Standorte & Services

Pharmaserv realisiert Neubau für Werkfeuerwehr in Rekordzeit

Gemeinschaftsprojekt in den Behringswerken hat Vorbildcharakter für andere Industrieparks

20.03.2024 - An einem Produktionsstandort für lebenswichtige Arzneimittel, hat das Thema Sicherheit eine besonders hohe Bedeutung. Denn vom Funktionieren der Anlagen hängt die Versorgung vieler Menschen ab

Für den Standortbetreiber Pharmaserv ist die im Februar eingeweihte neue Hauptfeuerwache deshalb zentral – und das Projekt unterstreicht den Zusammenhalt der Unternehmen am Traditionsstandort Behringwerke.

Der Unterhalt einer Werkfeuerwehr ist ein Dauerbrenner – nicht jeder Manager eines Chemie- oder Pharmaunternehmens hat Verständnis für den Aufwand und die steigenden Kosten. Während sich Letztere in den Betriebskosten wiederfinden, ist der Mehrwert für Sicherheit und Umweltschutz weniger einfach zu beziffern. Doch der Leidensdruck steigt. Auch deshalb hat der Chemieverband VCI im Dezember 2023 dem Thema ein eigenes Positionspapier mit dem Titel „Vermeidung steigender Anforderungen an Werkfeuerwehren“ gewidmet. Aber: Die Werkfeuerwehr ist für Chemie- und Pharmastandorte kein „nice to have“ – sie wird seitens der Überwachungsbehörden angeordnet, wenn in Betrieben die Gefahr von Bränden und Explosionen besonders hoch ist und wenn im Schadensfall viele Personen gefährdet sind. Und längst sind es nicht mehr alleine die Brandgefahren, die das Aufgabenspektrum der haupt- und nebenberuflich tätigen Feuerwehrkräfte dominieren. In drei von vier Fällen rückt die Feuerwehr in Deutschland aus, um technische Hilfeleistungen bei Unfällen und anderen Störungen zu erbringen.

Auch am Standort Behringwerke in Marburg ist das so, aber noch ein weiteres Schutzziel ist hier wichtig: Die Produktion lebenswichtiger Arzneimittel zu sichern. Denn von Marburg aus werden Patienten auf der ganzen Welt mit Impfstoffen, Plasmapräparaten und Medikamenten der Intensivmedizin versorgt. Letztere betonte auch das Regierungspräsidium Gießen in einer formalen Aufforderung an die Unternehmen am Standort und dessen Betreiber, die schließlich zum Bau des neuen Werksicherheitsgebäudes L200 führte.

Die nahezu 100 Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr Behring haben mit der strategisch günstig gelegenen neuen Hauptwache einen neuen Mittelpunkt: Wenn in den Behringwerken etwas passiert, ist die Feuerwehr spätestens nach acht Minuten zur Stelle. Der Neubau war notwendig geworden, weil der Standort an den Werks­teilen Marbach und Görzhausen im vergangenen Jahrzehnt stark gewachsen ist. Und weil die Anordnung des Regierungspräsidiums nicht nur dem Standortbetreiber, sondern auch den produzierenden Unternehmen gilt, war die Standortgemeinschaft gefordert, die neue Hauptwache gemeinsam zu planen und zu finanzieren.

 

Sicherheit für die Standortkunden

„Dieses wegweisende Projekt betont den starken Gemeinschaftsgedanken, der in Marburg gepflegt wird“, sagt Martin Egger, Sprecher der Geschäftsführung des Standortbetreibers und CEO der Infrareal Holding: „Wir  sind stolz darauf, dass wir das Projekt für unsere Kunden realisieren konnten – denn unser Anspruch lautet ‚Wir geben Sicherheit‘.“ Seinen Ausdruck findet der Anspruch nicht nur in einem topmodernen und nachhaltigen Zweckgebäude, sondern auch in der neuen Aufstellung der Werkfeuerwehr: Neben den rund 60 nebenberuflichen Feuerwehrleuten, die bei den Unternehmen am Standort angestellt sind, ist die neue Hauptfeuerwache nun rund um die Uhr mit mindestens sechs Einsatzkräften einer neu geschaffenen Berufsfeuerwehr besetzt – und letztere stehen im Dienst der Pharmaserv.

„Mit der Einweihung der neuen Feuerwache wird sichergestellt, dass der Brandschutz am Industriepark zukunftsfähig ist“, erklärt Thilo Funk, Leiter der Werkfeuerwehr. Die neue Feuerwache ermöglicht den Feuerwehrfrauen und -männern professionelle Alarmierung und Einsatzorganisation, was im Zweifelsfall Leben retten kann. „Für uns ist L200 ein Quantensprung!“, freut sich Funk. Dass die 34 hauptberuflichen Feuerwehrleute auch weiterhin von nebenberuflichen Feuerwehrleuten unterstützt werden, ist eine wichtige Trumpfkarte der Werkswehr: Denn diese kennen die Betriebe und Anlagen am Standort aus täglicher Anschauung in- und auswendig.

Das neue Hauptquartier dient seit seinem Bezug im Dezember 2023 nun als gemeinsame Basis: Neben der Werkssicherheitszentrale bietet das Gebäude Gemeinschaftsräume für die beruflichen Einsatzkräfte, Werkstatträume sowie Wasch- und Umkleideräume für die freiwilligen Einsatzkräfte. Ein Schulungsraum und ein Sport- und Fitnessraum stehen ebenfalls zur Verfügung. Im Obergeschoss befindet sich ein Büro- und Besprechungsbereich mit 17 Arbeitsplätzen, die als Open Space Office konzipiert sind.

Nachhaltiger Zweckbau

Geplant und ausgeführt wurde das Bauprojekt vom Projektteam nach den neuesten Standards und allen Regeln der Baukunst: Die Energieversorgung der Feuerwache erfolgt nach höchsten energetischen Standards durch Geothermie und eine PV-Anlage. Der Primärenergiebedarf liegt bei lediglich 37 kWh/m² im Jahr, was mehr als 40 % unter dem Baustandard liegt. Das Hallendach wurde als Retentionsdach mit extensiver Dachbegrünung errichtet, moderne Technologien wie LED-Beleuchtung und Wärmerückgewinnungssysteme für Funktionsräume tragen zur Energieeffizienz bei.

Trotz widriger Umstände konnte das Projekt in Rekordzeit realisiert werden: Zwischen Spatenstich und dem Bezug des Werkssicherheitsgebäudes im Dezember 2023 lagen lediglich 15 Monate. „Die optimale Lage, Ausstattung und Bauweise des Gebäudes wurde in intensiven Arbeitskreisen mit den Standortunternehmen sorgfältig geplant“, ergänzt Peter Schwab, Leiter des Projektmanagements. Allerdings machten Planern und Investoren vor Baubeginn Kostensteigerungen in Höhe von 30 % zu schaffen. „Durch Anpassungen in der Planung – wir nennen das ‚Value Engineering‘ – ist es uns gelungen, die Kosten zu begrenzen“, erklärt Schwab. Dazu gehörte auch die Einsparung eines zweiten Stockwerks und der klare Fokus auf einen reinen Zweckbau. „Als Gemeinschaftsprojekt der Standortfirmen, das Funktionalität und Energieeffizienz auf höchstem Niveau vereint, hat das Projekt Vorbildcharakter für andere Indus­trieparks in Europa“, ist sich Egger sicher.

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