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Linde bleibt weiter auf Erfolgskurs

30.07.2012 -

Der Industriegasespezialist Linde trotzt der Konjunkturabschwächung in Europa und setzt mit Umsatz- und Ergebniszuwächsen seinen Rekordkurs fort. "Durch unsere globale und ausgewogene Aufstellung können wir eine Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder die Schwäche bestimmter Währungen gut kompensieren", sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Freitag. Mit seinem Optimismus hebt sich Linde von seinen großen US-Konkurrenten Air Products und Praxair ab, die ihre Prognosen erst vor wenigen Tagen wegen der Wirtschaftsflaute in Europa korrigierten.

Im zweiten Quartal steigerte Linde sein operatives Ergebnis um 6,1 % auf 847 Mio. €. Während die Euroschuldenkrise die Nachfrage in Europa dämpfte, lief es in vielen Schwellenländern sowie in Nord- und Südamerika für Linde rund. So war einmal mehr das Geschäft in Kanada stark, zudem profitierten die Münchener in Nordamerika von kräftiger Nachfrage nach Flüssig- und Flaschengasen. In Asien blieb China für Linde weiterhin das Zugpferd. Allerdings war die Nachfrage aus der Elektronikindustrie in Asien eher schwach, darüber hinaus dämpften Anlagenstillstände in Süd- und Ostasien das Geschäft.

Zum Ergebnisplus im Quartal trug außerdem ein mehrjähriges Sparprogramm bei, mit dem Reitzle die Schlagkraft des Unternehmens erhöhen will. Ziel ist es, im Zeitraum 2009 bis 2012 insgesamt 650 bis 800 Mio. € einzusparen. Daran soll sich ein weiteres Programm anschließen, das Reitzle nach früheren Angaben im Herbst vorstellen will.

Der Münchener Konzern, der unter anderem die Stahl- und Elektrobranche mit Sauerstoff und Stickstoff beliefert, setzte von April bis Juni insgesamt 3,67 Mrd. € um und damit 6,4 % mehr als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Gewinn von 346 Mio. €- ein Plus von 6,5 %. Im Gesamtjahr strebt der nach der französischen Air Liquide weltweit zweitgrößte Hersteller von Industriegasen weiterhin neue Bestmarken an. Damit würde Linde die Rekorde aus dem vergangenen Jahr übertreffen, als ein operativer Gewinn von 3,21 Mrd. € und ein Umsatz von 13,79 Mrd. € in den Büchern standen.

Während in der Gasesparte der operative Gewinn um 7,8 % auf 815 Mio. € zunahm, ging der operative Gewinn in der kleineren Anlagenbausparte leicht auf 78 von 79 Mio. vor Jahresfrist zurück. Im zweiten Quartal gewann Linde unter anderem von der russischen Petrochemiefirma Sibur einen Auftrag für eine große Ethylen-Anlage in Sibirien.

Bei Analysten kam das Zahlenwerk insgesamt gut an. "Das organische Wachstum im Gasegeschäft im Quartal ist etwas schwächer ausgefallen als erwartet", sagte Ulle Wörner von der LBBW. Allerdings sei auch nicht zu erwarten gewesen, dass Linde sich ganz der Konjunkturentwicklung entziehen könne. "Aber da ist nichts, worüber man sich jetzt ernsthaft Sorgen machen müsste", fügte er hinzu. Auch bei den Anlegern konnte der Konzern punkten: Mit einem Plus von 2 % auf 120,40 € gehörte Linde zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax.

Milliardenübernahme soll Linde Schub geben

Neue Impulse für das Geschäft erhofft sich Linde von der geplanten Übernahme des US-Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare für umgerechnet rund 3,6 Mrd. €. Mit Lincare würde Reitzle sechs Jahre nach der Übernahme der britischen Gasefirma BOC und zwei Jahre vor seinem Vertragsende bei Linde noch einmal einen großen Coup landen. Noch fehlt die Zustimmung der Lincare-Aktionäre. Mit dem Zukauf wäre Linde im Geschäft mit Medizingasen und der Versorgung von Atemwegskranken zu Hause mit Sauerstoff und Inhalations- oder Schlaftherapien zum Marktführer vor Air Liquide aufsteigen. Bereits im zweiten Quartal profiterte Linde in dem schnell wachsenden Geschäftsfeld von der Übernahme des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts vom US-Rivalen Air Products.

Gelingt die Übernahme von Lincare, will Reitzle das Mittelfristziel eines operativen Gewinns von mindestens vier Mrd. € schon 2013 und damit ein Jahr früher erreichen. Die für 2014 geplante Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von mindestens 14 % werde dagegen erst 2015 und damit ein Jahr später geschafft. Wie es um die Geschäfte des Erzrivalen Air Liquide bestellt ist, dürfte am Montag klar werden. Dann wollen die Franzosen ihre Zahlen vorlegen.

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