Unbemannte Tankfahrt

Roboter reinigen bei der Raffinerie DOW am Standort Böhlen Tanks

  • Der 500 kg schwere Roboter ist so klein, dass er durch ein 60 cm durchmessendes Mannloch in den Tank eingefahren werden kann. © Lobbe Industrieservice GmbH & Co KGDer 500 kg schwere Roboter ist so klein, dass er durch ein 60 cm durchmessendes Mannloch in den Tank eingefahren werden kann. © Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG
  • Der 500 kg schwere Roboter ist so klein, dass er durch ein 60 cm durchmessendes Mannloch in den Tank eingefahren werden kann. © Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG
  • Mittels Joystick können aus dem eigens für die Roboternavigation eingerichteten Container  Fahrtrichtung und Geschwindigkeit eingestellt werden. © Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG
  • Sabine Günther, Lobbe

Erstmals hat Lobbe in Kooperation mit ST-Cleaning einen Roboter zur Tankreinigung im Werk Böhlen der Dow Olefinverbund eingesetzt.

Es ist nicht der erste Tank, den ein Roboter reinigt. „Die Pilotprojekte sind abgeschlossen und der Ablauf ist jetzt optimiert“, sagt Bastian Spitzner, der bei der Anlieferung des Roboters vor Ort ist. „Die Aufbauarbeiten nehmen mehr Zeit in Anspruch, als bei der manuellen Reinigung, aber insgesamt ist eine unbemannte Tankreinigung schneller: Der Roboter wird nicht müde und kann 24 Stunden durcharbeiten, 7 Tage in der Woche“. Bei einer manuellen Reinigung, die außenluftunabhängig und mit Chemieschutz-Anzügen durchgeführt wird, müssen sich die Facharbeiter jede Stunde abwechseln. Ein Mehrschichtbetrieb würde da die personellen Kapazitäten stark strapazieren.

Rückstandsfrei vor Renovierung
Der Naphtha-Tank auf dem Böhlener Gelände der Dow, ein Behälter mit 52 m im Durchmesser, wurde 1996 errichtet und 2002 zuletzt gereinigt. Naphtha ist eine leicht flüchtige Rohbenzin-Substanz. Feststoffe aus vorangehenden Verarbeitungsschritten und aus der Lagerung selbst sammeln sich dort, derzeit dürften dies um die 1.000 t sein. Da der Tank komplett renoviert werden soll – das Dach wird später ausgetauscht, die Böden werden erneuert – muss er geleert und von Rückständen befreit werden. Dazu wurde zunächst die gasförmige Atmosphäre im Tank abgesaugt, durch Frisch­luft ersetzt und die noch vorhandenen Reste abgefackelt. Erst, wenn die Konzentration von Schadstoffen ein Mindestmaß gemäß den Vorschriften erreicht hat, kann das Mannloch geöffnet werden, um von dort aus eine Schleuse in den äußeren Bereich zu errichten. Durch diese Schleuse soll der Roboter in den Tank einfahren.

Klein, unbemannt und per Joystick zu steuern
Seit einigen Monaten kooperiert Lobbe Industrieservice mit dem Unternehmen ST-Cleaning, um Arbeitsprozesse so stark wie möglich zu automatisieren. Mehr Automatisierung bedeutet zugleich eine höhere Arbeitssicherheit, da Fach­arbeiter nicht mehr direkt im gefährdenden Bereich tätig sind. Bei der Dow in Böhlen werden nach und nach die Komponenten aufgebaut.

Neben dem eigentlichen Roboter wird ein Container für die Steuerung eingerichtet, Gaswäscher, Saugfahrzeuge und Hydraulikantriebe installiert. Die Absaug-Schläuche müssen mit dem Roboter verbunden werden, ebenso eine Wasserzuleitung, damit der fest gewordene Schlamm im Inneren aufgespritzt und absaugfähig gemacht werden kann. Auch die drei LED-beleuchteten Kameras werden vorab installiert.
Der Roboter selbst ist so klein, dass er durch ein im Durchmesser mindestens 60 cm großes Mannloch in den Tank eingefahren werden kann. Allerdings erst dann, wenn eine Fläche von rund 2 x 2 m am Eingang gesäubert und von Resten befreit wurde. Der Roboter wiegt ca. 500 kg und die Ketten des Antriebs sind magnetisch. So hält sich der Roboter am metallischen Tankboden fest, vorausgesetzt, an der Einstiegsstelle ist der Boden bereits gereinigt. Ist der Roboter im Inneren des Tanks, fahren seine Kameras und die Hebelarme aus. Jetzt kann die Navigation im eigens dazu eingerichteten Container starten. Mittels Joy­stick können Fahrtrichtung und Geschwindigkeit eingestellt werden. Der Kontrolleur sieht auf dem Monitor ein Übersichtsbild sowie das vordere und hintere Ende des Roboters. Damit kann auch verhindert werden, dass sich in den Schläuchen Schlaufen bilden.

Nach 30 Schichten fertig
Nach rund 30 Arbeitsschichten ist die Arbeit des Roboters beendet. Wieder wird die Atmos­phäre mit Frischluft ausgetauscht, die restlichen Gase abgefackelt und das Mannloch zur Schleuse geöffnet. Nach dem Ausfahren des Roboters wird dieser komplett demontiert und gereinigt – damit ist er bereit, für die nächste, unbemannte Tankfahrt. Die Feinreinigung nach dem Einsatz des Roboters wird manuell erfolgen, da Rinnen, Rohre, Anschlussstücke und Bauelemente, die hervorstehen, nicht vom Roboter erfasst werden können.
„Mit verhältnismäßig geringem Personaleinsatz haben wir den entsprechenden Behälter in rund 30 Arbeitstagen gereinigt. Bei den Standard-Verfahren hätten diese Arbeiten erheblich länger gedauert“, so Spitzner. Und auch der Kunde ist zufrieden: Künftig wird Dow verstärkt auf automatisierte Verfahren zurückgreifen.

Atex Zone 0 zertifizierter Reinigungsroboter!
Die Tank- bzw. Behälterreinigung wird mit einem Atex Zone 0 zertifizierten Reinigungsroboter aus einem Atex zertifizierten mobilen Kontrollraum kontrolliert. Egal ob Rohöltank, Produkttanks, Abwassertanks, Abwasserbecken oder Ähnliches, für jedes Anliegen ist ST-Cleaning flexibel gerüstet. Ohne Probleme können mit dem Atex Zone 0 zertifizierten Reinigungsroboter Tanks mit einem Durchmesser von bis zu 100 m gereinigt werden. Außerdem sind unsere Atex Zone 0 zertifizierten Reinigungsroboter durch ein ausgeklügeltes Transportsystem weltweit verfügbar.

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