teil des am Standort eingesetzten Wassers aus. ISW entnimmt es dem Rhein an der Spitze der dem Industriepark vorgelagerten Rheininsel Petersaue, um es als Kühlwasser für die Produktionsbetriebe einzusetzen. Die Menge ist von Jahr zu Jahr leicht schwankend, liegt aber deutlich unter dem Grenzwert für die Wasserentnahme, den die Behörden festgelegt haben. Das Kühlwasser wird nach seiner Nutzung unter Einhaltung aller wasserrechtlichen Vorgaben in den Rhein und damit an die Natur zurückgegeben.

Die übrigen Bedarfsmengen des jährlich genutzten Wassers stammen aus zwei Brunnen auf der Petersaue. Hier wird Uferfiltrat entnommen, um es später als VE-Wasser einzusetzen: einige ansässige Chemieunternehmen benötigen dieses „vollentsalzte Wasser“ in bestimmten Produktionsschritten, um zu verhindern, dass in den Anlagen Ablagerungen oder unerwünschte chemische Reaktionen auftreten.

Der Industrieparkbetreiber hat sich das hehre Ziel gesetzt, die Flusswasserentnahme in den nächsten zehn Jahren mindestens zu halbieren, um damit auch die eigene Resilienz mit Blick auf Klimawandel zu verbessern. Dafür arbeiten ISW-Experten derzeit u.a. an einem Kreislaufkonzept, das auf Rückkühltechnik und anderen technischen Neuerungen basiert. Dabei soll die im erwärmten Kühlwasser enthaltene Abwärme kanalisiert und für eine Weiterverwendung nutzbar gemacht werden. Das im Kreislauf geführte Kühlwasser senkt nicht nur die Wasserentnahme, sondern auch die Belastung des Rheins.

Zuletzt wurde in einem Teil des eigenen Industrieparkkraftwerks auf ressourcenschonende geschlossene Wasserkreislaufsysteme umgestellt. So wird das Kühlwasser von fünf Frischdampfprobenehmern und zwei Kesselwasserprobenehmern, welche zuvor nach dem Prinzip der Durchlaufkühlung betrieben wurden, neuerdings in einen geschlossen Kühlkreislauf des Kraftwerks überführt. Allein mit dieser Maßnahme wird die Wasserentnahme aus dem Rhein um mehr als 1.000 m³/a reduziert. Erfreulich hierbei ist auch, dass die Idee für diese Innovation aus dem unternehmensinternen Innovationsmanagement kam: Mitarbeiter können über eine interne IT-Plattform Verbesserungsvorschläge einreichen und erhalten nach deren Bewertung mitunter attraktive Prämien ausgezahlt.

Auch vom Uferfiltrat wird bereits heute deutlich weniger entnommen als die behördlich genehmigten Jahresmengen. InfraServ Wiesbaden geht davon aus, dass der Bedarf in den nächsten Jahren weiter sinken wird. In zahlreichen Einzelprojekten in Betrieben und Anlagen wird aktuell an Prozessoptimierungen gearbeitet. So wird derzeit in den Anlagen zur Vollentsalzung von Wasser eine Optimierung mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz vorangetrieben.

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