Personal & Karriere

Impfen beim Werksarzt in der Mittagspause

Chemieunternehmen wollen helfen, die Pandemie zu bekämpfen

15.03.2021 - Die Chemiearbeitgeber bekräftigen ihr Angebot an die Bundesregierung, das deutsche Impfprojekt durch den Einsatz von Werksärzten zu beschleunigen.

Aus Sicht des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) ist es ein gutes Signal, dass Bund und Länder sich für Impfungen auf eine prominentere Rolle der Unternehmen verständigt haben. Ende Februar hatte der Verband den entsprechenden Ministerien ein Unterstützungsangebot unterbreitet.

Die 400 deutschen Impfzentren haben die Kapazität, pro Woche rund 1,4 Mio. Impfdosen zu spritzen. Noch wird diese Kapazität aufgrund der Impfstoffengpässe nicht ausgeschöpft. Aber ab April rechnet das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung aufgrund größerer Mengen an Impfstoffen damit, dass viele Impfdosen nicht eingesetzt werden können. Bis zu 3 Mio. Menschen könnten dann pro Woche nicht geimpft werden, obwohl Impfstoff vorhanden ist.

„Wenn voraussichtlich ab April mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen wir alle Kapazitäten nutzen, um ihn in den Arm zu bringen“, sagte Kai Beckmann, Präsident des BAVC. „Viele Unternehmen stehen bereit zu helfen. Wir haben das Zeug dazu: Unsere werksärztlichen Strukturen sind einsatzbereit und fähig, die Impfrate entscheidend zu erhöhen. Wir können unsere Mitarbeiter rasch impfen und so auch Kapazitäten in staatlichen Impfeinrichtungen freischaufeln. Wir wollen uns dabei strikt an die politischen Vorgaben zur Impfreihenfolge und Priorisierung halten – also ausdrücklich keine Privilegierung der Wirtschaft beim Impfen. Wir können aber mit unserer Infrastruktur einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie und zu einer Rückkehr zu mehr Normalität für die gesamte Gesellschaft leisten.“

Einige Unternehmen der Chemie­branche können bis zu 1.000 und mehr Impfungen täglich leisten. Sie haben bereits in die Infrastruktur investiert, etwa um die Kühlung der Impfdosen zu gewährleisten, und haben Konzepte erarbeitet, um auch die Familien der Beschäftigten zu impfen. Zudem ist die Öffnung für weitere Bevölkerungsgruppen geplant, um die Impfzentren zu entlasten.

Aus Sicht des Verband der Chemischen Industrie (VCI) muss sich die Impfstrategie auf mehrere Säulen stützen: ambitionierte situa­tionsbezogene Hygienekonzepte, intensives Testen und smarte Kontaktnachverfolgung sowie eine beschleunigtes Impfprogramm. Die chemisch-pharmazeutische Indus­trie arbeitet unternehmensübergreifend und mit Unterstützung durch die Politik mit Hochdruck daran, die Impfstoffproduktion hochzufahren und neue Vakzine zu entwickeln. Damit sei das Ziel einer weitgehenden Impfung aller Bevölkerungsgruppen bis Ende des Sommers erreichbar. „Wenn in Kürze große Mengen an Impfstoff zur Verfügung stehen, bieten die Werksärzte in den Unternehmen ihre Hilfe an, um die Beschäftigten rasch zu impfen. Zusätzlich unterstützt die Branche mit der Plattform für Zubehör wie Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung das Impfprogramm“, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.

Der VCI begrüßt die konsequente Ausweitung von Tests für alle Bürger über die Kommunen, Testzentren oder beauftragte Dritte sowie für Kitas und Schulen um das Infektionsgeschehen zu verringern, wenn positiv getestete Personen rasch isoliert und ihre Kontakte zügig nachvollzogen werden können. In Unternehmen der Branche sind Tests bereits Bestandteil der Sicherheitskonzepte. Für angebracht hält der Chemieverband auch, dass Unternehmen mit entsprechenden Sicherheitskonzepten ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit ungehindert nachgehen können. „Wenn ein Sicherheitskonzept für die Logistik vorliegt, dann sollte auf Grenzkontrollen oder präventive Quarantänemaßnahmen verzichtet werden“, sagt Große Entrup. So setzt sich der VCI z.B. für die Einrichtung einer „Green Lane“ an der Grenze ein, die einen reibungslosen Übertritt für Transporte ermöglicht, wenn Lkw-Fahrer nachweisen können, dass sie tagesaktuell getestet wurden.

Eine mögliche Testpflicht in den Unternehmen lehnt der BAVC jedoch ab. Zwar sei es grundsätzlich richtig, mehr und öfter zu testen, wenn Abstände nicht eingehalten werden können, um weitere Öffnungsschritte einzuleiten, Aufwand und Nutzen stünden bei einer Testpflicht in den Unternehmen aber in keinem Verhältnis. Die Chemiebranche habe in den vergangenen zwölf Monaten so viel und so gut in den Infektionsschutz investiert und halte alle Arbeitsschutzregeln ein, so dass eine Testpflicht in der Industrie keine Fortschritte bringe. Die Umsetzung würde zu maximalem organisatorischen Aufwand bei minimalen Effekten für den Gesundheitsschutz führen.

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