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Deutsche Biotechbranche schrumpft - Chronische Unterfinanzierung

15.04.2014 -

Die deutsche Biotechbranche ist im vergangenen Jahr weiter zurückgefallen. Der Branchenumsatz schrumpfte um 7 % auf 1,04 Mrd. €, die Forschungsausgaben fielen um 6 % auf 671 Mio. €, wie aus dem am Montag veröffentlichten "Biotechnologie-Report 2014" der Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young) hervorgeht. Die deutsche Biotechbranche zählte im vergangenen Jahr 409 (2012: 414) Unternehmen. Die schwierige Finanzierungssituation vieler Unternehmen bremst nach Einschätzung des Leiters des deutschen Life-Science-Geschäfts von EY, Siegfried Bialojan, zunehmend die Branchenentwicklung. "Die Schere im Vergleich zu den USA öffnet sich weiter", kritisierte Bialojan.

Während es in Deutschland seit 2006 keinen einzigen Börsengang eines Biotech-Unternehmens gab, schafften in den USA allein im vergangenen Jahr 41 Unternehmen den Sprung aufs Parkett. Bei der Risikofinanzierung von Biotech-Unternehmen ist Deutschland der Studie zufolge inzwischen sogar das Schlusslicht im Ländervergleich. Der Zufluss an Risikokapital in die Branche sank im vergangenen Jahr um 50 Mio. € auf 164 Mio. €.

Vor allem vermögenden Privatinvestoren wie den Gründern des Generika-Herstellers Hexal, Andreas und Thomas Strüngmann, ist es der Studie zufolge zu verdanken, dass die Kapitalzufuhr nicht völlig austrocknete. Aus solchen Family Offices stammten 2013 rund 80 % des Wagniskapitals für Biotechunternehmen. Mit klassischen Finanzierungsrunden sammelten Unternehmen 2013 lediglich 35 Mio. € ein.

Auch bei den Medikamenten-Neuentwicklungen sieht es in der deutschen Biotech-Branche aktuell mager aus. Lediglich acht Wirkstoffe befanden sich der Studie zufolge 2013 in der Phase III der klinischen Entwicklung, der letzten großen Testphase am Menschen vor einer Zulassung. 2012 waren es noch zehn, 2011 noch 13 gewesen. Mit staatlicher Hilfe brächten deutsche Firmen zwar neue Wirkstoffe hervor. Marktreif entwickelt würden sie aber vor allem im Ausland, wo es genügend Investoren gebe. Bei den Wirkstoffen in klinischen Testphasen sei Deutschland im europäischen Vergleich inzwischen auf Platz drei von Platz zwei nach Großbritannien und der Schweiz abgerutscht.

Um wieder mehr Finanzierungsanreize für Investoren zu schaffen, fordert die Beratergesellschaft, dass Investoren von der Kapitalertragssteuer befreit werden, wenn sie 1 % ihres Vermögens in Hochrisiko-Fonds anlegen. Durch die Begrenzung auf 1 % der Investments bleibe das Risiko für Anleger überschaubar. Für Versicherungen, die vorsichtiger anlegen müssten, sollen nach den Vorstellungen von EY Ausnahmeregelungen greifen.

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