Clariant verzeichnet 2019 Umsatzsteigerung

Clariant hat für das Gesamtjahr 2019 einen Umsatz aus fortgeführte Aktivitäten in Höhe von 4,399 Mrd. CHF im Vergleich zu 4,404 Mrd. CHF im Jahr 2018 bekanntgegeben. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 3% in Lokalwährungen und einer stabilen Entwicklung in Schweizer Franken aufgrund ungünstiger Währungsschwankungen. Der Umsatzanstieg in Lokalwährungen ist auf eine positive Entwicklung in den Geschäftsbereichen Catalysis und Natural Resources mit Volumenzuwächsen und höheren Preisen zurückzuführen.

Bezogen auf das Gesamtjahr haben nahezu alle Regionen zu dem Umsatzwachstum in Lokalwährungen beigetragen. Die Umsatzzuwächse waren am ausgeprägtesten in Lateinamerika mit 13% Wachstum, gefolgt von einer Zunahme von 8% in Asien. Im Mittleren Osten und Afrika wurde ein solides Umsatzwachstum von 3% verzeichnet, in Europa stieg der Umsatz um 1%. Nur in Nordamerika gab es einen Rückgang von 5%.

Catalysis und Natural Resources berichteten beide für das Gesamtjahr 2019 ein anhaltendes Umsatzwachstum in Lokalwährungen. Der Umsatz bei Catalysis legte um 9% in Lokalwährungen zu, was auf die positiven Beiträge sowohl von Petrochemicals als auch von Syngas zurückzuführen war. Der Umsatz bei Natural Resources stieg in Lokalwährungen um 4%. Gründe hierfür waren die sehr gute Entwicklung bei Oil and Mining Services und eine leichte Verbesserung bei Functional Minerals. Die Umsätze bei Additives wurden durch den nachlassenden Elektro- und Elektroniksektor sowie durch den schwachen Automobilmarkt negativ beeinflusst.

Bei Care Chemicals war ein geringfügiger Umsatzrückgang von 1% in Lokalwährungen zu verzeichnen. Die gute Umsatzentwicklung bei Consumer Care konnte die schwächere Entwicklung bei Industrial Applications nicht vollständig ausgleichen. Diese war das Ergebnis einer weiterhin verhaltenen Nachfrage und einem schwächeren Aviation-Geschäft.

Das EBITDA nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten wurde durch eine einmalige Rückstellung in Höhe von 231 Mio. CHF negativ beeinflusst. Diese Rückstellung wurde im zweiten Quartal vorgenommen aufgrund weiterer Entwicklungen bei einer laufenden wettbewerbsrechtlichen Untersuchung der Europäischen Kommission in Bezug auf den Beschaffungsmarkt für Ethylen.

Deshalb ging das EBITDA nach Einmaleffekten im Gesamtjahr 2019 signifikant auf 461 Mio. CHF zurück, von 607 Mio. CHF im Vorjahr.

Ohne Berücksichtigung dieser Rückstellung stieg das EBITDA nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten um 14% auf 692 Mio. CHF. Grund hierfür waren starke Profitabilitätsverbesserungen bei Catalysis und Natural Resources, welche die geringeren Margen bei Care Chemicals mehr als ausgleichen konnten. Catalysis profitierte von einem soliden Umsatzwachstum im gesamten Jahresverlauf und von einer Margenverbesserung aufgrund eines zunehmenden Umsatzanteils von Petrochemicals. Die Profitabilität von Natural Resources wurde positiv beeinflusst durch das Umsatzwachstum in Verbindung mit einem intensivierten Fokus auf stärker mehrwertgenerierende Anwendungen, die von einer niedrigeren Kostenbasis profitierten. Einmaleffekte im zweiten Quartal und ein geringerer Umsatz im Bereich Industrial Applications waren die Hauptgründe für den EBITDA-Rückgang bei Care Chemicals. Die entsprechende EBITDA-Marge nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten stieg ohne Berücksichtigung der Rückstellung von 13,8% im Vorjahr auf 15,7%.

Das Nettoergebnis des Gesamtkonzerns sank von 356 Mio. CHF im Gesamtjahr 2018 auf 38 Mio. CHF. Dieser Rückgang ist weitgehend zurückzuführen auf die oben genannte einmalige Rückstellung, das schwächere operative Ergebnis bei den nicht fortgeführten Aktivitäten, die Kosten für die Ausgliederung der nicht fortgeführten Aktivitäten sowie höhere Ertragssteuern.

Der operative Cashflow des Gesamtkonzerns sank von 530 Mio. CHF im Vorjahr auf 509 Mio. CHF. Dieser Rückgang war vorrangig zurückzuführen auf ein geringeres Nettoergebnis und auf ein geringfügig erhöhtes Umlaufvermögen.

Die Nettoverschuldung des Gesamtkonzerns blieb – trotz Berücksichtigung von 246 Mio. CHF aufgrund der Einführung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) im Jahr 2019 – mit 1,372 Mrd. CHF nahezu unverändert im Vergleich zu einem Wert von 1,374 Mrd. CHF Ende 2018.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage kann der Verwaltungsrat dank des soliden Ergebnisses der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 0,55 CHF pro Aktie vorschlagen – nach einer Dividendenerhöhung von 10% im Vorjahr. Die Ausschüttung soll aus einer Kapitalherabsetzung mittels einer Nennwertreduktion erfolgen.

Ausblick
Clariant geht davon aus, dass sie mit ihren fortgeführten Aktivitäten dank des fokussierten Portfolios an hochwertigen Spezialitäten ein überdurchschnittliches Wachstum, eine höhere Profitabilität und eine stärkere Cashflow-Generierung erzielen wird. Mit Blick auf 2020 wird das Wachstum angesichts der schwachen Wirtschaftslage und der anhaltend ungünstigen Wechselkursbedingungen stärker eingeschränkt sein. Zusätzliche Effizienzmaßnahmen wurden für jedes der Geschäfte definiert, sie sollen die Margensteigerung unterstützen. Diese Maßnahmen werden in den nächsten zwei Jahren zu einem Belegschaftsabbau von etwa 500 bis 600 Stellen führen und damit zu einer Reduktion der Kostenbasis von ca. 50 Mio. CHF.

„2019 sind wir einen wesentlichen Schritt in unserer Strategie vorangekommen, uns auf unsere Geschäfte mit Spezialitäten zu fokussieren. Wir haben unser Portfolio umstrukturiert und in einem schwierigen Umfeld einen weiteren Umsatzanstieg und eine solide Margenverbesserung erzielt, was die Resilienz unserer Geschäfte eindeutig beweist“, sagte Executive Chairman Hariolf Kottmann. „Angesichts der Erwartung einer auch 2020 anhaltend schwachen Wirtschaftslage haben wir ausgewählte Effizienzmaßnahmen in allen unseren Geschäften gestartet, um die Steigerung der Profitabilität weiter zu unterstützen.“

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