Evotec sieht auch 2020 weiteres Wachstum

Evotec gab heute die Finanzergebnisse und die Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr 2019 bekannt. Demnach stiegen die Konzernerlöse stiegen 2019 um 19% auf 446,4 Mio. EUR (431,9 Mio. EUR ohne IFRS 15) (2018: 375,4 Mio. EUR / 2018 ohne IFRS 15: 364,0 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist das Ergebnis einer sehr guten Entwicklung des Basisgeschäfts, höherer Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeiträge des akquirierten Unternehmens Just – Evotec Biologics (16,1 Mio. EUR) in der zweiten Jahreshälfte 2019. Der ganzjährige Einfluss von IFRS 15 beträgt 14,5 Mio. EUR (2018: 11,4 Mio. EUR). Die Umsätze aus Meilensteinen, Abschlagszahlungen und Lizenzen stiegen 2019 insgesamt um 32% auf 39,0 Mio. EUR (2018: 29,5 Mio. EUR). Dies lag vor allem an den Erlösen aus Meilensteinen, die in den langfristigen Kooperationen mit Bayer (Endometriose/chronischer Husten und Nierenerkrankungen) und in den iPSC-basierten Kooperationen mit Bristol-Myers Squibb/Celgene im Bereich Neurodegeneration und mit Sanofi im Bereich Diabetes erzielt wurden.

2019 konzentrierte sich Evotec mit ihren unverpartnerten F+E-Aufwendungen in Höhe von 37,5 Mio. EUR (2018: 22,8 Mio. EUR) vor allem auf Initiativen in den Bereichen metabolische Erkrankungen, Onkologie und Plattformprojekte. Dazu zählen Investitionen in die Erweiterung der industrieführende iPSC-Plattform sowie in die Industrialisierung und Integration von „-omik“-Technologien, künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen sowie Datenanalytikplattformen. Die verpartnerten F+E-Aufwendungen in Höhe von 20,9 Mio. EUR (2018: 12,7 Mio. EUR) standen im Zusammenhang mit dem Portfolio im Bereich Infektionskrankheiten und wurden vorwiegend als F+E-Aufwendungen ausgewiesen, während die Kosten vollständig vom Partner Sanofi getragen wurden, unter sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden und sich demnach nicht negativ auf das operative Ergebnis oder das bereinigte EBITDA auswirken. Die Unterteilung in unverpartnerte und verpartnerte F&E-Aufwendungen wird erst seit Juli 2018 angewandt, seitdem der Standort Lyon von Sanofi übernommen wurde.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten des Konzerns haben sich um 17% auf 66,5 Mio.

EUR erhöht (2018: 57,0 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist das Ergebnis der ganzjährigen Vertriebs- und Verwaltungskosten von Evotec ID (Lyon) sowie halbjährig von Just – Evotec Biologics, höherer Kosten für Personal und Zeitarbeit aufgrund des allgemeinen Unternehmenswachstums sowie der Stärkung der unterstützenden Funktionen, höherer Beratungskosten sowie M&A- und finanzierungsbezogener Aufwendungen.

Im Jahr 2019 erfasste das Unternehmen Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 11,9 Mio. EUR (2018: 4,2 Mio. EUR) für die vollständige Wertberichtigung von SGM-1019 und des entsprechenden Firmenwerts. Diese einmalige Wertberichtigung wurde vor allem aufgrund der Beendigung der SGM-1019-Vereinbarung durch unseren Partner Second Genome vorgenommen.

Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg 2019 an und belief sich auf 123,1 Mio. EUR (2018: 95,5 Mio. EUR), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 27,6% (2018: 25,4%) entsprach und resultierte vor allem aus der sehr guten Performance des Basisgeschäfts, den Beiträgen von Meilensteinerreichungen und Lizenzumsätzen, dem positiven EBITDA-Beitrag durch Just – Evotec Biologics und den Effekten der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16.

Das Betriebsergebnis belief sich 2019 auf 62,6 Mio. EUR (2018: 77,5 Mio. EUR). Ein Vorjahresvergleich ist jedoch nicht aussagekräftig, da das Ergebnis 2018 durch den Einmaleffekt des negativen Unterschiedsbetrags aus der Akquisition von ID Lyon (15,4 Mio. EUR) deutlich positiv beeinflusst wurde. Der höhere Rohertrag 2019 wurde durch die erheblich gestiegenen Investitionen in F+E und die Wertberichtigung des immateriellen Vermögenswerts SGM-1019 und des entsprechenden Firmenwerts ausgeglichen. Der Jahresüberschuss belief sich im Jahr 2019 auf 37,2 Mio. EUR (2018: 84,1 Mio. EUR) und ist ebenfalls nicht vergleichbar, da er durch den Einmaleffekt aus dem negativen Unterschiedsbetrag in 2018 sowie einen latenten Steuerertrag beeinflusst wurde.

Evotec beendete das Jahr 2019 mit einem Liquiditätsbestand von 320,0 Mio. EUR (2018: 149,4 Mio. EUR). Davon entfielen 277,0 Mio. EUR auf Barguthaben und Guthaben bei Kreditinstituten und 42,3 Mio. EUR auf Wertpapiere. Über den Kassenbestand und die kurzfristigen Wertpapiere kann innerhalb eines Zeitraums von weniger als drei Monaten verfügt werden. Der Anstieg der Liquidität ging 2019 vor allem auf die Ausgabe des Schuldscheins in Höhe von 249,1 Mio. EUR sowie einem positiven operativen Cash-Flow von 42,2 Mio. EUR (2018: 156,2 Mio. EUR) zurück.

Prognose 2020
Aufgrund der drastischen und sehr dynamischen Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen Umfeld seit Ende Februar 2020 und der unvorhersehbaren besonderen Situation, die durch die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen unbekannten Zeitabläufe ausgelöst wurde, ist es zu diesem frühen Zeitpunkt nicht möglich, die potenziellen Auswirkungen auf die Umsätze und die finanzielle Performance genau vorherzusagen oder zu quantifizieren. Diese Ungewissheit erklärt auch die größer als üblich angegebenen Spannen. Evotec wird die weitere Entwicklung in dieser Ausnahmesituation weiterhin sehr genau beobachten und die Prognose aktualisieren, falls sich die Situation wesentlich verändert.

Im Jahr 2020 geht das Unternehmen von Konzernerlösen in Höhe von 440 bis 480 Mio. EUR aus. Dieses erwartete Umsatzwachstum beruht auf dem derzeitigen Auftragsbestand, den absehbaren Neuverträgen und Vertragsverlängerungen sowie den Aussichten auf Meilensteinzahlungen. Die Prognose basiert auf unveränderten Wechselkursen gegenüber 2019.

Das bereinigte Konzern-EBITDA von Evotec wird sich voraussichtlich im Bereich von 100 - 120 Mio. EUR bewegen, trotz erhöhter F+E-Investitionen, des erwarteten Verlusts der Sanofi-Subvention für den Standort Toulouse nach dem 1. Quartal 2020 und der deutlichen Steigerung des Geschäfts von Just - Evotec Biologics durch Investitionen in und den Aufbau von hoch innovativen J.POD-Kapazitäten in den USA.

Neben der verpartnerten und extern finanzierten F+E wird Evotec auch weiterhin erheblich in die nicht verpartnerte eigene F+E investieren, um eine langfristige Pipeline von erstklassigen Projekten und Plattformen aufzubauen. Wir gehen dafür von Investitionen in Höhe von ca. 40 Mio. EUR aus. Diese Aufwendungen sind unabhängig von den „verpartnerten“ F+E-Ausgaben im Bereich Infektionskrankheiten, die vollständig durch eine Partnerschaft mit Sanofi abgedeckt sind.

Kontaktieren

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.