News

Rohstoffe - Kostentreiber bei der Chemiekonjunktur

10.02.2011 -

Chemiekonjunktur: Drastisch gestiegenen Rohstoffpreise belasten die Wirtschaft zunehmend und bremsen die wirtschaftliche Entwicklung. Der Ölpreis liegt derzeit wieder bei seinem 2-Jahres-Hoch. Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der Nordseesorte Brent hat Mitte Januar 2011 bereits an der "magischen Marke" von 100 Dollar gekratzt. Auch die Weltmarktpreise etwa für Kupfer, Naturkautschuk oder die so genannten Seltenen Erden sind deutlich in die Höhe geschossen. Die gestiegenen Rohstoffpreise belasten die Unternehmen zunehmend und stellen für die rohstoffintensive chemische Industrie eine besonders große Herausforderung dar.

Rohstoffintensive Chemieproduktion

Deutschland ist als Industrienation auf den Import von Rohstoffen angewiesen, da es nur begrenzt über eigene Bodenschätze verfügt. Mehr als 70 Prozent der fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle stammen aus dem Ausland. Darüber hinaus importiert die deutsche Industrie viele für die Produktion wichtige Metalle wie Kupfer, Aluminium und Zink. Für die Chemieproduktion in Deutschland stellen fossile Rohstoffe nach wie vor die bedeutendsten Ausgangsstoffe dar. Über 90 Prozent der Produktion in der chemischen Industrie basieren auf Kohlenstoffverbindungen, die vor allem aus Erdölderivaten gewonnen werden. Deren Einsatzbereiche in der Chemieindustrie sind breit gefächert und umfassen z.B. die Herstellung von Kunststoffen, Fasern, Waschmitteln, Kosmetika, Farben und Lacken sowie Klebstoffen und Baustoffen bis hin zu Arzneimitteln. Im Verlauf des Jahres 2010 hat sich die Rohstoffsituation für viele dieser Einsatzgebiete wesentlich verschärft, sowohl im Hinblick auf die Preisentwicklung als auch auf den Versorgungsstand.

Risiko-Faktor

Laut Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln vom Oktober 2010 werten insgesamt 60 Prozent der gut 1.800 befragten Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffkosten als hohes geschäftliches Risiko. Vor allem Industriebetriebe wie die der Chemiebranche sehen sich durch teureres Öl oder verteuerte Edelmetalle stark beeinträchtigt. Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise waren die Rohstoffpreise Anfang 2009 zunächst deutlich unter die Rekordstände vom Sommer 2008 zurückgegangen. Sie sind dann aber im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft wieder stark angestiegen. Insbesondere China benötigt für seine schnell wachsende Wirtschaft Rohstoffe. Zudem haben in Teilbereichen Angebotsverknappungen zu der Verteuerung geführt (Stichwort Seltene Erden). Spekulation - befeuert durch die wachsende Menge "billigen Geldes" der Notenbanken - hat die Preisbewegungen an den Rohstoffmärkten noch weiter verstärkt.

Kostenschub für die Chemie

Nachdem die Preise zu Beginn der Krise gefallen waren, mussten sich die Chemie-Unternehmen in den beiden vergangenen Jahren wieder mit erheblich gestiegenen Rohstoffkosten auseinandersetzen. Die zunächst entlastende Preissituation hat sich rasch zur neuen Belastung umgekehrt.

Kontakt

BAVC Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.

Abraham-Lincoln-Straße 24
65189 Wiesbaden
Deutschland

+49 611 77 88 1-0