14.09.2017
ThemenLogistik

Pharmaindustrie und –logistik konzentriert in der Hauptstadtregion

Spezialisierte Pharmalogistiker in der Region Berlin Brandenburg als zentraler Teil der globalen Supply Chain

  • Flughafen Berlin-Tegel: Pharmatransport per Luftfracht wird immer bedeutender; © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbHFlughafen Berlin-Tegel: Pharmatransport per Luftfracht wird immer bedeutender; © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Pharmaindustrie spielt in der Hauptstadtregion traditionell eine bedeutende Rolle. Ausgehend von der Versorgung der Millionenstadt Berlin haben sich schon vor über 100 Jahren zahlreiche Medikamentenhersteller am Standort angesiedelt. Auch heute prägen Unternehmen wie Bayer (Übernahme von Schering in Berlin-Wedding) oder Takeda im brandenburgischen Oranienburg die Wirtschaftsstruktur. Durch die internationale Expansion vieler Hersteller im Pharmasektor, wurde eine globale Distribution der Pharmazeutika nötig und in der Hauptstadtregion hat sich eine leistungsstarke Gruppe hochspezialisierter Pharmalogistik-Dienstleister herausgebildet.

Diese Pharmalogistiker wie z.B. Transco, Unitax oder Parexel bauen die weltweiten Transportlogistik-Verbindungen kontinuierlich aus und sind damit maßgeblicher Treiber für die Etablierung der Hauptstadtregion als internationalem Logistik-Hub. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) bringt in ihrem Cluster Logistik u.a. in einem regelmäßigen „Pharmastammtisch“ die Akteure zusammen, damit sich diese besser untereinander vernetzen und auch ihr Angebot optimieren können.

Pharmazeutika haben bedeutsamen Anteil an der Luftfracht
„Wenn man vom Warenwert ausgeht, machen Pharmazeutika allein rund ein Drittel des Frachtaufkommens aus, das über Luftfracht aus der Region in internationale Destinationen befördert wird“, sagt Torsten Jueling, Senior Manager Aviation Marketing des Flughafens Berlin Brandenburg (FBB).
Was die Volumina betrifft, dominiert jedoch der Lkw-Straßentransport in temperierten Spezialfahrzeugen für Pharmaprodukte. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich in der Hauptstadtregion ein Cluster spezialisierter Logistikdienstleister herausgebildet, die internationale Pharmatransporte vornehmlich über diese beiden Wege abwickeln. Hierzu gehören in der Transportlogistik zum einen die regionalen Niederlassungen von Kontraktlogistikern wie z.B. Rhenus und Gefco Forwarding. Zum anderen sind es in der Region gegründete Unternehmen wie Unitax oder Transco Berlin Brandenburg, die über die Pharma-Spezialisierung international agieren.
So hat Transco vor kurzem eine Tochterfirma mit Niederlassung in der iranischen Hauptstadt Teheran gegründet und mit Transco Air eine weitere Tochterfirma für die Abwicklung von Luftfracht-Sendungen.

Infrastruktur für Pharmazeutika in der Hauptstadtregion
Neben der reinen Transportlogistik wird für die sensiblen Medikamententransporte auf internationale Relationen Infrastruktur vor Ort benötigt.

So hat der Pharmalogistiker Unitax bereits vor Jahren sämtliche Niederlassungen in der Hauptstadtregion zu einem zentralen Standort direkt am Flughafen Schönefeld zusammengeführt. Der Pharmalogistiker mit eigener Herstellungserlaubnis nach § 13 AMG übernimmt in seinen GMP-zertifizierten Räumen Konfektionierungsarbeiten wie Umpacken, Etikettieren und Codieren. Die Ware kann nach dem Kommissionieren in dem neu errichteten Produktionslager in wenigen Minuten den Luftfracht-Carriern für den weiteren Versand zugestellt werden.
Auf Schönefeld als zentralen Logistikstandort setzt auch der Pharma-Labordienstleister Parexel mit Hauptsitz in Berlin-Charlottenburg. Am Airport hat die Parexel International Corporation, Auftragsforschungsinstitut zur Planung und Durchführung klinischer Studien, ein europäisches Distributions- und Dienstleistungszentrum aufgebaut. Von hier aus werden Prüfmedikationen und andere Studienmaterialien in kürzester Zeit Kunden europa- und weltweit zur Verfügung gestellt.
 

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