Anlagenbau & Prozesstechnik

Kapazität für exklusive Kundensynthesen ausgebaut

05.03.2013 -

Kapazität für exklusive Kundensynthesen ausgebaut – Degussa-Geschäftsbereich Exclusive Synthesis & Catalysts erweiterte die Wirkstoff-Produktion in Wolfgang.

Der Degussa-Geschäftsbereich Exclusive Synthesis & Catalysts hat seine Kapazitäten in der Exklusivsynthese erweitert. Im Industriepark Wolfgang (IPW) in Hanau-Wolfgang weihte der Bereich im Juni erweiterte Anlagen zur Produktion von Wirkstoffen für die Pharmaindustrie ein.

„Für uns stellen die Erweiterungen der Wirkstoffproduktionsanlagen 2 und 3 entscheidende Schritte auf dem Weg der strategischen Neuausrichtung dar", sagte der Geschäftsgebietsleiter Exklusivsynthese, Dr. Rudolf Hanko.

In die Wirkstoffproduktion investierten der Geschäftsbereich und die Industriepark Wolfgang (IPW) insgesamt knapp 12 Mio. €.

Langfristige Lieferverträge mit Kunden aus der Pharmaindustrie machten den Ausbau möglich. Zu den Kunden gehören unter anderem ein deutscher Konzern und die amerikanische Gilead Sciences in Foster City/Kalifornien.

Mit ihr hatte Degussa 2006 einen Vertrag über die Lieferung von Wirkstoffen und hochwertigen Zwischenprodukten geschlossen. Die Unternehmen setzen die in Wolfgang hergestellten Substanzen zum Beispiel in Medikamenten zur Therapie von Aids, Diabetes oder in Infusionen für die künstliche Ernährung ein.

Aus strategischer Sicht habe die Produktionserweiterung große Bedeutung, sagte Hanko: „Wir zielen darauf, in Wolfgang und an anderen europäischen Standorten die Exklusivsynthese auf höher veredelte Zwischenprodukte und patentgeschützte Wirkstoffe zu konzentrieren. Die dafür benötigten Rohstoffe oder nicht-patentgeschützten Wirkstoffe stellen wir an Standorten in China oder Indien her. Dies ist die Kernidee der so genannten horizontalen Integration. Sie trägt ganz wesentlich zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit bei. Nur so können wir unseren Kunden Risikomanagement zu attraktiven Preisen bieten." Die Kunden erwarteten, dass die Auftragsproduktion weniger Kapitalaufwand erfordere als wenn sie das selbst tun würden.

„Deshalb brauchen wir beides, kostengünstige Standorte in Asien und Anlagen in Europa, die auch den anspruchsvollsten Qualitätsansprüchen genügten", sagte Hanko. Die Wirkstoffproduktion 2 und 3 „entsprechen voll dem auf dem internationalen Pharmamarkt verlangten, strengen Qualitätsstandard Good Manufacturing Practice, GMP".

Mit den jetzt eingeweihten Anlagen baue der Bereich seine Position im GMP-Bereich aus. Hanko verwies darauf, dass erst jüngst eine Anlage in Hanau seitens der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA erfolgreich ohne Beanstandungen auditiert wurde. Hanko: „Das bestätigt unsere Leistungsfähigkeit."

 


Platz für Erweiterungen

In der Wirkstoffproduktion wird unter Reinraumbedingungen gearbeitet, um höchste Qualität der hergestellten Produkte zu gewährleisten. Gebäudeeinteilung und Materialien spiegeln die speziellen Ansprüche wider.

In der komplett neu gebauten Erweiterung der WP 2 erstrecken sich die Produktionseinrichtungen über eine Höhe von 17 m. Verglaste Kabinen schotten die Anlagen von einer speziellen Technikzone ab und vermitteln zugleich den Eindruck von Transparenz.

Die Anlage ist in Modulbauweise errichtet, die Raum für Expansion lässt.

Die bereits bestehende WP 3 wurde um einen Trakt ergänzt, so dass dort zusätzliche Kapazitäten entstanden. Alle Baumaßnahmen wurden ausgeführt, während der Betrieb in den bestehenden Anlagen weiter lief.

Insgesamt sichert die Wirkstoffproduktion in Wolfgang rund 200 Arbeitsplätze.

„Die Investition ist aus unserer Sicht nicht nur ein klares Bekenntnis zum Standort, sondern stärkt ihn in seiner gesamten Forschungs- und Produktionskompetenz", sagte der Geschäftsführer der IPW, Stefan Kroll.

Er ließ kurz die Entstehungsgeschichte Revue passieren: Bis zum Sommer 2006 stand an Stelle des neuen Produktionsgebäudes die denkmalgeschützte Zeppelinhalle.

Nach intensiven Gesprächen erteilten die Denkmalschutzbehörden auf Stadt- und Landesebene die Erlaubnis, die Halle niederzulegen. So konnte der Neubau effizient in die bestehenden Anlagen integriert werden.

Der Industriepark Wolfgang ist für Degussa der wichtigste Forschungsstandort weltweit. Der international aufgestellte Geschäftsbereich Exclusive Synthesis & Catalysts hat seinen Hauptsitz in Wolfgang.

Dort betreibt er zusätzlich zu Anlagen für die Exklusivsynthese die kundenspezifische Herstellung von Chemiekatalysatoren und Pilotanlagen. Außerdem ist ein Großteil der F & E-Aktivitäten am Standort konzentriert. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte der Geschäftsbereich einen Umsatz von mehr als 500 Mio. €.


www.degussa-ec.com
www.degussaforpharma.com

 


Kurzprofil Industriepark Wolfgang GmbH

Der Industriepark Wolfgang ist Zentrum für angewandte Materialtechnologie, Spezialchemie und Biotechnologie. Betreiber des Parks ist die Industriepark Wolfgang GmbH (IPW), eine Tochtergesellschaft der Degussa..

Sie erbringt mit knapp 1.000 Mitarbeitern zahlreiche Dienstleistungen für die in Hanau-Wolfgang und in der Region ansässigen Unternehmen.

IPW setzte 2006 rund 112 Mio. € um. Die IPW ist ein integraler Dienstleister mit umfassendem Serviceportfolio.

Dazu gehören u. a. Versorgung mit Energie und Medien, Informationstechnologie, Logistik, Arbeitssicherheit und -medizin, Umweltschutz, Gebäudemanagement.

Aus den angebotenen Leistungen können die Kunden ein ihren Ansprüchen entsprechendes Paket zusammenstellen - ausgenommen davon sind Werkschutz und Feuerwehr. Die Infrastruktur des Parks ist forschungs- und produktionsspezifisch ausgerichtet.

Es stehen Einrichtungen wie Spezialapparatebau, Hochdrucktechnikum, Verfahrenstechnik und Technika zur Verfügung. Stark nachgefragte Dienstleistungen sind außerdem ein Auditservice und Gefahrgutschulungen.

Zusätzlich unterstützt ein zertifiziertes Analyse-Kompetenzzentrum die Unternehmen. Die in Wolfgang ansässige Innovationsagentur betreut interne wie externe Forscher bei Anträgen für öffentliche Fördergelder.

Der Industriepark, in dem rund 4.500 Beschäftigte arbeiten, und seine Betreibergesellschaft sind auf Wachstumskurs: Neben den gerade in Betrieb genommen, neuen Degussa-Anlagen hat die Materialtechnikgruppe Umicore jüngst die zweite Bauphase des weltgrößten Autokatalysatoren-Testzentrums vollendet und der Dentaltechnikspezialist Degudent errichtet derzeit eine komplett neue Fertigungshalle.

Und die IPW selbst baut derzeit zusammen mit Degussa ein neues Lagezentrum.

Nach Angaben des IPW-Geschäftsführers Stefan Kroll wurden und werden zurzeit in Wolfgang insgesamt rund 38 Mio. € investiert.