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Bayer: Rückgänge bei Glyphosat belasten 2. Quartal

08.08.2023 - Bayer hat die detaillierten Ergebnisse für das 2. Quartal 2023 veröffentlicht, nachdem der Konzern bereits am 24. Juli wichtige Kennzahlen für diesen Zeitraum kommuniziert und den Ausblick für das Geschäftsjahr 2023 gesenkt hatte.

Grund dafür waren vor allem die weiter massiv zurückgegangenen Umsätze mit glyphosatbasierten Produkten in der Division Crop Science. Bei Pharmaceuticals entwickelte sich der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) stabil, und das Ergebnis lag unter Vorjahr. Consumer Health legte beim Umsatz wpb. zu und steigerte das Ergebnis.

Der Konzernumsatz von Bayer sank im 2. Quartal wpb. um 8,2% auf 11,044 Mrd. EUR. Negative Währungseffekte wirkten sich mit 553 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 915) Mio. EUR aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 24,5% auf 2,527 Mrd. EUR zurück. Hierin enthalten waren negative Währungseffekte von 120 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 300) Mio. EUR. Gegenläufig wirkten Erträge in allen Divisionen von insgesamt rund 481 Mio. EUR durch geringere Rückstellungen für das konzernweite Short-Term-Incentive-Programm. Das EBIT betrug minus 956 (Vorjahr: plus 169) Mio. EUR. Darin enthalten waren per saldo Sonderaufwendungen von 2,490 (Vorjahr: 2,111) Mrd. EUR. Diese standen vor allem in Verbindung mit einer außerplanmäßigen Werthaltigkeitsprüfung in der Division Crop Science. Daraus resultierte ein Konzernergebnis von minus 1,887 Mrd. (Vorjahr: minus 298 Mio.) EUR. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie verringerte sich um 36,8% auf 1,22 EUR.

Der Free Cash Flow belief sich vor allem wegen der rückläufigen Geschäftsentwicklung der Division Crop Science auf minus 473 Mio. (Vorjahr: plus 1,140 Mrd.) EUR. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich zum 30. Juni 2023 gegenüber Ende März 2023 um 9,8% auf 39,620 Mrd. EUR.

Umsatz von Crop Science ohne Glyphosat wpb. auf Vorjahresniveau
Im Agrargeschäft (Crop Science) ging der Umsatz wpb. um 18,5% auf 4,924 Mrd. EUR zurück. Das lag im Wesentlichen an Mengen- und Preisrückgängen bei glyphosathaltigen Produkten. Sie betrafen insbesondere die Regionen Nord- und Lateinamerika sowie Europa/Nahost/Afrika und führten zu Umsatzeinbußen von wpb. 45,6% bei den Herbiziden. Ohne Berücksichtigung von Glyphosat war das übrige Geschäft der Division wpb. auf Vorjahresniveau, wobei höheren Preisen ein geringerer Absatz gegenüberstand. Der Umsatz mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften legte wpb. um 10,6% zu – insbesondere dank Preissteigerungen in allen Regionen sowie erhöhten Anbauflächen in Nordamerika. Das Geschäft mit Fungiziden blieb wpb. auf Vorjahresniveau. Im Bereich Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften verringerte sich der Umsatz wpb. um 9,3%, vor allem aufgrund von geringeren Anbauflächen und niedrigeren Lizenzeinnahmen in Nordamerika.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science sank um 58,5% auf 725 Mio. EUR – im Wesentlichen aufgrund des Umsatzrückgangs bei glyphosathaltigen Produkten. Höhere Preise im übrigen Geschäft und Kosteneinsparungen konnten das nur teilweise ausgleichen. Zusätzlich belastet wurde das Ergebnis durch insbesondere inflationsbedingt gestiegene Herstellungskosten sowie negative Währungseffekte von 96 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 215) Mio. EUR.

Pharmaceuticals: Neue Produkte legen erheblich zu
Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Pharmaceuticals) lag mit 4,557 Mrd. EUR wpb. auf dem Niveau des Vorjahres. Signifikante Zuwächse erzielte die Division mit den neuen Produkten: Die Umsätze mit dem Krebsmedikament Nubeqa verdoppelten sich fast, während mit Kerendia zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes mehr als eine Verdreifachung gelang. Zudem wuchs das Radiologiegeschäft weiter, vor allem weil die Produktfamilien CT Fluid Delivery und Ultravist zulegten. Ein Umsatzplus war auch mit dem Augenmedikament Eylea zu verzeichnen (wpb. 5,6%) – dank gesteigerter Absätze in allen Regionen, insbesondere in Nordamerika und Asien/Pazifik. Gegenläufig wirkten niedrigere Umsatzerlöse der Division in China, unter anderem in Folge von Tenderverfahren bei Adalat zur Behandlung von Herzerkrankungen (globaler Umsatz wpb. minus 26,1%). Bemerkbar machte sich dort auch eine geringere Nachfrage nach Aspirin Cardio (globaler Umsatz wpb. minus 29,3%). Der globale Umsatz mit dem oralen Gerinnungshemmer Xarelto ging wie erwartet zurück (wpb. minus 3,3%), verursacht durch generischen Wettbewerbsdruck sowie niedrigere Preise, insbesondere in Asien/Pazifik und Lateinamerika.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals sank um 6,7% auf 1,379 Mrd. EUR, insbesondere durch höhere Investitionen in die Forschung und Entwicklung der Zell- und Gentherapie- sowie Chemoproteomik-Technologien und Projekte der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung. Zudem war das Vorjahresquartal deutlich begünstigt durch den Verkauf von Randgeschäften. Die negativen Währungseffekte beliefen sich auf 40 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 41) Mio. EUR.

Consumer Health bleibt auf Wachstumskurs
Bei den rezeptfreien Gesundheitsprodukten (Consumer Health) erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem starken Vorjahresquartal wpb. um 5,4% auf 1,466 Mrd. EUR mit Beiträgen aus allen Regionen. Deutliche Zuwächse erzielte die Division wpb. im Dermatologie-Geschäft (10,9%), u. a. aufgrund einer anhaltend hohen Nachfrage nach Bepanthen, sowie in der Kategorie Schmerz und Kardio (10,0%). Zudem stiegen die Umsätze mit Erkältungsprodukten aufgrund einer anhaltend starken Erkältungssaison erheblich, während das Geschäft mit Allergieprodukten trotz einer wetterbedingt schwächeren Allergiesaison leicht wuchs. Das führte in der Kategorie Allergie und Erkältung zu einem Plus von wpb. 5,7%. Die Division war auch im 2. Quartal mit Lieferengpässen konfrontiert – insbesondere in der Kategorie Magen-Darm-Gesundheit, deren Umsatz wpb. auf Vorjahresniveau blieb. Es wird erwartet, dass sich die Versorgungslage im 2. Halbjahr verbessert.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health stieg gegenüber einem sehr starken Vorjahresquartal um 1,5% auf 335 Mio. EUR. Hierzu trugen kontinuierliche Produktivitätssteigerungen und das Preismanagement bei, die inflationsbedingt weiter gestiegene Kosten sowie Investitionen in die Vermarktung innovativer Produkte ausglichen. Hinzu kamen höhere Erlöse aus Verkäufen kleinerer, nicht strategischer Marken. Die negativen Währungseffekte beliefen sich auf 31 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 49) Mio. EUR.

Konzernausblick am 24. Juli gesenkt
Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2023 hat der Bayer-Konzern am 24. Juli gesenkt – vor allem aufgrund weiter massiv zurückgegangener Umsätze mit glyphosatbasierten Produkten. Bereits in der Mitteilung zum 1. Quartal war das Unternehmen von einer Zielerreichung im unteren Bereich der zuvor kommunizierten Bandbreiten ausgegangen. Bereinigt um Währungseffekte (also auf Basis der monatlichen Durchschnittskurse des Jahres 2022) erwartet Bayer jetzt einen Umsatz von 48,5 bis 49,5 (ursprünglich: 51 bis 52) Mrd. EUR. Dies entspricht nun einem Rückgang von wpb. 2 bis 3% (Anstieg um 2 bis 3%). Für das EBITDA vor Sondereinflüssen geht das Unternehmen jetzt von währungsbereinigt (wb.) 11,3 bis 11,8 (12,5 bis 13,0) Mrd. EUR aus. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie plant es nun wb. einen Wert von 6,20 bis 6,40 (7,20 bis 7,40) EUR. Beim Free Cash Flow erwartet Bayer jetzt wb. etwa null (etwa 3,0 Mrd.) EUR, bei der Nettofinanzverschuldung wb. etwa 36 (32 bis 33) Mrd. EUR. Das Unternehmen rechnet nun mit Sondereinflüssen im EBIT von wb. etwa minus 3,5 (etwa minus 1,0) Mrd. EUR.

Auf Divisionsebene erwartet Bayer wpb. im Geschäftsjahr bei Crop Science jetzt einen um etwa 5% geringeren (ursprünglich: etwa 3% höheren) Umsatz als im Vorjahr und bei Pharmaceuticals einen um etwa 0% veränderten (zuvor: etwa um 1% höheren) Umsatz. Das Unternehmen plant wb. bei Crop Science nun mit einer EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen von etwa 21 (25 bis 26)% und bei Pharmaceuticals mit etwa 28 (leicht über 29)%. Die Prognose für Consumer Health bleibt unverändert mit einem Umsatzwachstum von wpb. etwa 5% und einer EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen von wb. etwa 23%.

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