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Glaxo mit Gewinneinbruch - Generika und Rechtsstreitigkeiten

06.02.2011 -

Milliardenbelastungen durch Rechtsstreitigkeiten und die Konkurrenz billigerer Nachahmermedikamente haben dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch eingebrockt. Wie andere große Pharmakonzerne konnte sich Glaxo nicht den Auswirkungen der Gesundheitsreform in den USA und den Preiskürzungen bei Arzneimitteln in Europa entziehen. 2010 sei das Ergebnis vor Steuern um 52 % auf 4,5 Mrd. £ (5,3 Mrd. €) gefallen, teilte die im britischen Leitindex FTSE-100 notierte GSK am Donnerstag in London mit. Unter dem Strich wies Glaxo einen Gewinnrückgang auf 2,742 Mrd. £ aus nach 6,145 Mrd. im Vorjahr. Glaxo-Chef Andrew Witty kündigte für 2010 eine um 7 % höhere Dividende an und begründete dies auch mit der fortgeschrittenen Konzentration auf künftige Wachstumsfelder. Zudem sollen 2011 weitere Aktien zurückgekauft werden. Dies kam an der Börse gut an: Die Glaxo-Aktie legte am frühen Nachmittag um 3,55 % auf 1167,50 Pence zu, während der FTSE-100 leicht nachgab.

4 MILLIARDEN PFUND FÜR RECHTSSTREITIGKEITEN
Kosten von rund 4 Mrd. £ verbuchte Glaxo im abgelaufenen Geschäftsjahr alleine für Rechtsstreitigkeiten. Ohne diese Kosten wäre das operative Ergebnis lediglich auf rund 9 Mrd. £ gefallen. Inklusive der Belastungen fiel es um 48 % auf rund 5,1 Mrd. £ . Der Großteil der Kosten betraf Avandia, sagte Witty in einer Telefonkonferenz. Avandia, das mit Umsätzen von rund 3 Mrd. US-$ Dollar pro Jahr bis 2006 das zweitwichtigste Medikament für Glaxo war, kam 2010 noch auf einen Umsatz von 440 Mio. £ - ein Minus von 44 %. In Europa war die Vermarktung wegen erhöhter Herzinfarkt-Risiken bereits im Vorjahr eingestellt worden.  Die US-Gesundheitsbehörde FDA schränkte den Zugang für Patienten erheblich ein. Konzernchef Witty hat den Konzern seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 umgekrempelt. Mit der Expansion in Schwellenmärkten und Wachstumsbereichen wie der Biotechnologie will er die Abhängigkeit von den westlichen Märkten reduzieren. Während 2007 noch rund 40 % des Konzernumsatzes aus den westlichen Märkten wie USA oder Europa kamen, war es 2010 nur noch ein Viertel. Damit möchte der Novartis-Konkurrent Patentabläufen und der Konkurrenz durch Generikahersteller sowie staatlichen Sparprogramme begegnen.