Anlagenbau & Prozesstechnik

Flanschdichtungen im Kraftnebenfluss

Dichtprobleme reduzieren sich auf die Frage nach dem geeigneten O-Ring

28.02.2012 -

CITplus - Bei Compac-Flanschen liegt die Besonderheit in einer speziell konstruierten Nut. Der Aufnahmeraum für den O-Ring wird so gewählt, dass er das Dichtelement zur Hälfte eng anliegend umfasst, wobei das Volumen der Nut geringer ist als das Volumen des O-Rings. Laut Hersteller soll dieses Dichtsystem konventionellen Flanschverbindungen mit Flachdichtungen überlegen sein.

Mit der neuen Flanschdichtung der Firma Albert Zimmermann & Söhne, dem Compac-Flansch, verlieren Dichtprobleme von Verbindungsteilen ihre Problematik und werden reduziert auf die Frage nach dem geeigneten O-Ring.
Die Besonderheit dieser Dichtungstechnik liegt in einer speziellen Nut. Im neuen Konzept wird der Aufnahmeraum für den O-Ring so gewählt, dass er die Dichtung zur Hälfte eng anliegend umfasst, wobei die Tiefe des Aufnahmeraumes geringer ist als der Durchmesser des O-Rings.
Werden die beiden Flanschflächen einer Verbindung bis zur Metallauflage gegeneinander gepresst, findet der O-Ring nur im komprimierten Zustand in seinem Aufnahmeraum Platz. Diesen füllt er, im Gegensatz zu derzeit üblichen O-Ring-Dichtungen, vollständig aus. Durch die Umfassung ist es aber dem O-Ring verwehrt, aus dem Aufnahmeraum „auszufließen". Unter Kompression stehende O-Ringe verhalten sich etwa wie Kupferdichtungen, haben aber gegenüber Kupferdichtungen den Vorteil, dass Oberflächenvertiefungen und Kratzer im Bereich der Dichtfläche ausgeglichen werden.

Hohe Ausfallsicherheit
Dieses auf der Anwendung preisgünstiger O‑Ringe basierende Dichtsystem bietet laut Hersteller als weltweit erstes O-Ring-Flanschsystem Vorteile gegenüber konventionellen Flanschverbindungen mit Flachdichtungen bezüglich Dichtheit, Vibrationsfestigkeit und Druckbeständigkeit. Dadurch ist eine extrem hohe Ausfallsicherheit gewährleistet.
Bei Compac-Flanschen liegt der Innendruck auf der Flanschfläche zwischen Innendurchmesser und O-Ring im Kraftnebenschluss an. Die mit Druck belegte Fläche bleibt auch bei steigendem Druck immer konstant. Bei Flanschen mit Flachdichtungen dagegen liegt der gesamte Innendruck auf der Dichtung im Krafthauptschluss. Bei zunehmendem Druck müssen die Breite der Flansche und die Flachdichtung vergrößert werden.
Ein Compac-Flansch wirkt wie ein metallischer Monoblock und kann daher bedeutend leichter ausgelegt werden. Dichtungsanteile können nicht durch aggressive oder pulsierende Medien zerstört werden und so in das System gelangen und zu Störungen führen.

Jetzt noch leichter
Die neue Flanschdimension erlaubt Gewichts- oder Materialeinsparungen bis zu 90 % gegenüber DIN-Flanschen. Je nach Nennweite werden nur ein bis zwei Modelle für die verschiedenen Druckstufen benötigt.
Die Dichtwirkung des komprimierten O-Rings ist um ein vielfaches besser als jene von deformierten Elastomeren. Außerdem nimmt die Temperaturbeständigkeit des Elastomermaterials in Compac-Flanschen um ca. 100° Celsius zu.
Die Erfahrung mit bereits im Einsatz befindlichen Compac-Flanschen zeigt, dass langzeitig dichte Verbindungen auch dann möglich sind, wenn der O-Ring der Verbindung definitiv gegen die eingesetzte Chemikalie nicht resistent ist und ohne Kompression quellen und sich auflösen würde. Compac-Flanschverbindungen kommen dem Ziel des Umweltschutzes nach absoluter unbegrenzter Dichtheit und der Materialeffizienz ein gutes Stück näher.

Kombinierbar
Compac-Flansche werden als Vorschweiß-, Überwurf-, Gewinde- und Blindflansche hergestellt. Alle Flanscharten sind untereinander kombinierbar. So fallen, z. B. bei der Kombination Vorschweißflansch mit Nut und Schraubengewinden und Überwurfflansch, für den Monteur bei der Montage einige Arbeitsschritte weg. Er muss das Lochbild nicht mehr spiegeln, da der Überwurf drehbar ist und es werden keine Muttern für die Schrauben benötigt.

Kontakt

Albert Zimmermann & Söhne GmbH & Co. KG

Postfach: 4029
57356 Lennestadt
Deutschland