Rohstoffe in der chemischen Industrie

(Ausgabe: CHEManager 13-14/2013)    Chemieindustrie nutzt zu 14 % nachwachsende Rohstoffe

Die chemische Industrie setzte 2011 rund 18,7 Mio. t der fossilen Rohstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle stofflich ein. Auch der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen ist seit langem etabliert und betrug etwa 2,7 Mio. t im Jahr 2011. Nachwachsende Rohstoffe haben sich überall dort erhalten oder durchgesetzt, wo technische und ökonomische Vorteile gegenüber fossilen Einsatzstoffen bestehen. Sie werden z.B. zur Herstellung von Kunststoffen, Fasern, Waschmitteln, Kosmetika, Farben und Lacken, Druckfarben, Klebstoffen, Baustoffen, Hydraulikölen und Schmiermitteln bis hin zu Arzneimitteln genutzt.




In Deutschland wird ein Sechstel des Erdöls stofflich genutzt

Die chemische Industrie nutzt rund 15 % des in Deutschland verbrauchten Erdöls zur stofflichen Verarbeitung. Etwas mehr als die Hälfte des Erdöls wird für die Kraftstoffherstellung genutzt, der Rest energetisch. Auf die energetische und stoffliche Nutzung von Erdgas in der chemischen Industrie entfallen 12 %des in Deutschland insgesamt verbrauchten Erdgases.Insgesdamt entfallen vom Verbrauch aller fossilen Rohstoffe in Deutschland ca. 4 % auf die Chemie. Der Anteil der energetischen Nutzung beträgt hier über 80 %, auf Kraftstoffe entfallen 14 %.

Chemieindustrie nutzt 2,7 Mio. t nachwachsende Rohstoffe

Die chemische Industrie setzt Biomasse in der Regel nicht direkt ein, sondern die aus pflanzlicher und tierischer Biomasse gewonnenen nachwachsenden Rohstoffe. Sie verwendet also immer nur einen Teil der Biomasse. Beispiele für nachwachsende Rohstoffe sind Stärke, Zucker, Cellulose, Fette, Öle und pharmazeutische Wirkstoffe.

Zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten für Biomasse sind erhebliche Nutzungskonkurrenzen erkennbar. Bei steigendem Einsatz dürfte sich die Konkurrenz zwischen dem stofflichen Einsatz in der Chemie und den ungleich größeren Sektoren Energieerzeugung und Treibstoffe verstärken.

Industrie importiert Rohstoffe für 110 Mrd. €
Die Industrie importiert 90 % der eingesetzten fossilen Rohstoffe und einen großen Anteil an mineralischen Rohstoffen. Bei nachwachsenden Rohstoffen liegt der Anteil aus heimischer Erzeugung höher, allerdings beträgt der Importanteil auch hier rund 65 %. Insgesamt hat Deutschland im Jahr 2010 Rohstoffe im Wert von rund 110 Mrd. € importiert und Rohstoffe im Wert von 17,7 Mrd. € im Inland produziert. Eine Importabhängigkeit besteht vor allem bei Erdöl und Erdgas. Das nach Deutschland importierte Erdöl kommt zu 60 % aus der Russischen Föderation, Großbritannien und Norwegen.



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