Achema 2018: Starkes Plädoyer für internationale Zusammenarbeit

Mit 3.737 Ausstellern aus 55 Ländern hat die Achema heute in Frankfurt ihre Pforten geöffnet. Die weltweit wichtigste Veranstaltung der Prozessindustrie zeigt Ausrüstung und Verfahren für die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. In den kommenden fünf Tagen rechnen die Organisatoren mit rund 170.000 Besuchern aus aller Welt. Wichtige Themen in Ausstellung und Kongress sind die flexible Produktion, der Einsatz biotechnologischer Verfahren und die Rolle der Logistik, aber auch Ressourcenschutz, Digitalisierung und Energie. Bei der Eröffnungspressekonferenz stand besonders die internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Branchenexperten betonten ihre Bedeutung für globale Nachhaltigkeit und Wohlstand.

Vom 11. bis zum 15. Juni 2018 zeigen Hersteller von Laborausrüstung und verfahrenstechnischen Komponenten, Anlagenbauer, Automatisierer und Werkstoffentwickler ihre neuesten Produkte und Verfahren. Mit einem Auslandsanteil von 56% ist die Achema nochmals internationaler geworden. Größte Ausstellernationen nach Deutschland sind China und Italien. Angestiegen sind auch die Ausstellerzahlen aus Japan, Korea und Taiwan, während die Zahlen aus den europäischen Ländern stabil blieben.

In der Eröffnungspressekonferenz stand vor dem Hintergrund der jüngsten politischen Entwicklung vor allem die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Als Vorsitzender des Achema-Ausschusses unterstrich Jürgen Nowicki, dass internationaler Handel nicht nur für den Austausch von Waren und Dienstleistungen wesentlich sei, sondern auch für Innovationen. Eine Plattform wie die Achema sei ohne die Rahmenbedingungen eines freien internationalen Wettbewerbs nicht denkbar. Nowicki nannte als Beispiele für die Innovationskraft der Branche die flexible Produktion, die individuellere Produkte ermöglicht, die zunehmende Nutzung biotechnologischer Verfahren in der Chemie und die fortschreitende weltweite Vernetzung, bei der die Logistik eine wesentliche Rolle spielt.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der chemischen Industrie, Utz Tillmann, betonte die anhaltend guten wirtschaftlichen Aussichten für die Chemiebranche in Deutschland. Gleichzeitig warnte er vor den neuen geopolitischen Risiken, die aus der US-Handelspolitik, aber auch aus der Wirtschaftsstrategie Chinas erwachsen. Davon abgesehen habe die deutsche Chemie langfristig exzellente Perspektiven, auch, weil die Unternehmen die Chancen der Digitalisierung und zirkulären Wirtschaftsweise erkannt haben und beherzt umsetzten. Aufgaben wie die Bekämpfung des Klimawandels seien allerdings nur global und zu vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen lösbar.

Rainer Diercks, Vorsitzender der Dechema, die den Achema-Kongress mit rund 800 Vorträgen verantwortet, ging auf die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung ein. Wissenschaft und Innovationen lebten vom freien Austausch von Informationen, von Menschen und Technologien. Wer diesen Austausch ohne guten Grund einschränke, setze letztlich die Zukunft der Entwicklung des Planeten aufs Spiel. Denn die Prozessindustrie arbeite an Fragestellungen, die jeden Menschen auf der Welt betreffen, von Klimawandel über Gesundheitsversorgung bis zu Energie und Mobilität.

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