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Nahe beim Chemie-Kunden

Düsseldorfer Spedition Cretschmar setzt auf Wachstum und zentrale Bündelung

10.10.2012 -

Im Sommer 2012 hat die Düsseldorfer Spedition Cretschmar Cargo ihr nationales und internationales Geschäft in einer neuen Zentrale am Standort Düsseldorf gebündelt.

Dieses Hub ist nun Ausgangspunkt für das Stückgutgeschäft und die europaweiten Systemverkehre des Speditionsunternehmens. CHEManager befragte Kay A. Espey, den Geschäftsführer der Cretschmar Cargo zu den Möglichkeiten und Vorteilen der neuen Zentrale für die Chemieindustrie.

Die Fragen stellte Dr. Sonja Andres.

CHEManager: Herr Espey, was versteht man unter Systemverkehren?

Kay A. Espey: Hierunter ist ein Netzwerk zu verstehen, das eine flächendeckende Verteilung von Stückgut-Sendungen innerhalb Deutschlands oder innerhalb Europas zu verbindlichen Zeitschienen (24, 48 oder in weiteren Teilen Europas innerhalb von 72 Stunden) vorsieht. Zu diesen einzelnen Zeitschienen pro Region können getaktete Uhrzeitstellungen hinzugegeben werden, sodass ein feststehendes verbindliches Fahrplannetz für Europa entsteht.

Welche Vorteile bietet in diesem Zusammenhang eine Kooperation wie System Alliance der chemischen bzw. pharmazeutischen Industrie?

Kay A. Espey: Die System Alliance hat sich zu einem echten Spezialisten für den Transport von verpackter Ware der chemischen Industrie, vor allem im Stückgutbereich entwickelt. Dies insbesondere durch das bestehende Gefahrgut Know-how und die Abwicklung von temperaturgeführten Transporten. Bei der System Alliance handelt es sich um ein Netzwerk von mittelständischen Unternehmen jeglicher Größenordnung, d.h. durch die Zusammenarbeit aller Dienstleister untereinander ergibt sich ein flächendeckendes Netzwerk. Cretschmar Cargo nimmt hier den Part der Empfangs- und Versandstation in der Region NRW, insbesondere Düsseldorf-Aachen-Köln-Wuppertal, ein.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für externe Dienstleister, die für die chemische bzw. pharmazeutische Industrie tätig sind

Kay A. Espey: Zum einen gibt es die gesetzlichen Regelungen, die einfach zum Transport und Handling für Güter der chemischen Industrie erforderlich sind. Das bedeutet, entsprechendes Know-how zu besitzen und das Bewusstsein zu entwickeln, dass hier mit Gefahrgütern umgegangen wird. Dieses Bewusstsein muss jeden Tag neu geschärft werden. Das Zweite ist die Bereitschaft auch in die wachsenden technischen Anforderungen, die in der Zusammenarbeit mit der chemischen Industrie entstehen, sowohl auf der Transport- als auch auf der Lager- und Umschlagsseite, zu investieren.

Die Dritte und vielleicht wichtigste Komponente ist die Fähigkeit, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Der Kunde, der seine Güter einem externen Dienstleister anvertraut, muss die Gewissheit haben, dass seine sensiblen Güter allen Vorschriften gemäß behandelt, gelagert und transportiert werden. Ähnliches gilt im Prinzip auch für die pharmazeutische Industrie, wobei hier doch z.T. noch andere Anforderungen zu erfüllen sind.

Sie haben Mitte dieses Jahres ihr europaweites Stückgutgeschäft in einer Europazentrale in Düsseldorf gebündelt. Weshalb gerade an diesem Standort?

Kay A. Espey: Düsseldorf liegt zentral in NRW und ist verkehrstechnisch bestens angebunden. Eine Vielzahl großer Chemiekunden liegt in direkter Nachbarschaft und in näherem Umkreis. Der Branchenmix ist gut. Zugegebenermaßen kommt auch ein Schuss Nostalgie dazu, denn in Düsseldorf startete die Entwicklung des Unternehmens vor mehr als 175 Jahren.

Weshalb wurde überhaupt ein neues, zentrales Hub gebaut?

Kay A. Espey: Einer der Gründe war sicher die knappe Kapazität an beiden Umschlags-Standorten von Cretschmar. Wir wollten einfach wachsen, um uns weiter entwickeln zu können. Der Zweite war sicherlich die Chance, in unmittelbarer Nachbarschaft zu der bestehenden nationalen Speditionsanlage diese Erweiterung vornehmen zu können. Der Dritte, dass man hier ein Umschlagsterminal bauen konnte, das allen aktuellen gefahrgutrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen genügt, somit „State of the Art" ist. Gleichzeitig bot sich auch die Möglichkeit Zukunftsthemen der Green Logistics aufzugreifen und Photovoltaik, Solarthermie und Geothermie an diesem Standort einzusetzen und zu nutzen. Ich denke, dies ist ein wichtiges Signal für unsere Kunden und die öffentliche Wahrnehmung.

Wie sind die Rückmeldungen auf die neuen Möglichkeiten gerade aus den Branchen Chemie und Pharma?

Kay A. Espey: Wir verspüren großes Interesse unserer Kunden gerade auch wegen der Möglichkeiten, die diese neue Speditionsplattform bietet. Ich denke z.B. an die zentrale Abholung bei unseren Großkunden sowohl für nationale als auch für europäische Transportgeschäfte. Aber natürlich besteht auch Interesse an der Anlage und ihrer Möglichkeiten selbst. sowie an ihrer technischen, sicherheitstechnischen und umwelttechnischen Ausstattung. Dabei denke ich etwa auch an die Videoüberwachung des Objekts und deren Verknüpfung an die Verfolgung jeder Einzelsendung innerhalb des Betriebes.

Haben sich die Erwartungen hinsichtlich Platzangebot, Verladezeiten und Gesamtkonzept in Düsseldorf bislang erfüllt?

Kay A. Espey: Wir haben den Umzug in zwei Schritten vorgenommen. Zunächst sind wir mit dem nationalen Geschäft in das Objekt eingezogen. Seit kurzem ist auch das europäische Geschäft in die Anlage integriert. Wenn ich sagen würde, dass alle Abläufe stehen und alles reibungslos funktioniert, wär das sicher übertrieben.

Wir sind noch im Prozess diese Abläufe insgesamt zu gestalten. Was man aber bereits gut erkennen kann ist, dass durch die Möglichkeit und die Größe des Hubs der Sendungsdurchlauf deutlich optimiert ist und wir erheblich flexibler arbeiten können. Ich persönlich freue mich, eine Vielzahl von Mitarbeitern in der unmittelbaren Nähe hier am Standort zu haben. Das macht manches interne Gespräch wesentlich einfacher.

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