03.10.2018
ThemenLogistik

Fraunhofer-Frachtkostenbarometer der chemischen Industrie in Europa (2/18)

Sommerauswertung 2018: Stärkster Preisanstieg seit sieben Jahren

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  • Florian Mägerlein, Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS

Die Sommerauswertung 2018 des Frachtraten-Benchmarkings der Fraunhofer SCS zeigt für den europäischen Straßengüterverkehr in allen betrachteten Transportsegmenten eine sehr deutliche Steigerung der Frachtraten. Nur für den Bereich Bulk Tank ist die Zunahme noch vergleichsweise moderat. Die Entwicklung mancher Segmente ist so extrem, dass die Skalierung des Frachtkostenbarometers mit einem Maximum von ursprünglich +3% für diese Ausgabe auf +6% erhöht werden musste.

In den letzten beiden Halbjahresauswertungen war Bulk Tank der Bereich mit den deutlich größten Preisanstiegen (April 2017: +1,3%; Oktober 2017: +1,0%). Diese Werte werden nun zwar mit +1,4% leicht übertroffen, dennoch ist jene die geringste der aktuellen Steigerungen. Hier scheint die allgemein schlechte Entwicklung der Transportpreise bereits in den letzten beiden Halbjahren zumindest teilweise vorweggenommen worden zu sein. Getrieben wird der Zuwachs für Bulk Tank momentan v.a. durch Relationen, die in Frankreich starten. Für immerhin 11% aller betrachteter Bulk Tank Touren lassen sich fallende Frachtraten ausmachen.

Das FTL-Segment – mit -0,3% im vorherigen Halbjahr noch als einziger Bereich rückläufig – verzeichnet in der heutigen Auswertung einen sehr deutlichen Anstieg um +3,0%. Diese Entwicklung wird klar durch die Erhöhung des Dieselpreises um +3,6% und der relevanten Erzeugerpreise um +0,5% gefördert. Auffällig ist jedoch, dass sich die Preissteigerung sehr unterschiedlich über die verschiedenen Länderrelationen verteilt. So gibt es Touren, für die die Preise quasi stagnieren, gleichzeitig haben insbesondere die Touren, die in Deutschland starten, Zuwächse von teils über +5%. Eine Senkung der Frachtraten kann nur für wenige Touren, die nach Russland führen, ausgemacht werden.

Die drei Teilladungsbereiche weisen diesmal die stärksten Zuwächse auf. So steigt der Preis des LTL (7,5t)-Segment um extreme +4,8 % (gegenüber +0,1 % im letzten Winter) und auch das LTL (2,0t)-Segment legt sehr deutlich um +3,5% (zuletzt +0,1%) zu. Für das LTL (0,5t)-Segment berechnet sich ebenfalls ein sehr hoher Anstieg von +4,5 % (zuvor +0,2%).

Die, in dieser Art ungewohnt großen, Erhöhungen – zuletzt gab es vergleichbare Werte 2011 im Zuge der Normalisierungsentwicklung nach der Finanzkrise – werden noch deutlicher als für das FTL-Segment v.a. durch Touren, die in Deutschland starten, getrieben. Im Gegensatz zum FTL-Segment können jedoch für LTL (2,0t) und LTL (0,5t) keinerlei Länderrelationen gefunden werden, für die die Preise sinken. Vergleichsweise moderat sind einzig die Preiseentwicklungen der Touren, die in Italien oder Spanien starten.

In der CHEManager-Ausgabe 2/2019 erwarten Sie die aktuellen Benchmarking-Ergebnisse der nächsten Auswertung.


Frachten-Benchmarking Chemie

Das Fraunhofer SCS Frachten-Benchmarking besteht seit 2005 und ermöglicht seinen Teilnehmern einen detaillierten und anonymen Vergleich ihrer Frachtraten für den Lkw-Transport chemischer Güter in Europa. Hierdurch werden Marktentwicklungen und durchschnittliche Frachtraten auf nationaler und regionaler Basis transparent gemacht und können im Unternehmenscontrolling sowie in Verhandlungen genutzt werden. In der vorliegenden Kolumne werden halbjährlich aggregierte Entwicklungstrends verschiedener Transportsegmente für die CHEManager-Leser veröffentlicht.

Das SCS Frachten-Benchmarking Chemie wird als offener Arbeitskreis geführt und kann durch geeignete Unternehmen erweitert werden.

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