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M+W Process Automation feiert 25-jähriges Jubiläum

27.04.2011 -

M+W Process Automation ist ein herstellerunabhängiger Anbieter von kompletten Automatisierungslösungen für die Branchen Chemie, Pharma und Automotive mit Stammsitz in Ludwigshafen und Niederlassungen in acht Ländern. Das Tochterunternehmen der M+W Group wurde 1986 unter dem Namen „Lang und Peitler" gegründet und hat sich erfolgreich am Automatisierungsmarkt als Komplettlösungsanbieter etabliert. In diesem Monat feiert die die M+W Process Automation am Standort Ludwigshafen ihr 25-jähriges Jubiläum. CHEManager lässt die Geschäftsführer Franz Greisberger und Henning Hammerstädt auf die 25-jährige Geschichte zurückblicken und erkundigt sich nach der Strategie für die Zukunft. Die Fragen stellte Dr. Michael Reubold.

CHEManager: Das vergangene Jahr war durch die zu Ende gehende Wirtschaftskrise und das umfassende Rebranding von M+W geprägt. Wie ist M+W Process Automation aus der Krise gekommen?

Henning Hammerstädt: Durchweg positiv, ja sogar gestärkt. Das erste Halbjahr 2010 war geprägt durch eine normale Anfragetätigkeit, die sich im zweiten Halbjahr zu einem regelrechten Boom entwickelte. Die Krise hat gerade die Kernbranchen und damit auch uns vor neue Herausforderungen gestellt. Durch zwei entscheidende Vorteile konnten wir diese aber sehr gut meistern: unsere Branchenvielfalt und die Tatsache, dass wir zu einem starken und wachstumsorientierten Konzern gehören. Unser Umsatzziel konnten wir mit 73 Mio. € entgegen aller Prognosen um einiges übertreffen

Welches Resümee können Sie ein Jahr nach dem Rebranding ziehen? Fand die Neupositionierung genau zum richtigen Zeitpunkt statt oder fanden Sie aufgrund der vorangegangenen Krise erschwerte Bedingungen für eine solche Maßnahme vor?

Franz Greisberger: Der beabsichtigte starke Wiedererkennungswert am Markt in Verbindung mit unserem Mutterunternehmen, der M+W Group in Stuttgart, hat sich voll erfüllt. Unser Leistungsspektrum und sämtliche Strukturen sind gleich geblieben. Eine richtige Neupositionierung war es nur bezogen auf unsere Außendarstellung, also das Corporate Design und den Firmennamen an sich. Sowohl unsere Kunden als auch unsere Mitarbeiter hatten daher wenige Probleme mit der Umstellung. Rückblickend haben wir das Rebranding konsequent und exakt zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt. Erschwerte Bedingungen durch die vorangegangene Krise waren durch unsere langjährigen und stabilen Kundenbeziehungen absolut nicht zu spüren.

Heute bilden Sie zusammen mit M+W Process Industries die eigenständige Business Unit Process Solutions innerhalb der M+W Group. Welche Vorteile ziehen Ihre Kunden aus dieser Verbindung?

Henning Hammerstädt: Die Kernkompetenzen unserer Schwester M+W Process Industries und unsere ergänzen sich ideal und decken den gesamten Bereich der Prozess- und Anlagentechnik ab. Uns verbinden nicht nur die Prozessindustrie und die Kunden, sondern auch ein gemeinsames Geschäftsmodell und gemeinsame Interessen. Unsere Zusammenarbeit in diversen Projekten ist bereits seit Jahren sehr erfolgreich. Vor allem, weil wir dem Kunden ganzheitliche Lösungen in der chemischen, biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie anbieten können, also "Total Life Science Solutions" aus einem Guss.
Da sich das Angebot integrierter Gesamtleistungen für den Kunden nachhaltig bewährt hat übertragen wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf die restlichen Konzernbereiche. Der Ausbau neuer Segmente mit globaler Ausrichtung steht ebenso im Fokus, wie auch das Leistungspotenzial und die größtmöglichen Synergien aller Einheiten und Regionen zu heben. Für uns als M+W Process Automation bedeutet das eine additive Positionierung als Querschnittfunktion ‚Process Automation' für die vier Haupt-Geschäftsfelder des Gesamtkonzerns. Dies unterstützt exakt unsere Strategie der Branchenverteilung, Technologievielfalt und Regionalausrichtung. Unser klassisches Geschäft bleibt unverändert, wir bekommen aber den wichtigen Zugang zu einem größeren und erweiterten Markt.

Neben Krise und Rebranding stand 2010 auch das Thema Investitionen im Vordergrund. Wie hat sich Ihr Leistungsspektrum durch den Zukauf des SAP-Systemhauses Teufel Software verändert?

Franz Greisberger: Durch die Erweiterung unseres Leistungsspektrums um das Know-how eines SAP-Systemhauses für produzierende mittelständische Unternehmen können wir nun echte Vertikale Integration ohne Schnittstellen anbieten. Gemeinsame Kundenauftritte mit unserer Abteilung Manufacturing and Business Integration (MBI) brachten bereits erste Erfolge. Das Leistungsspektrum von Teufel erstreckt sich von der Prozessanalyse, Konzeption, Implementierung (Customizing) bis hin zum Betrieb und Support der SAP-Systemlandschaft. Dadurch sind wir in der Lage, nun auch individuelle und maßgeschneiderte Lösungen abgestimmt auf die jeweiligen Prozessanforderungen in SAP abzubilden. Erwähnenswert ist, dass wir im letzten Jahr den bisher größten Auftrag der Firmengeschichte von Teufel Software bei Magura akquirieren konnten. Dieser Auftragseingang wurde definitiv begünstigt durch den Einstieg von M+W Process Automation.

Wird es auch in 2011 Investitionen dieser Art geben?

Henning Hammerstädt: Da wir wachstumsgerichtet und zukunftsorientiert voranschreiten wollen, ist sicher auch die Akquisition weiterer Unternehmen für uns von großem Interesse. Damit möchten wir einerseits unser Branchen- und andererseits unser Leistungsspektrum nicht nur lokal und regional, sondern auch international erweitern. Konkret geht es in zwei Richtungen: einmal räumlich nach China und branchenorientiert in den Automotive-Sektor.
In China haben wir uns aktuell neu ausgerichtet und einen Asset Deal abgeschlossen, d.h. wir haben einen Teil einer chinesischen Firma über- und dabei das Management samt Personal in unsere Einheit aufgenommen. Hieraus ergeben sich nicht nur die Erschließung neuer Märkte und eine Erweiterung der Branchenausrichtung. Mittelfristig planen wir die Verdoppelung unseres Geschäfts in China.
Eine Erweiterung ist ebenfalls im Automotive-Sektor in Deutschland geplant. Wir wollen damit unsere Kompetenz und unser Leistungsspektrum nachhaltig erweitern. Es gibt hochinteressante Kandidaten, aber es ist noch zu früh, um schon über die nächsten Dinge zu sprechen.

Was sind die Trends, die 2011 den Automatisierungsmarkt bewegen werden - insbesondere im Chemie- und Pharmabereich?

Franz Greisberger: Im Allgemeinen sehen wir eine deutliche Tendenz in der Nachfrage von komplexen und hochwertigen Automatisierungslösungen, welche die Optimierung der Produktionsprozesse weiter unterstützen. Darüber hinaus sind auch Nischenkompetenzen äußerst gefragt. Dem begegnen wir schon heute, indem wir uns intensiv z.B. im Automotivebereich mit dem Thema Sealing/Oberflächentechnik oder gemeinsam mit unserer Schwester M+W Process Industries mit speziellen Prozesslösungen für Biogasanlagen beschäftigen, um nur zwei Dinge zu nennen. Unsere Kunden haben traditionell einen sehr hohen Automatisierungsgrad, trotzdem wird weiter massiv in höherwertige Automation und auch in die Zusammenlegung von Anlagen und Messwarten investiert. Das Thema Operational Excellence, Schlagworte wie Alarmmanagement und High Performance HMI werden uns über 2011 hinaus begleiten. Dieser Themen haben wir uns frühzeitig angenommen und können auf die Anforderungen aus dem Markt bestens reagieren. Ein umfassendes und integriertes Leistungsspektrum ohne Schnittstellen bieten zu können ist nach wie vor stark im Trend und auch international gefragt.

Welche Lösungen bieten Sie für diese Trends und welche Antworten haben Sie auf die Anforderungen Ihrer Kunden?

Franz Greisberger: Wie bereits erwähnt, setzen wir zum Einen auf hochwertige Automatisierungslösungen, aber auch auf Nischenkompetenz. Daneben ist natürlich auch geografische Expansion für uns enorm wichtig. Unsere Kunden stellen Projekte in aller Welt auf. „Go global with our customer" ist für uns bereits Realität. Wir haben in 2010 mehr als 25% unseres Geschäftes außerhalb Deutschlands generiert und Projekte in 24 Ländern abgewickelt. Der Aufbau eines Automotive-Service-Hub über ein USA-Projekt erfolgte in Zusammenarbeit mit unserer M+W Group-Schwester GAP. Parallel konzentrieren wir uns weiterhin auch auf lokale und regionale Aufgabenstellungen. Die Eröffnung unserer Büros in Hamburg und Marburg sind gute Beispiele.
Zusätzlich sind Partnerschaften und Kooperationen zusehends ein wichtiger ergänzender Bestandteil unserer Strategie. Die inzwischen 3-jährige Zusammenarbeit mit der amerikanischen Firma PAS Inc., einem weltweit führenden Anbieter im Bereich Alarmmanagement, eröffnet uns die Möglichkeit neue Dienstleistungen exklusiv auf dem europäischen Markt anzubieten.

Wie schätzen Sie die Marktentwicklung bzw. Nachfrage in den Branchen Chemie, Pharma und Automotive ein, gibt es „starke" und „schwache" Branchen?

Henning Hammerstädt: Die Chemie ist für uns nach wie vor die Kernbranche mit dem stabilsten Umsatz. Dies war auch in 2010 so. Unsere mittelständischen Kunden haben ihr Investvolumen während der Krise kaum verändert und auf hohem Niveau gehalten. Die Branche ist durch einen sehr hohen Automatisierungsgrad und vor allem durch Migrationsprojekte geprägt. Automotive war in 2010 die Branche mit dem stärksten Auftragseingang. Der befürchtete Auftragseinbruch hat für uns als Automatisierer nicht stattgefunden, wir befinden uns sogar auf Rekordhöhe. Gerade in diesem Kernbereich arbeiten wir stark international mit unseren Tochterunternehmen in Tschechien, Belgien und China zusammen. Da in 2011 einige neue Modelle anstehen und darüber hinaus laufend Modellvarianten geplant sind, gibt es auch in Zukunft eine Menge zu tun. Die Bereiche Pharma/Biotech inkl. Diagnostica, NuG, Konsumgüter etc. bilden ebenfalls ein stabiles Geschäftsfeld, welches sich zu einem Breitengeschäft entwickelt hat, in dem fast alle unsere Niederlassungen Projekte (Engineering und Ausführung) betreuen. Gerade hier stellen wir eine starke Nachfrage zu gemeinsamen Projekten mit M+W Process Industries fest.
Insgesamt gibt es viel Potenzial für die weitere Entwicklung und eine Einteilung in „stark" und „schwach" hängt immer vom Standpunkt des Betrachters ab. Jedes Projekt steigert unsere Branchenkenntnis und damit unseren Geschäftserfolg. M+W Process Automation ist auch in vielen weiteren Prozessindustrien sehr erfolgreich tätig. Wir generieren schon seit Jahren ca. ein Viertel unseres Geschäftes aus weiteren Branchen, wie z.B. Stahl, Öl&Gas, Papier, usw. Für uns gibt es nicht wichtige oder unwichtige Industrien, es zählen nur das erfolgreiche Projekt und der zufriedene Kunde.

2011 ist das 25. Jahr seit Firmengründung. Was bedeutet ein solches Jubiläum für Sie?

Franz Greisberger: Da wir den Übergang vom inhabergeführten Mittelständler zum Tochterunternehmen eines international agierenden Konzerns erfolgreich vollzogen haben, ist das Jubiläum für uns ein Standortjubiläum für den Hauptsitz Ludwigshafen. 25 Jahre und ein stetiges Umsatz- und Mitarbeiterwachstum stehen für Kontinuität und Stabilität, aber auch für Qualität und die Flexibilität, sich an die verändernden Bedingungen am Markt erfolgreich anzupassen - das können nicht viele Wettbewerber in die Waagschale werfen. Wir haben uns einen großen Kundenkreis erarbeitet, der uns über Jahre hinweg treu geblieben ist. Auszeichnungen wie der BASF-Preis für Planungsleistungen reflektieren die Hochwertigkeit unserer Dienstleistungen und das Vertrauen der Kunden.

Wo geht die Reise hin? Wie wird M+W Process Automation in 10 oder weiteren 25 Jahren hinsichtlich Leistungsspektrum und geografischer Präsenz aufgestellt sein?

Henning Hammerstädt: Für 2011 lässt sich zusammenfassend sagen: Mit unserer lokalen, regionalen und globalen Ausrichtung haben wir uns sehr gut positioniert. Unsere Organisation mit vielen dezentralen Verantwortlichkeiten ist bestens aufgestellt. Chancen und Markttrends werden von unseren Führungskräften gesehen und aufgegriffen. Wir haben die Krise mit Bravour überstanden und sind immer einen Schritt vor dem Wettbewerb. Der Investitionsstau aus den letzten zwei Jahren wird uns treiben und viele neue Herausforderungen und interessante Projekte mit sich bringen. Eine Vorausschau auf die nächsten 10 oder weiterer 25 Jahre wäre zu gewagt, aber wir werden alles daran setzen, unseren stetigen und erfolgreichen Kurs zur Weiterentwicklung des Unternehmens in gewohnter Weise fortzuführen. Wir werden sowohl unser Leistungsspektrum als auch die geografische Präsenz immer dem Bedarf des Marktes bzw. unserer Kunden anpassen.

In Ihrem Geschäft kommt es auf qualifizierte Mitarbeiter an. Wenn Sie über Expansion nachdenken, bereitet Ihnen das Thema „Fachkräftemangel" Sorgen?

Franz Greisberger: Sicherlich befassen wir uns auch mit dem Ingenieurmangel. Besonders im Osten Deutschlands ist es schwierig, Personal zu rekrutieren. Allerdings möchten wir uns nicht dem allgemeinen Tenor anschließen, denn es war noch nie einfach, wirklich gutes Fachpersonalzu bekommen und vor allem zu halten. Beim Recruiting beschreiten wir die verschiedensten Wege. Neben einem umfangreichen Hochschul- und Personalmarketing, der klassischen Anzeigenschaltung im Print- und Onlinebereich, bieten wir Studenten die Gelegenheit, uns über Praktika und Abschlussarbeiten kennen zu lernen. Hier kommt uns zugute, dass wir als attraktiver Arbeitgeber gelten. Wir bieten ein hohes Maß an Eigenständigkeit, Kreativität und Vielschichtigkeit, das bei unseren Mitarbeitern und Bewerbern sehr gut ankommt. Wir haben schon immer jungen Hochschulabgängern als auch erfahrenen Mitarbeitern sichere Jobs geboten. Unsere Mitarbeiter stellen unser wichtigstes Kapital dar. Sie arbeiten an interessanten Projekten, kennen ein gutes Arbeitsklima und haben gute Entwicklungschancen mit der Möglichkeit international tätig zu sein. Das kommt an und wir freuen uns über jeden neuen qualifizierten Bewerber, der uns unterstützen möchte. 

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