Innovationsfakten der Chemie- und Pharmaindustrie

(Ausgabe: CHEManager 9/2014)     Innovationsintensität     Die Innovationsausgaben der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie erreichten 2012 mit 13,3 Mrd. € ein Rekordhoch. Die Innovationsintensität (Ausgaben in Prozent des Umsatzes) der Branche lag bei 6,9 % (Grafik 1), was im Branchenvergleich Rang 3 bedeutet. Die Pharmaindustrie kommt naturgemäß mit 14,9 % auf einen deutlich höheren Wert als die Chemieindustrie (4,4 %). Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) untersuchten Innovationsaktivitäten umfassen Aufwendungen für Produkt- und Prozessinnovationen. Ein Großteil davon sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E). Diese sind laut vorläufigen Angaben des VCI im Jahr 2013 auf rund 10 Mrd. € gestiegen.

Produktneuheiten     Die Innovatorenquote, d.h. der Anteil der Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, ging 2012 auf 71 % zurück (2011: 79 %). Gleichzeitig sank auch der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten um 3 %. Die Innovationserfolge blieben jedoch stabil. Wie im Vorjahr wurden 14,7 % des Branchenumsatzes mit Produktneuheiten erzielt, die jünger als 3 Jahre sind (Grafik 2). Jedoch stieg der Umsatzanteil mit Marktneuheiten, d.h. mit Produkten, die ein Unternehmen als erster Anbieter auf dem Markt eingeführt hat, von 3,2 % auf 4,9 %. Der Kostensenkungsanteil durch Prozessinnovationen lag mit 3,4 % etwa auf dem Vorjahreswert.

Forschung und Entwicklung     Rund 29 % der Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie führten 2012 keine F&E-Aktivitäten durch und nur noch 57 % betrieben F&E auf kontinuierlicher Basis. Der Anteil der Unternehmen mit kontinuierlicher F&E sank seit 2009 um 6 % (Grafik 3).

Kontinuierliche F&E bezeichnet F&E-Aktivitäten von Unternehmen, die dauerhaft durchgeführt werden, z. B. mit einer eigenen F&E-Abteilung oder eigener F&E-Infrastruktur (Labors etc.). Gelegentliche F&E bezeichnet F&E-Aktivitäten von Unternehmen, die anlassbezogen aufgenommen werden, z. B. um ein bestimmtes technisches Problem im Rahmen eines Innovationsprojektes zu lösen.

Innovationsaktivitäten     Für 2013 und 2014 lassen die Planzahlen der Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie eine weitere kräftige Zunahme der Innovationsausgaben auf 16,3 Mrd. € bis 2014 erwarten. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte in 2013 wieder leicht gestiegen sein. Für 2014 sehen die Zahlen verhaltener aus. 2012 waren etwa 22 % nicht innovativ tätig. Mitte 2013 planten 18 % der Unternehmen, im Jahr 2013 keine Innovationsaktivitäten durchzuführen, 3 % waren noch unsicher (Grafik 4). 33 % wollten ausschließlich Produktinnovationen, 11 % nur Prozessinnovationen und 36 % sowohl Produkt- als auch Prozessinnovationen vorantreiben.

 

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