Megatrend Wasser: Daten und Fakten

(Ausgabe: CHEManager 5/2014)     Ressource Wasser     Sauberes Wasser ist von großer Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung unseres Planeten: Haushalte, Landwirtschaft und Industrie sind darauf angewiesen. Etwa 1.400.000.000 km³ Wasser sind auf der Erde vorhanden, 70 % unseres Planeten sind damit bedeckt. Nur ca. 35 Mio. km³ sind Süßwasser, davon sind wiederum 80 % im Eis der Polkappen gebunden. Daher sind nur etwa 213.000 km³ Wasser - also weniger als 1 % der weltweiten Wasserressourcen - für den Menschen zugänglich und so für die Nutzung verfügbar. Rund 7,1 Mrd. Menschen leben heute auf der Erde. Bis 2050 könnten es 11 Mrd. werden. Diese Bevölkerungsexplosion treibt die Nachfrage nach sauberem Wasser in die Höhe.

Wasserverbrauch     Der globale Wasserverbrauch wird in 3 Anwendungsgebiete unterteilt und durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Während in Europa mehr als drei Viertel des entnommenen Wassers für Industrie und Haushalte verwendet werden, nutzen die Länder Südostasiens 80 % des Wassers für die Landwirtschaft. Die Verfügbarkeit von Wasser ist in vielen Gebieten schon heute unzureichend. Rund 884 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu einer zeitgemäßen Wasserversorgung und sogar 2,6 Mrd. Menschen - insbesondere in den Schwellenländern - haben keine Sanitärversorgung. Die wachsende Weltbevölkerung und steigende Umweltbelastungen werden den Zugang zu sauberem Wasser weiter erschweren.

Intensivierung der Landwirtschaft     Der Wasserverbrauch wird weiter wachsen: Das Bevölkerungswachstum von rd. 80 Mio. Menschen pro Jahr impliziert einen geschätzten Anstieg der Wassernachfrage von 64 Mrd. m³ pro Jahr - auch für die Landwirtschaft. Bis 2030 wird der weltweite Nahrungsmittelbedarf um 50 % steigen; bis 2050 um 70 %. Mehr (Fleisch-)Konsum erfordert einen Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Wasser ist für die Landwirtschaft essentiell und die Bewässerung wird infolge der Zunahme von Anbauflächen und von Klimaveränderungen weiter steigen. Nur eine moderne Wasseraufbereitung stellt auch in Zukunft die effiziente Nutzung der Ressource Wasser sicher.

Virtuelles Wasser     Der Wasserbedarf im Alltag wird durch den direkten und den indirekten Wasserverbrauch beeinflusst: Ganze 140 l Wasser „verbraucht" z.B. eine Tasse Kaffee während ihrer „Herstellung" - Experten sprechen vom „virtuellen Wasser". Es berücksichtigt die Wassermengen, die für Herstellung, Verpackung und Transport von Produkten verbraucht werden. Die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse steigert den Wasserverbrauch enorm. Berechnet man die hierfür benötigte Wassermenge und schreibt das für Exportgüter in einem Land eingesetzte Wasser dem Importland zu, so entsteht ein „Wasser-Fußabdruck", der die Wassermenge bezeichnet, die die Bevölkerung eines Landes beansprucht.

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.