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Wacker Chemie hält sich für Halbleitertochter alles offen

18.03.2015 -

Wacker Chemie kann sich eine Zukunft mit und ohne seine Halbleitertochter Siltronic vorstellen. "Wir prüfen im Moment mehrere Optionen", sagte Vorstandschef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. Dazu zähle auch ein - in der Vergangenheit bereits einmal abgeblasener - Börsengang oder der Verkauf an einen strategischen Investor. Auf die Frage, ob der Konzern die Tochter auch behalten könnte, sagte er: "Die Antwort ist: ja." Details, etwa zum Zeitplan, zu potenziellen Interessenten oder zum künftigen Anteil von Wacker Chemie an Siltronic, wollte er nicht nennen. "Alles ist möglich."

Wacker hatte vergangene Woche mitgeteilt, dem Aufsichtsrat Pläne für die Neustrukturierung der Eigentumsverhältnisse bei Siltronic vorgelegt zu haben. Wann eine Entscheidung über die Zukunft der Tochter falle, wollte Staudigl nicht sagen. Man lasse sich genügend Zeit, werde aber auch schnell arbeiten. "Wir sind nicht unter Zeitdruck, denn Siltronic ist keine Belastung." Die Tochter fuhr laut Finanzchef Joachim Rauhut 2014 einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 43 Mio. EUR ein, netto fiel das Minus ebenfalls in dieser Größenordnung aus. Für 2015 rechnet Wacker mit einem positiven EBIT bei Siltronic.

Die Halbleitertochter mit mehr als 4.000 Mitarbeitern produziert an vier Standorten in Deutschland, Asien und den USA Siliziumscheiben (Wafer) für Chiphersteller. Die Produkte kommen unter anderem in Smartphones oder Autos zum Einsatz. Siltronic sollte 2004 bereits einmal an die Börse gebracht werden. Damals hätte wohl rund 1 Mrd. EUR erlöst werden können. Zwei Tage vor der geplanten Erstnotiz im März 2004 machte Wacker Chemie einen Rückzieher, weil nach den Terroranschlägen in Madrid Unsicherheit an den Finanzmärkten herrschte. Damals betonte der Konzern, der Börsengang von Siltronic sei nur verschoben, nicht abgesagt.

Bei der Frage, wieviel Siltronic heute aus Sicht des Mutterkonzerns wert sein könnte, ließ sich Staudigl ebenfalls nicht in die Karten schauen. Zur Verwendung der Erlöse sagte er lediglich, es gebe immer Ideen zu investieren. Man könne auch die Verschuldung zurückfahren oder Geld an die Aktionäre ausschütten. "Die Möglichkeiten sind vielfältig, und wir werden die richtigen wählen."

 

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